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30.06.2000 - 

Befragung zu Vor- und Nachteilen der eigenständigen Erwerbsform

Hohe Arbeitsbelastung schreckt neue Selbständige nicht ab

MÜNCHEN (CW) - Die Selbständigen in der IT- und Multimedia-Branche stehen unter einem hohen Leistungs- und Termindruck, sind aber grundsätzlich als ihr "eigener Boss" zufrieden. Zu diesem Schluss kommt eine Online-Befragung des Institutes Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen.

Die Lebens- und Arbeitssituation der neuen Selbständigen in den Bereichen Informationstechnik und Neue Medien ist vielschichtiger als oft vermutet. Hoher Leistungs- und Termindruck machen ihnen zwar oft Probleme, aber grundsätzlich sind sie mit der Erwerbsform zufrieden. Die Befragung ist Teil des Projektes "Neue Selbständige in der Informationsgesellschaft", mit dem IAT und DGB-Bildungswerk die Interessen, Probleme und Bedürfnisse von neuen Selbständigen identifizieren und geeignete Bildungs- und Beratungsangebote entwickeln und erproben wollen.

Ein Viertel startete 1999 als FreiberuflerDie meisten Befragten gaben an, dass der Weg in die Selbständigkeit große Veränderungen ihrer Lebens- und Arbeitssituation mit sich gebracht hat. Allerdings bereuen nur wenige diesen Schritt. 80 Prozent äußerten sich weitgehend oder vollkommen zufrieden, 92 Prozent der Befragten wollen auch in Zukunft selbständig arbeiten, und nur ein Prozent will in eine abhängige Beschäftigung zurückkehren.

Die hohe Arbeitsbelastung, das schwankende Einkommen und die steuerlichen und juristischen Fragen, mit denen sich die Einzel- und Kleinstunternehmen zu befassen haben, wurden am häufigsten als Problemfelder genannt. 46 Prozent der Befragten schätzen mit 50 oder mehr Stunden ihre wöchentliche Arbeitszeit als eher zu hoch ein, sieben Prozent arbeiten sogar mehr als 70 Stunden in der Woche.

Angesichts des Booms in den Bereichen IT und Multimedia gelang es vielen Existenzgründern tatsächlich, die angestrebten Ziele zu erreichen: Sie konnten interessantere Aufgaben übernehmen, freier über ihre Zeit bestimmen und erzielten ein höheres Einkommen. Den Vorteilen stehen allerdings Klagen über unerwartet hohe organisatorische Anforderungen, Zeitzwänge und neue Abhängigkeiten vom Kunden gegenüber.

Unter den neuen Selbständigen sind erwartungsgemäß viele Startups zu finden. 27 Prozent der Befragten nahmen erst im letzten Jahr die eigenständige Tätigkeit auf. Die Hälfte hat die Grenze von fünf Jahren, die in der Regel für die Startphase angesetzt wird, schon hinter sich. Ihnen ist es offenbar gelungen, sich am Markt zu behaupten. Fast zwei Drittel waren vor der Selbständigkeit abhängig beschäftigt, davon viele in leitenden Positionen. Für fünf Prozent bot die Selbständigkeit einen Weg aus der Arbeitslosigkeit.

Die genannten Tätigkeiten umfassen ein weites Spektrum, das von Dozententätigkeiten und Projekt-Management über Softwareentwicklung, System- und Datenbankverwaltung bis zum Web-Design reicht. Der Schwerpunkt liegt auf unternehmensnahen Dienstleistungen aller Art, vor allem im DV- und Multimediabereich.

Die Mehrzahl der Befragten (57,9 Prozent) beschäftigt keine weiteren Mitarbeiter, häufig wird mit freien Mitarbeitern kooperiert. Für 84 Prozent der vom Gelsenkirchner Institut befragten Freiberufler bedeutet die Selbständigkeit eine Vollzeitbeschäftigung, fast 14 Prozent sind Teilzeit-Selbständige.