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24.04.1992 - 

North American Software macht's billiger

Hohe Preise für PC-Software sind nicht zu rechtfertigen

MÜNCHEN (CW) - Die North American Software GmbH (NAS) reduziert die Preise ihrer PC-Programme um bis zu 50 Prozent. Begründet wird die drastische Maßnahme unter anderem damit, daß die Preise angesichts hoher Absatzzahlen im deutschen Softwaremarkt nicht zu rechtfertigen seien und ungewollt illegalem Raubkopieren Vorschub geleistet werde.

Miro Parizek, Geschäftsführer der North American Software GmbH (NAS) und Mitbegründer ihrer US-amerikanischen Muttergesellschaft, sieht die Preisreduzierung in Deutschland auf ein US-ähnliches Preisniveau als notwendigen Schritt: "Wer dies als Hersteller nicht erkennt, wird auf der Verliererseite stehen."

In den letzten Monaten hatten schon Unternehmen wie Microsoft und die von der Gates-Company übernommene Softwareschmiede Fox sowie Borland einschneidende Preisreduzierungen vorgenommen. Jetzt folgt die NAS, welche im übrigen noch den Vorteil hat, außer Übersetzungen der Programme keine eigene Software-Entwicklung zu betreiben und deshalb nur Lizenzgebühren, Marketing und Support auf der Kostenseite registrieren muß.

Der Personal Information Manager "Asksam", ein Volltext-Retrieval-System, das in Deutschland seit der Markteinführung 1988 zu unverändertem Preis zirka 10 000mal verkauft wurde, kostet jetzt 38 Prozent weniger, nämlich 995 Mark. Für die Textverarbeitung "Euroscript" zahlt der Kunde jetzt 695 statt 892 Mark. Für 495 Mark wird der Grafikkonvertierer "Hijaak 2.0" angeboten, was einer Preisreduktion um 22 Prozent entspricht.

Die kleinere Hijaak-Version 1.1 mit dem Zusatzprogramm "Layout" ist für 185 Mark zu haben, genau die Hälfte des bisherigen Preises. Um 48 Prozent wurde der Preis für das 2D-Konstruktionsprogramm "Windows CAD" gesenkt: auf 1040 Mark. Ähnliche Preissenkungen gibt es für die Netzwerkversionen.

Bemerkenswert ist die von NAS-Chef Parizek gegebene Erklärung zur neuen Preispolitik. Der deutsche Markt für PC-Software sei enorm gewachsen, dadurch hätten die Hersteller "eine viel größere Basis, die hohen Entwicklungs- und Support-Kosten umzulegen, wodurch niedrige Preise erst möglich werden. Auch sind die Zeiten vorbei, als in den Aufbau eines neuen Marktes investiert werden mußte".

Es bestehe nicht nur "ein immenses Absatzpotential für Zweit- und Mehrfachinstallationen", vielmehr gebe ein kostengünstiges Angebot noch mehr her. Denn nach Berechnungen der Vereinigung US-amerikanischer Softwarehäuser, BSA, seien pro PC nur 0,7 Programme verkauft worden, was auf eine gewaltige Menge an Raubkopien schließen läßt.

Ein Anwender, der die Softwarepreise in den USA kenne, müsse sich laut Parizek "unwillkürlich fragen, warum sich einige hier in Deutschland eine goldene Nase verdienen wollen". Der NAS-Geschäftsführer skizziert die Konsequenzen: "Viele bestellen entweder preiswerte US-Software oder kopieren illegal." Erst niedrige Preise machten das Raubkopieren unattraktiv, zumal das Risiko, an Virenverseuchte Programme zu geraten, stark zugenommen habe.