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08.07.1983 - 

Kriterien für Business-Grafik-Software:

Hohe Anforderungen an "What-if"-Simulation

Wenn aufgrund einer Vielzahl von (numerischen) Daten Entscheidungen zu fällen sind, ist der Einsatz eines Grafiksystems grundsätzlich sinnvoll. Grafik gestattet das schnelle Erkennen von Trends, Abweichungen und komplexen Zusammenhängen. Zudem ermöglicht sie einen gezielten Einstieg in die Detailanalyse der im konventionellen Listwesen vorhandenen Informationen.

Bei der Implementierung eines Grafiksystems kommt der Auswahl der Hard- und Software herausragende Bedeutung zu. Beide Systemkomponenten bestimmen (wenn auch jeweils in unterschiedlichem Maße) mit ihrem Leistungsvermögen die Schnelligkeit der Grafikherstellung, die Qualität der Grafik sowie die Aktualität der dargestellten Daten und damit letztlich die Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz des grafischen Systems.

Die Anwendung bestimmt die Anforderungen bezüglich Spektrum der Diagrammarten, grafische Qualität und Nutzungsart.

Diagrammarten

Zwei sich gegenseitig ergänzende Wege bieten sich an, um die Diagrammarten zu ermitteln, die seitens der grafischen Software beherrscht werden müssen.

Der erste Weg ist die Analyse der Informationen, die mit Hilfe der zu erstellenden Grafik dem Nutzer mitgeteilt werden sollen. Werden Darstellungen

- von Zeitreihen wie Preisverläufe über die Zeit oder die Entwicklung volkswirtschaftlicher Daten .

- prozentualer Aufteilungen wie die Höhe des Marktanteils eines Produktes

- von organisatorischen Abläufen oder Organisationsstrukturen - oder anderer Sachverhalte benötigt?

Aus dieser Analyse sind die Diagrammarten abzuleiten, die in der betreffenden Anwendung erforderlich sind, um die Daten optimal in eine grafische Darstellung zu transformieren.

Der zweite Weg besteht aus dem Erheben der Darstellungen, die bereits (von Hand) erstellt werden. Dieses Vorgehen ist naturgemäß weniger aufwendig als das oben skizzierte. Es birgt jedoch die Gefahr in sich, daß bestehende Zustände unreflektiert fortgeschrieben werden.

Nach einer Umfrage des Beratungsunternehmens Frost & Sullivan unter US-amerikanischen Anwendern von DV-gestützten Business-Grafik-Systemen gehören rund 80 Prozent aller verwendeten Diagrammarten zu den "klassischen" Darstellungen "Linie", "Balken" und "Kreis".

Kritisch ist jedoch anzumerken, daß diese Aussage vor dem Hintergrund der verwandten grafischen Software zustande kommt, die heute die drei genannten Standarddarstellungen beherrscht. Andere Arten der Darstellung wie Organigramme oder Mapping (Landkartendarstellung) gehören oft noch nicht zum Funktionsumfang.

Des weiteren ist in diesem Zusammenhang die Frage zu klären, inwieweit seitens der Software die Möglichkeit besteht, mehrere Grafiken pro Seite zu generieren.

So ist es bei der Analyse der Programmstruktur eines Unternehmens wenig sinnvoll, nur den Umsatz oder nur den Deckungsbeitrag der einzelnen Produkte darzustellen. Sinnvoller ist eine gemeinsame Darstellung dieser Merkmale - ergänzt um eine grafische Aufbereitung der Kennzahl Deckungsbeitrag zu Umsatz 14.

Eng verbunden mit dieser Problematik ist Softwareunterstützung für, freier Layout:

-Können die Grafiken beliebig angeordnet werden?

- Können Texte frei Plaziert werden?

Die Qualität einer Grafik wird zum einen bestimmt durch die innerhalb des Grafiksystems integrierte Ausgabehardware und zum anderen durch die grafische Software, Wie in anderen Systemen auch determiniert dabei das schwächste Systemelement die Qualität. Es nützt die beste Software nichts wenn als Ausgabegerät für Grafiken einzig und allein ein Matrixdrucker zur Verfügung steht. Bezüglich der Software sind aufgrund des geforderten Qualitätsstandards die benötigten Funktionen festzulegen wie

- farbige Darstellung

- unterschiedliche Schriftarten

- mehrere Alphabete

- variable Liniengestaltung

- verschiedene Schraffuren

- freie Symbolgestaltung Die Erfahrung mit Grafiksystemen

zeigt, daß diese Funktionen in ihrer Bedeutung nicht unterschätzt werden dürfen. Denn auf den Nutzer der Grafik wirkt nicht nur das dargestellte Diagramm, sondern die gesamte Grafik mit ihren Farben und Schriftzügen ein. Dabei kann das kleinste mißlungene Detail zum Ablehnen von Grafik allgemein führen.

Nutzungsart

Im Rahmen der organisatorischen Randbedingungen, in die das Grafiksystem eingebettet werden soll, ist insbesondere die Nutzungsart des Systems zu beachten. Mögliche Nutzungsarten sind

- Ad-hoc-Erstellung von Grafiken für Präsentationszwecke

- Integration in das turnusgemäße Berichtswesen

- grafische Unterstützung interaktiver "What-if "-Simulation

- Erstellen von Papiercharts, Folien oder Dias

Abzuleiten aus der Nutzungsart sind Anforderungen bezüglich:

- Bedienoberfläche

- Zugriff auf Dateien/Datenbanken

- Mathematische Verfahren zur Datenanalyse

- Mehrplatzfähigkeit

- Unterstützung verschiedener Ausgabegeräten

Insbesondere bei den Nutzungsarten "Ad-hoc-Erstellung von Grafiken" und "What-if-Simulation" gilt es, eine Software auszuwählen, die Endbenutzer-orientiert

- möglichst keine (wenig) Programmierung erfordert

- eine komfortable Bedienoberfläche bietet (freies Gestalten, Menütechnik, Interpreter, vorgefertigte Layouts, Defaultprinzip)

- sich anwenderfreundlich bei fehlerhafter Eingabe verhält

- eine Helpfunktion aufweist

- Funktionen auf Tastendruck durchfuhrt (Einbeziehung von Softkeys).

Der Zugriff auf bestehende Datenhaltungen ist von besonderer Wichtigkeit bei der Integration des Grafiksystems in das bestehende Berichtswesen. Anforderungen an die Software sind:

- Definition einer Datenschnittstelle

- Unterstützung seitens der Software beim Datenzugriff

- Keine aufwendigen Bridgeprogramme erforderlich

- Trennung von Applikationsprogrammen und Grafiksystem Im Rahmen der Analyse von Daten stellt sich die Frage, ob von der Grafiksoftware oder von einer Methodendatenbank die entsprechenden Analyseverfahren bereitgestellt werden. Es kann sinnvoll sein, bestimmte einfache Verfahren in der Software zu integrieren, um Schnittstellenprobleme nicht aufkommen zu lassen.

Zu einer effektiven Analyse sollten interaktiv

- Daten schnell "manipuliert" werden können (Löschen, Ändern, Zufügen)

- zumindest die zur Verknüpfung einzelner Datenreihen zur Verfügung stehen

- "einfache" statistische Verfahren wie Mittelwertbildung, Regressions- und Korrelationsmethoden sowie bestimmte Prognoseverfahren zur Verfügung stehen

- die berechneten Parameter ausgegeben werden.

Die Anforderungen an integrierte Analysemethoden treten dann in verstärktem Maße auf, wenn das Grafiksystem zur "What-if"-Simulation benutzt wird.

Mehrplatzfähigkeit

Ob die Grafiksoftware mehrplatzfähig sein muß oder nicht, entscheidet die Fragestellung nach der organisatorischen Einbettung des Grafiksystems. Mehrplatzfähigkeit ist dann erforderlich, wenn mehrere Mitarbeiter jeweils an ihrem Bildschirmgerät Grafiken mit Hilfe eines Softwarepaketes erstellen. Ein Einplatzsystem ist in der Regel ausreichend, wenn, die Grafiken von einer zentral an einem grafischen Arbeitsplatz erzeugt und den Nutzern zur Verfügung gestellt werden.

Um Forderungen nach unterschiedlichen Ausgabemedien und Unabhängigkeit von den Ein- und Ausgabegeräten zu erfüllen, sollte die Software peripherieunabhängig und die erforderlichen Hardwaredriver im Leistungsumfang enthalten sein.

Eine weitere Forderung die in diesem Zusammenhang an die Software gestellt werden muß, ist die Ausnutzung der vorhandenen Intelligenz der peripheren Hardware (Hardware-Shading oder Hardware-generierte Zeichensätze). Dadurch kann eine wesentliche Entlastung des Rechners erreicht werden.

EDV-organisatorische Anforderungen müssen gestellt werden bezüglich:

- der Rechnerkompatibilität (kann die Software auf dem vorhandenen Rechner mit dem mit dem implementierten Betriebssystem laufen?);

- Portabilität (dieser Aspekt ist dann von Bedeutung, wenn innerhalb des Unternehmens das Rechnersystem typ- oder herstellermäßig gewechselt werden soll);

- Performance und Systembelastung (Zum Erstellen einer Grafik sind umfangreiche Rechenoperationen durchzufahren. Die grafische DV ist deshalb im Vergleich zu "normalen" kommerziellen Applikationen rechenintensiver.

Aus diesem Grunde ist es empfehlenswert, im Rahmen einer Probeinstallation Benchmark-Tests in der eigenen Rechnerumgebung durchzuführen. Man erhält dadurch nicht nur Aufschluß über die funktionelle Seite, sondern auch wertvolle Hinweise auf Performance und Systemauslastung).

Allgemeine Anforderungen an grafische Software sind:

- Preis-/Leistungsverhältnis

- Dokumentation

- Schulung

- Wartung

- Installationsservice

- Verbreitungsgrad

Von diesen Kriterien ist naturgemäß das Preis-/Leistungsverhältnis von entscheidender Bedeutung. Zur Ermittlung dieses Verhältnisses sind die entsprechenden Methoden heranzuziehen (die Nutzwertanalyse).

Die Dokumentation hat mehrere Aspekte im Hinblick auf den Nutzer der Software. Zum einen sollte sie in Form einer Kurzfassung dem Anwender einen schnellen Überblick der Systemfunktionen erlauben. Zum anderen empfiehlt sich als Ergänzung ein Anwenderhandbuch mit reichhaltigen Beispielen der Erstellung von Grafiken. Darüber hinaus müssen für die Systeminstallation und -Anpassung die entsprechenden Unterlagen vorhanden sein,

Fragen zur Schulung sind beispielsweise: Findet sie Oberhaupt statt, ist sie kostenpflichtig, welche Dauer hat sie, in welcher Sprache wird sie durchgeführt?

Wartung bedeutet das Beseitigen von Fehlern sowie die Verbesserung von Performance des Systems in Geschwindigkeit und Anwendungsbreite. Welche Bedeutung der Softwarehersteller der Wartung beimißt, kann der Anwender auch dadurch feststellen, ob Fehlerreports vorgesehen sind.

Der Installationsservice ist wichtig für die Einführungsphase. Besteht er allein in der Übergabe der Software oder wird die Installation vom Hersteller durchgeführt?

Der Verarbeitungsgrad (Zahl der Installationen, Referenzen) ist ein Indikator für die Qualität der Software.