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04.02.1977

Hohe Zeitgewinne durch, integrierte DV

Für ein eigenes Rechenzentrum zu klein und oft für die Datenverarbeitung

außer Haus zu groß ist ein hoher Anteil der kommunalen Versorgungsbetriebe. In der Brauche wird geschätzt, daß diese Konstellation für etwa 80 Prozent der rund 5000 Unternehmen in der Bundesrepublik gilt. Zu jenen, die eine angemessene Lösung der Datenprobleme mit einem plattenorientierten System aus der mittleren Datentechnik gefunden haben, gehören die Versorgungsbetriebe Seesen/Harz. Das gelang mit einem Programmpaket für Kienzle 6100.

Die DV-Aufgaben hängen mit den Versorgungsleistungen zusammen, die für etwa 8000 Abnehmer in Seesen und Umgebung erbracht werden: Strom-, Gas- und Wasserabrechnung, Finanzbuchhaltung, Auftragsabrechnung, Lohn- und Gehaltsabrechnung. Nur das Wasser gewinnen die Betriebe selbst; Strom beziehen sie von der Hastra und Gas von der Salzgitter-Ferngas. Im Zuge der Abrechnungen ziehen sie im Auftrag der Stadtverwaltung auch die Kanalgebühren ein.

Hausfremd im Stoßgeschäft: Terminkonflikte

Die Konsumentenabrechnung steht unter den DV-Aufgaben an der Spitze. Zum neuen Datensystem führte aber auch die Problematik in der Auftragsabrechnung bei Bau- und Kundendienstleistungen.

In der Verbrauchsabrechnung arbeitete das Unternehmen bis 1972 mit einem Rechenzentrum zusammen. Um den Aufwand zur Kontrolle der DV-Ergebnisse zu verringern und Konflikte mit hausfremden Terminen zu vermeiden, ging man in diesem "Stoßgeschäft" zur eigenen Datenverarbeitung über. Zunächst kam es zur Magnetkonten-Organisation. Hauptsächlich das Handling mit viel zu vielen Konten mitsamt dem Neuerstellungs- und Änderungsaufwand für die Stammdaten setzten dann neue Ziele: Möglichst nur - einmalige Datenerfassung und -eingabe mit Zugriff auf die gleichen Datenbestände in allen geeigneten Programmen,- Abbau der Datenprüfungen und höherer Datendurchsatz.

Nach Erfahrungen mit den wichtigsten Alternativen wurde 1975 ein Kienzle-System 6100 in Betrieb genommen (24 K, Konsole mit Tastatur und Zeilendisplay, 2 Plattenspeicher je 8,24 Mio Bytes 1 Nadeldrucker mit 8000 Zeilen/h bei 144 Schreibstellen/ Zeile). Diese Anlage wird mit dem Konzept . der Trennung zwischen Stammdatenverwaltung und -pflege sowie -den Programmen benutzt, mit denen auf die ständig aktualisierten Datenbestände zugegriffen wird.

Buchung: 70, Pflege: 30

Das größte Arbeitsvolumen entfällt denn auch auf die Erfassung und Abspeicherung der Stammdaten. In der Konsumentenabrechnung beträgt das Verhältnis zwischen reinen Buchungsvorgängen und Dateienpflege 30:70. Die wichtigsten Dateien sind Orts- und Straßenstammdatei, Konsumentenstammdatei Zählerdatei Tarifdatei, Bankstammdatei (für Lastschriften) und eine Statistikdatei. Durch Plausibilitätsprüfungen werden die richtige Tarifeinordnung sowie die Zählerstanddaten in der Datenerfassung gegen Fehler gesichert. Zur Verbrauchsabrechnung dienen rund 20 Programme, die in Form einer Stapelverarbeitung zu zahlreichen Auswertungen führen.

Das System stellt bereits für die Zählerablesung am Jahresschluß Listen bereit, in einer Reihenfolge, die den Ablese-Rundgängen bei den Abnehmern entsprechen. Den in der Liste genannten Daten brauchen nur die neuen Zählerstände zugefügt zu werden. Diese Daten werden in einer Routine für alle Listen mit dem Tastenfeld des Computers erfaßt, wobei das System abermals Prüfungen durchführt. Nach einer Datenprüfung ist es zur Abrechnung bereit. In den Jahresabrechnungen lassen sich heute die in einer Verbrauchsperiode eingetretenen Tarifänderungen und neuen Preise ohne Neuablesung der Zählerstände berücksichtigen: Durch Zeitgewichtung mittels Monatsteiler oder durch Umrechnung des Strom- und Gaseinkaufs, nach Verbrauchsgewohnheiten. Neue Grundpreise werden gesondert ausgewiesen, sofern sie nicht mit dem Zeitpunkt von Arbeitspreisänderungen zusammenfallen. Die Kunden erfahren in jeder Abrechnung außerdem die Höhe der zweimonatlichen Abschlagszahlungen pro Zähler.

Andere Programme liefern Zahlungsträger für den Bankeinzug, Statistiken über den Verbrauch, die Arbeitspreise pro Tarif, die Summen der Grundpreise und die Anzahl der Abnehmer und Zähler (kumulativ). Aus dem Zahlungsverkehr wird das System relativ gering belastet, denn etwa 70 Prozent der Zahlungen erfolgen mittels Lastschriftverfahren.

Für die Auftragsabrechnung werden die Daten ständig in einer Kundenstammdatei, Sachkontenstammdatei, Artikelstammdatei und Baustellenstammdatei aktualisiert. Der letztgenannte Bestand erstreckt sich auch auf die Material- und Lohnaufwendungen pro Baustelle. Zur Erfassung der Bewegungsdaten dienen die von den Meistern kommenden Auftragszettel. Sie beziehen sich in den zu verrechnenden Daten auf Einkaufspreise. Für externe Abrechnungen sorgt dann ein Kontierungsschlüssel während des Programmlaufs für die Bewertung nach Verkaufspreisen. In einer Kostenstellenrechnung für die Betriebsabrechnung benutzt das System zur Einrechnung der Allgemein-Lohnund Materialausgaben innerbetriebliche Zuschlagssätze.

Jahresabrechnung in vier Tagen

Die Auftragsabrechnung ist beispielhaft für den Integrationsgrad des Systems. Durch sie stehen der Datenverarbeitung sämtliche Ausgangsdaten für die FinanzbuchhaItung, Lohn- und Gehaltsabrechnung und Lagerbuchhaltung bereit. Diese Auswertungen lassen sich deshalb automatisch erstellen. Hinzu kommen Baustellenberichte, die Fortschreibung der Materialmengen und -werte, Lagerbewegungslisten mit Bestellvorschlägen und Lagerbestandslisten.

Die Betriebe sehen den Haupteffekt ihres Systems im Zeitgewinn durch automatisierte und integrierte Datenverarbeitung. Mit Magnetkonten dauerte etwa die Erstellung der Jahres-Konsumentenabrechnungen mehrere Wochen, heute nur vier Tage. Auch stehen nunmehr Auswertungen zur Verfügung, die früher wegen des hohen Arbeitsaufwandes nicht erstellt werden konnten. So kann heute beispielsweise das Investitionsvolumen ständig unter Kontrolle gehalten werden, während man sich früher mit einmal jährlicher Überwachung begnügen mußte.