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06.03.1998 - 

IT-ArbeitsmarktMittelfristige Krise in den USA

Hohe Kosten für US-Betriebe durch Mangel an IT-Experten

Nach Schätzung des Arbeitsmarktanalytikers und Benchmark-Experten Howard Rubin von der Meta Group könnte der Mangel an IT-Fachkräften in den USA jährlich 15 Milliarden Dollar für höhere Gehälter sowie 500 Milliarden Dollar Einnahmeverluste durch unfertige Informations- systeme kosten. "Das ist sehr realistisch", pflichtet Charles Popper bei. Der Vice-President des IT-Departments beim Pharmakonzern Merck & Co. befürchtet darüber hinaus, daß es keine schnelle Abhilfe gibt.

Zahl der IT-Absolventen geht drastisch zurück

Unternehmen zahlen Headhuntern bis zu 30 Prozent des Jahresgehalts eines DV-Experten. Das entspricht 16500 Dollar beim letztjährigen Durchschnittsgehalt von 55000 Dollar. Um Mitarbeiter zu halten, entstehen zusätzlich Kosten für Gehaltserhöhungen, Prämien und Betriebszulagen. Rubin schätzt, daß ein IT-Spezialist mit einem Jahresgehalt von 55000 Dollar nächstes Jahr etwa 11000 Dollar an Prämien hinzuverdienen wird.

Kosten beziehungsweise Einnahmeausfälle entstehen auch durch Softwareprojekte, die personell unterbesetzt sind oder wegen Personalmangels überhaupt nicht realisiert werden können. Auch versäumte Geschäfte oder unzureichende Bestandsaufnahmen, deren Ursache nicht fertig entwickelte Systeme sind, können Millionen Dollar täglich kosten. Für jeden Dollar eines IT-Expertengehalts kann ein Unternehmen nach Schätzung von Rubin 43 Dollar Einnahmen erwarten. Nach dieser Rechnung könnte ein Unternehmen für jeden IT-Spezialisten, den es einstellen möchte, aber nicht bekommt, 2,4 Millionen Dollar pro Jahr verlieren.

Von 1986 bis 1994 ging die Zahl der Informatikabsolventen an den Universitäten um 43 Prozent zurück. Unternehmen hätten Schwierigkeiten, sich rechtzeitig auf neue Technologien umzustellen. John LaFrance, Industrieexperte des US-Handelsministeriums in Washington, sieht in alledem ein langfristiges Problem. Ein Sonderausschuß wurde eingerichtet, der die Gefährdung für die US-Wirtschaft abfedern soll. Zur Diskussion stehen unter anderem eine Änderung der Einwanderungspolitik sowie Steuererleichterungen für Teilnehmer an IT-Trainingsprogrammen.

Merck und weitere Unternehmen schicken DV-Manager zur Mitarbeiteranwerbung an Colleges. Doch nach Poppers Beobachtung bleiben erfahrene Fachkräfte nur ein paar Jahre im Unternehmen. Die Suche beginne dann erneut. Ein anderes Pharma-Unternehmen, die Smithkline Beecham Corp., Philadelphia, will Mitarbeiter, die dem Unternehmen die nächsten drei Jahre treu bleiben, mit Prämien sowie Aktien belohnen, die bis zu 90 Prozent ihres Grundgehalts ausmachen. IT-Fachkräfte bei der American Life Insurance Company, Houston, erhalten manchmal Gehaltserhöhungen außer der Reihe. Mit dieser Taktik wurde die Fluktuationsrate innerhalb eines Jahres von 20 auf fünf Prozent gesenkt.

Andere Betriebe halten ihr Personal durch zusätzliche betriebliche Vergünstigungen, Gleitzeit sowie "weiche" Prämien wie verbales Lob und spontane Geldprämien.