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CW-Prognose


10.01.2003 - 

Hoffen und Bangen

Wer Ende vergangenen Jahres den Versuch unternahm, halbwegs seriöse Prognosen zur Entwicklung der IT-Industrie für 2003 zu einer Art Gesamtvorschau zusammenzufügen, musste sich vorkommen wie das Kind, das ein altes Puzzle aus der Spielzeugtruhe ausgegraben hat: Viele Teile passen noch ineinander, aber einige wichtige fehlen. Fast alle Marktforscher und Investmentbanker vesuchten, einen (zumindest zarten) Aufschwung herbeizureden. Doch unisono wurde diese Hoffnung mit Einschränkungen verbunden - die anhaltend schwache Konjunktur, mangelnde Reformen der Politik und natürlich der drohende Krieg im Irak. Fest steht nur eines: Die tatsächliche und durchgreifende Wende zum Besseren wurde auf 2004 vertagt.

Wechselbad der Gefühle

Vieles spricht also dafür, dass das eben begonnene Jahr für die IT-Industrie erneut ein Wechselbad der Gefühle bereithalten wird. Der viel zitierte Investitionsstau dürfte sich nur zum Teil auflösen, egal ob die Budgets der Anwender nun um vier, fünf oder sieben Prozent steigen. Anzeichen für eine Marktbelebung gibt es vor allem im ERP-Sektor, wo viele R/3-Kunden vor einem Release-Wechsel stehen. Auch die jüngsten Zahlen und Prognosen von Oracle machen Hoffnung. Im Hardwaregeschäft dürfte sich indes eher die gewohnte Tristesse manifestieren. Wenn PC- und Server-Markt bis Ende 2003 nicht weitere signifikante Einbrüche verzeichnen, wird man dies schon als Erfolg werten müssen. Und hinter dem Mobile Business steht einmal mehr das Fragezeichen UMTS.

Auch bei der Eroberung "neuer Märkte" wird sich die IT-Branche in den kommenden zwölf Monaten schwer tun. Große, bahnbrechende Innovationen sind - Stand heute - Mangelware. Das, was bisher als Blaupausen verfügbar ist (Stichwort: Web-Services), taugt noch nicht für große IT-Projekte. Spannend dürfte insofern allenfalls die Frage sein, ob das mit großen Erwartungen verknüpfte Geschäft mit Mittelstand und E-Government tatsächlich zu einem kräftigen Wachstum führt.

Bescheidenheit ist eine Zier ...

Für die Anbieterszene verheißt dies alles nichts Gutes, zumindest aber ein weiteres Jahr der Bescheidenheit. Ein erneuter Shakeout sowie Massenentlassungen sind allerdings nicht zu erwarten. Nach den letzten Rekordverlusten wurden die Kostenstrukturen bei den meisten IT-Anbietern der aktuellen Marktlage "angepasst". Was übrigens auch für die Erwartungen der Analysten gilt. So betrachtet, kann es mit der Umsatz- und Gewinnentwicklung eigentlich nur aufwärts gehen. Trotzdem dürfte es auch 2003 eine Menge schlechter Firmennachrichten geben. Sorgen wird man sich dabei vor allem um den deutschen Softwaremittelstand machen müssen. Dort wirkt vielfach die schlechte Marktlage mit einer drastischen Unterfinanzierung zusammen, weil die Banken unter dem Stichwort Basel II den Geldhahn komplett zudrehen. Viele Branchenkenner befürchten hier deshalb in der ersten Jahreshälfte eine regelrechte Pleitewelle, womit die deutsche IT-Industrie ein spezifisches Strukturproblem mehr hätte. (gh)