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08.04.1982 - 

Mehrjähriges Finanzierungsmodell für Rechenzentrums-Verarbeitungsverträge:

Hohe Anfangskosten auf Vertragszeit verteilen

Angespannte Liquidität, geringe Investitionsbereitschaft Und das Bestreben, fixe In variable Kosten umzuwandeln, kennzeichnen die derzeitige Situation In vielen Unternehmen. Wie Service-Rechenzentren sich in dieser Lage verhalten können/sollen, will das nachfolgend beschriebene Finanzierungsmodell aufzeigen. Es ist speziell auf Betriebe dieser Art zugeschnitten und behandelt nicht nur die Hardwareseite des Problems. Dennoch - und das sei klar gesagt - kann das Modell nur Beispielcharakter haben.

Das hier dargestellte Finanzierungskonzept geht davon aus, daß ein Teil der von Service-Rechenzentren durchgeführten und berechneten Dienstleistungen nicht reine Verarbeitungsleistungen sind, sondern zu einem wesentlichen Teil in Programmerstellung, Programmeinführung und Programmwartung bestehen. Zwar werden in der Regel dem Kunden einmalig gewisse Programmierungskosten in Rechnung gestellt, doch decken diese erfahrungsgemäß nur einen geringen Teil der Programmerstellungskosten ab, während die Programmbetreuungs- und Wartungskosten über die Verarbeitungspreise abgerechnet werden.

Softwareanteil in die Gesamtfinanzierung

Bei dem hier vorgestellten Modell werden diese Kosten wieder entzerrt, so daß nicht nur die gesamten ausgewiesenen, Hard- und Softwarekosten, sondern auch der in der Verarbeitung enthaltene Softwareanteil mit in die Gesamtfinanzierung aufgenommen werden kann. Aufgrund vorgegebener Erfahrungssätze kann man davon ausgehen, daß ein Drittel der Verarbeitungssätze während der Laufzeit eines RZ-Vertrages eigentlich den Programmierungskosten zuzurechnen wäre.

Aus grundsätzlichen Erwägungen werden jedoch nur Software-Anteile in Höhe eines Jahresverarbeitungsumsatzes finanziert, auch wenn der Auswertungsvertrag für mehr als drei Jahre abgeschlossen sein sollte. Allerdings gibt es unter Umständen die Möglichkeit, nach Ablauf des ersten Verarbeitungsjahres eine Verlängerung für jeweils ein weiteres Jahr anzuschließen. Die Dauer der Gesamtfinanzierung richtet sich dabei immer nach dem Zeitraum des Verarbeitungsvertrages mit dem Kunden.

Forderungsabtretung als Sicherheit

Im nachfolgenden Beispiel wird von einem vierjährigen Verarbeitungsvertrag ausgegangen. Abgesichert wird diese erweitere Softwarefinanzierung durch eine stille Zession der Kundenforderung aus dem Verarbeitungsvertrag.

Wichtig erscheint in diesem Zusammenhang auch, daß durch dieses Modell die erfahrungsgemäß gerade am Anfang besonders hohen Wartungskosten für Programmeinführung und -berichtigung gleichmäßig auf die gesamte Vertragslaufzeit verteilt werden können.

Im nachstehenden sind die Zahlen für einen vierjährigen Verarbeitungsvertrag zusammengestellt, wobei folgende Werte zugrunde gelegt werden:

Hardware (Erfassungsgerät) 10 000 Mark

Software für Erfassungsgerät 6 000 Mark

Software für Verarbeitung

(soweit dem Kunden gegenüber

ausgewiesen) 20 000 Mark

Verarbeitungskosten pro Monat

bei vierjährigem Vertrag 3 000 Mark

Restanteilsfinanzierung

Daraus ergibt sich der leasingfähige Betrag wie folgt:

Hardware 10 000 Mark

Software 26 000 Mark

Verarbeitung für das erste Jahr von, da weniger als ein Drittel der gesamten

Verarbeitungskosten 36 000 Mark

72 000 Mark

Die Mietraten betragen dann für 48 Monaten pro Monat 2 325,60 Mark. Nach Ablauf des ersten Verarbeitungsjahres kann der Rest des leasingfähigen Anteils an den Gesamtverarbeitungskosten in Höhe von 12 000 Mark nochmals finanziert werden. Dadurch erhöhen sich dann die monatlichen Mietgebühren vom 13. bis zum 48. Monat auf 2 819,52 Mark. In diesem Beispiel würden also zu Beginn des ersten Vertragsjahres 72 000 Mark und zu Beginn des zweiten Vertragsjahres nochmals 12 000 Mark zur Auszahlung gelangen.

Überschuß und Steuervorteil

Ferner sind dabei die monatliche Miete für das Erfassungsgerät und die anteiligen Kosten der berechneten Software zu berücksichtigen, die dem Kunden zuzüglich zu den Verarbeitungskosten in Rechnung gestellt werden, so daß die monatlichen Gesamteinnahmen dann betragen:

Miete Erfassungsgerät 210 Mark

Amortisation Software 550 Mark

Verarbeitung 3 000 Mark

3 760 Mark

(Auf die Ansetzung einer Verzinsung oder eines Gewinnaufschlages für die ersten beiden Positionen wurde hier zur Verdeutlichung der Darstellung verzichtet).

Der Überschuß der Einnahmen über die Mietraten beträgt demnach im ersten Jahr 17 212, 80 Mark und in den folgenden Jahren 11 285,76 Mark.

Auch die Gegenüberstellung der Mietraten und der Einnahmen über die gesamte Vertragslaufzeit ergibt ein sehr günstiges Bild:

Gesamteinnahmen

Zahlung am Beginn des ersten Vertragsjahres 72 000 Mark

Zahlung am Beginn des zweiten Vertragsjahres 12 000 Mark

Kundenzahlung Hardware 10 000 Mark

Kundenzahlung Software in mtl. Raten 26 000 Mark

Kundenzahlung Verarbeitung 144 000 Mark

264 000 Mark

Gesamtmietzahlungen

Miete 1. bis 12. Monat 27 907,20 Mark

Miete 13. bis 48. Monat 101 502, 72 Mark

Mark 129 409, 92 Mark

Zu beachten sind hier noch die ertragssteuerlichen Konsequenzen, die sich aus der vollen Absetzbarkeit der Mietraten ergeben, insbesondere aber auch die Auswirkungen auf die Gewerbesteuer.

*Peter Lange-Hellwig ist Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Rechenzentren (VDRZ) e.V. in Hannover.