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03.04.1980 - 

Datenbankprobleme waren bei Keller & Co., Hanau, ausschlaggebend:

Honeywell Bull 64/DPS-4 verdrängt IBM 4331

HANAU - Weil sich die seit September 1979 installierte 4331 "nicht in allen Punkten als ausreichend" erwies, ersetzte jetzt der Hanauer Juwelenschmuckhersteller Keller & Co., seit rund zwanzig Jahren IBM-Kunde, seine Anlage durch eine 64/DPS-4 von Honeywell Bull.

Nach der Übernahme der Uhren-Christ-Filialen vor rund zwei Jahren arbeitete Keller & Co. aus organisatorischen Gründen mit zwei parallel geführten Datenbeständen auf einer IBM 370/ 125-2 mit 512 KB. Bereits Anfang letzten Jahres wurde die Zusammenführung beider Dateikreise in einer Datenbank diskutiert. Etwa zum gleichen Zeitpunkt machten sich Kapazitätsprobleme bemerkbar, so daß sich das Management zum Kauf einer 4331 mit 1 MB entschied. "Die Anschaffung der Maschine war für uns die kurzfristig beste Lösung, preisgünstig mehr Kapazität zu bekommen", erklärt Keller-DV-Chef Horst Zylla. Außerdem sei es relativ einfach, dieses System abzustoßen.

Obwohl sich die Hanauer bereits im Sommer 1979 für das Honeywell Bull-System 64/DPS-4 interessiert hatten, wurde eine Entscheidung herausgezögert: Die Position des DV-Chefs sei vor seinem Eintritt "nur aushilfsweise besetzt" gewesen, deutet Zylla an. "Zu dieser Zeit sind von vielen Seiten wesentliche Dinge versäumt worden." Auch Beratungs-fehler der IBM mag Zylla im Nachhinein nicht ausschließen. Der DV-Leiter läßt durchblicken, daß eine Entscheidung für die Datenbank schon wesentlich früher hätte fallen müssen.

Nach Installation der 4331 im September bekam die Hanauer DV-Crew "Schwierigkeiten mit den Standard-Software-Paketen in Verbindung mit DOS/ VSE". Zylla: "Die Software-Häuser hatten sich noch nicht auf DOS/VSE eingestellt."

Mit der Zeit stellte sich heraus, daß das anstehende Problem Datenbank-P mit der 4331 nicht gelöst werden konnte.

"Wir haben bei unserem Entschluß für das Honeywell-System nicht nur die reine Hardware verglichen, sondern ausschlaggebend war letztendlich das Datenbanksystem lDS II", kommentiert Zylla. An den IBM-DB-Sytemen bemängelte er vor allem einen "außerordentlich hohen Personalaufwand".

Deutschlands erster 4331-Anwender, Hans Slatosch, DV-Chef bei der Paul Hartmann AG in Heidenheim, fährt hingegen die DL/1-Datenbank "völlig unproblematisch" auf seiner Anlage. Auch bei Hartmann war vor der 4331 eine 370/ 125-2 im Einsatz. Sowohl bei der Software als auch bei der Installation der Maschine habe es zwar anfänglich "einige unerfreuliche Dinge" gegeben. Dies sei jedoch nicht so entscheidend gewesen, daß es zum Rausschmiß der Maschine hätte führen können. Der Heidenheimer spekuliert: "Entweder hat das Keller-Management entscheidende Fehler gemacht oder es hat, aus welchen Gründen auch immer, dicken Ärger mit IBM gegeben."