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Neues IBM-Ausbildungszentrum in Essen

Hoffnungen auf Multi-Media-Verbund

19.12.1975

ESSEN - "Die Schule fängt langsam an Spaß zu machen" erklärt Horst der (48), der seit elf Jahren in den IBM-Schulen arbeitet und jetzt Leiter des neuen Ausbildungszentrums Nordwest in Essen wurde. "Nachdem die großen Schüler-Schübe vorbei sind, die durch die Einführung der 360- und 370-Systeme bedingt waren, und die Firmen außerdem mehr sparen als früher, kommen in die Lehrgange nur noch die wirklich Interessierten.''

Für 1976 rechnet IBM Deutschland, die rund 200 verschiedene Lehrgänge anbietet, mit etwa

50 000 Teilnehmern. 1974 waren es noch 75 000 - nämlich 55 000 Kundenmitarbeiter und 20 000 IBMer, die in 2800 verschiedenen Lehrgängen geschult wurden - was den Marktführer die Kleinigkeit von 42 Millionen Mark kostete.

Klare Aufgabenteilung

Rund ein Drittel, nämlich etwa 15 000 Schüler, sollen 1976 im neuen Ausbildungszentrum Essen unterrichtet werden. In Essen sind die bisherigen IBM-Schulen Dortmund, Düsseldorf und Mainz aufgegangen. Das neueste Ausbildungszentrum ist zuständig für "System Science" (das sind allgemeine Lehrgänge beispielsweise über Systemanalyse oder Datenschutz) sowie Kurse über die Betriebssysteme OS und VM, Belegverarbeitung/Datenerfassung und das Teilnehmer-Dialog-System "Call". Von den übrigen Ausbildungsstätten ist München für Programmiersprachen, Hamburg für DOS, Berlin für Methoden und Verfahrenstechniken (beispielsweise des Programmierens) und Stuttgart für Terminals, DFV, Datenbanken und DC-Systeme zuständig. Auf die Dauer soll die Ausbildung in Stuttgart und Essen konzentriert werden.

IBM-Bildungs-Policy: Ausbildung für eigene und Kunden-Mitarbeiter

"Ja" - für Außenstehende in der Regel "Nein". "Wenn ich auf alle Antragen vom Typ ,Könnt ihr nicht mal...?' eine positive Antwort gäbe, würde ich doppelt so viel Dozenten brauchen", erklärt H. Vier. Ein Ende dieser Über-Nachfrage ist noch nicht abzusehen: Seitdem die DV "zum Benutzer" oder "an den Arbeitsplatz" kommt und DV- Kenntnisse von allen Auszubildenden im kaufmännischen Bereich verlangt werden, ist das Mißverhältnis zwischen kostenlosen Informationsmöglichkeiten und Schulungsangebot noch größer geworden. Eine Lösung zeichnet sich bisher nur für jene Großbetriebe ab, die über einen eigenen Ausbildungsapparat verfügen: Sie können, insbesondere wenn sie IBM-Anwender sind, vom Hersteller mit wenig Aufwand Unterlagen für programmierten Unterricht sowie Video-Kurse bekommen - und sogar Programme für die DV-Auswertung der Unterrichtsergebnisse.

Selbststudium betont

Erstmals bei einer IBM-Schule wurde in Essen ein, Zentrum für Selbststudium" eingerichtet. In Gruppenräumen für je sechs Teilnehmer stehen Fernsehapparate und Abspielgeräte für Videokassetten. Der Schüler sieht sich zunächst am TV-Gerät eine Lektion an, arbeitet dann schriftliches Material durch und geht schließlich im Nachbarraum an ein Terminal, wo er Aufgaben zu lösen hat. Wenn ihm etwas unklar ist, kann er sich über Mikrofon an einen Betreuer wenden. Auf diese Art können häufig benötigte Grundlehrgänge - die Produktion eines Videolehrganges lohnt nur, wenn ihn mindestens l000 Schüler sehen - selbst für kleinste Gruppen gehalten werden, und dabei ist die Schule hinsichtlich der Termine noch völlig flexibel. Großunternehmen können mit dem gleichen Material solche Schulungen "zu Hause" durchführen.

Drei Jahre "Halbwertzeit" für Computerwissen

WUPPERTAL - "Anpassungsbildung" ist das neue Schlagwort: Durch Bildungsurlaub und berufsbegleitende Maßnahmen soll das Fachwissen der Berufstätigen stets der neuesten Entwicklung angepaßt werden. Prof. Dr. Helmut Strand, Chef der Technischen Akademie Wuppertal, unterscheidet zwei Gruppen mit "Halbwertzeiten, Fristen von drei beziehungsweise sieben Jahren, in denen das Wissen veraltet ist. In der ersten Gruppe - darunter Informatiker und Computerspezialisten - ist alle drei Jahre ein persönliches "upgrading" durch mindestens zehn Tage intensiver Weiterbildung erforderlich. Neben der Anpassungsbildung, die das durch den Zeitablauf bedingte Wissens-Defizit ausgleichen soll und die im übrigen durch das Berufsbildungsgesetz (Regierungsentwurf) geregelt werden soll, fordert Strand noch eine "Oberstufe": die Aufstiegsbildung. Er versteht darunter "Bildungsmaßnahmen mit dem Ziel, die Qualifikation für eine höhere berufliche Ebene zu erlangen".