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23.07.1982

Hohe Programmierkosten erschweren Einsatz von mobilen Terminals:Spezielle Software zu teuer für Kleine

Bei der Kosten-/Nutzen-Analyse eines mobilen Datenerfassungssystems dürfen nach Meinung von Rolf Katzsch, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Furtwangen, neben den Kosten für die Erstellung der Anwendungsprogramme in den Geräten die Kosten für die Programmierung der Datenfernübertragung (DFÜ) nicht außer acht gelassen werden.

Für die Abwicklung der DFÜ sind zwei Programme notwendig. Das eine muß im Terminal selbst, das andere im empfangenden System realisiert sein. Dabei sind analog der Übertragungscharakteristik zwei Fälle zu unterscheiden.

Es gibt zum einen eine Datenübertragung ohne Rückmeldung des Empfängersystems. Die Übertragung erfolgt hierbei mittels eines Akustikmuffs. Infolgedessen ist nur ein geringer Programmieraufwand im Erfassungsgerät notwendig, da die automatischen Rückmeldungen fehlen. Daten werden zeichenweise bis zum Speicherende gesendet. Der Programmieraufwand steigt nur bei der Ermittlung von Prüfsummen. Auf der Empfangsseite sind bei dieser Übertragungsart meist kostspielige Empfangsgeräte nötig, die Fehler erkennen und deren nachträgliche Korrektur vorbereiten, indem zum Beispiel die Außenstelle zum nochmaligen Senden veranlaßt wird.

Die zweite Art der Datenfernübertragung schließt die Rückmeldung an das Sendegerät mit ein. Die Übermittlung erfolgt über Akustikkoppler oder ein Modem. Dabei kann die empfangende Station den Sendevorgang des Erfassungsterminals zeitlich steuern und bei Fehlern eine Übertragungswiederholung einleiten. Bei dieser Art der Datenübertragung ist direkte Eingabe möglich.

Der Softwareaufwand in der mobilen Datenstation ist hier wesentlich größer als im ersten Fall. Dies kann mit einem automatisierten DFÜ-Ablauf kompensiert werden. Durch den Einsatz von Standard-Leitungsprotokollen läßt sich zwar der Softwareaufwand des Zentralrechners reduzieren, er steigt jedoch für die Handhabung dieser Leitungsprotokolle in der Station erheblich an.

Entwicklungssystem nötig

Für die Programmierung von mobilen Terminals benötigt man ein Entwicklungssystem. Dies kann entweder ein Computer herkömmlichen Bauart oder ein für diese Entwicklung ausgerüsteter Mikrocomputer sein. Das Endprodukt am Entwicklungssystem ist zumeist ein direkt ausführbarer Code für den im Gerät befindlichen Mikroprozessor. Ein interpretierbarer Code verlangsamt bei der meist vorherrschenden CMOS-Technik die Ausführung und erhöht den Speicherbedarf.

Die Anschaffung eines Entwicklungssystems wird sich im allgemeinen nur für große Unternehmen mit hohen Terminalstückzahlen und vielen zu entwickelnden und zu wartenden Anwendungen lohnen, zumal bei den in der kommerziellen Praxis fast ausschließlich auf Universalrechner ausgerichteten Programmierern ein nicht unerheblicher Schulungs- und Einarbeitungsaufwand anfällt.

Bei komplexen Anwendungen für programmierbare Systeme sollte man die Softwareentwicklung deshalb den externen Spezialisten überlassen. Allerdings ergibt sich aus diesem Entwicklungsaufwand, daß sich eine Programmierung für nur wenige Terminals ausschließt, da die Programmierkosten die Preise der Terminals bei weitem übersteigen.

Für Standardanwendungen sind aber auch bereits eine Reihe festprogrammierter, kostengünstiger Lösungen am Markt vorhanden.

Aus der gegenwärtigen Softwareproblematik ergibt sich, daß die Programmierung für programmierbare Erfassungsgeräte derzeit von Großanwendern genutzt werden kann. Für andere Anwender bleibt vorläufig nur der Weg über standardisierte, in gewissen Umfang anpaßbare Softwareprodukte für spezielle Anwendungen.