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Polizei und Justiz bekommen Unterstützung:


16.08.1985 - 

Holländische SW-Schützer schlagen zurück

AMSTERDAM (CWN) - Einen großen Coup konnte die niederländische Software Protection Foundation (SBF) landen: Bei einer Polizei-Razzia in den Räumen eines illegalen Unternehmens mit Sitz in Capelle a/d Ijssel wurden jetzt Kundenlisten entdeckt, die 23 niederländische und belgische Software-Distributoren als Abnehmer von "schwarz" erstellten Programmkopien auswiesen.

Besitzer der illegalen Programmschmiede war ein 20jähriger Student, der wegen ähnlicher Vergehen schon des öfteren mit dem Gesetz in Konflikt gekommen war. Besonderes Gewicht, so SBF-Gründer J. van Heerten, bekomme dieser Fall, weil es sich bei den "schwarz" erstellten Kopien um ausgefeilte Business-Software-Pakete handelte und nicht lediglich um Programme für den Home-Markt. Je nach Wunsch konnten die Kunden wählen zwischen Kopien auf ROM, Diskette oder Magnetbandkassette.

Nach Aussage der SBF beliefen sich die durch Schwarzmarkt-Produkte verursachten Verluste der niederländischen Software-Anbieter 1984 auf sechs Millionen Dollar. Weitaus höher, nämlich auf 15 Millionen Dollar, setzt die Vifka, eine Vereinigung holländischer Importeure und Hersteller von Office-Equipment, die vergleichbaren Zahlen an.

Weltweit, so ergaben die Untersuchungen der beiden Organisationen, beläuft sich der durch Software-Piraterie entstandene Schaden auf jährlich eine Milliarde Dollar. Dem standen 1983 Verkäufe im Wert von 17 Milliarden Dollar gegenüber, die sich bis 1987 auf 55 Milliarden Dollar erhöhen sollen.

Wie hier Abhilfe zu schaffen sei, wollte die Vifka in einer weiteren Studie herausfinden. Die befragten Mitglieder der Vereinigung erklärten übereinstimmend, eine strikte Gesetzgebung stelle den besten Schutz gegen Software-Piraterie dar. Etwa 82 Prozent der Interviewten sagten gleichzeitig aus, sie hätten von illegalen Kopieraktivitäten in ihren Unternehmen nichts gewußt. Daß im Zweifelsfalle immer die Polizei zu informieren ist, war, so das Ergebnis der Befragung, auch nicht bis zu allen Mitarbeitern vorgedrungen.

Wenig Vertrauen in die Justiz haben offenbar die Software-Anbieter. Ihrer Ansicht nach läßt sich ein wirksamer Schutz nur mit technischen Mitteln gewährleisten; die Kosten dafür müsse der Endbenutzer tragen.

Ziel der SBF ist es, das Problem der Software-Piraterie allgemein publik zu machen und möglichst viele Delikte zu klären. Die Organisation fördert auch den Informations- und Technologieaustausch, um neue Wege zu finden, wie sich Software gegen illegalen Zugriff effektiv schützen läßt. Ferner steht die Vereinigung in engem Kontakt mit dem niederländischen Justizministerium; sie koordiniert Polizei-Razzien und leistet bei der Gesetzgebung Hilfestellung.