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02.10.1987 - 

US-Anwender müssen künftig auf GCOS 4-Rechner verzichten:

Honeywell Bull strafft Amerika-Geschäft

Ende März 1987 wurde die Honeywell Bull Inc. mit Sitz in Minneapolis von ihren Anteilseignern Bull SA, Honeywell Inc. und NEC Corp. offiziell ins Leben gerufen. Jetzt denken die Unternehmensverantwortlichen daran, innerhalb der kommenden drei bis sechs Monate überschüssige Produktionskapazitäten und Personal in den USA abzubauen. Dies gab der President und Chief Executive Officer der neuen Gesellschaft, Jerome Meyer, auf einem Treffen der "North American Honeywell Users Group" (NAHU) unlängst bekannt.

Meyer wörtlich: "Wir müssen unsere Produktionskapazitäten in den Griff bekommen. Allein in den USA ist das derzeitige Volumen höher, als in den kommenden fünf Jahren benötigt wird." Wie viele Werke in den Vereinigten Staaten geschlossen und wie viele Mitarbeiter davon betroffen sein werden, wollte Meyer indes noch nicht sagen. Derzeit beschäftigt die Honeywell Bull Inc. insgesamt 20 000 Mitarbeiter.

Verstärkter US-Vertrieb der DPS-7000-Modelle

Wesentlich mehr hat die Besucher des NAHU-Meetings indes die Ankündigung überrascht, die in Italien gefertigten 62-Rechner sowie die Nachfolgemodelle DPS 4 aus Rationalisierungsgründen vom US-Markt zu nehmen. Dazu erklärte Jerome Meyer: "Die Anwenderzahl dieser älteren Rechner ist hierzulande sehr klein." Gerade 200 Systeme 62 sind im Einsatz und von der DPS 4 sind gar nur 55 Gerate installiert.

In Europa hingegen, so ein offizielles Statement aus Paris, sind nahezu 5000 Systeme der auf dem Betriebssystem GCOS 4 basierenden Rechner im Einsatz. Da Bull mit den Nachfolgemodellen DPS 4000 vor allem den Mittelstand in Europa verstärkt angehen will, wird die GCOS 4-Produktlinie für die europäischen Anwender weitergeführt und weiterentwickelt werden. Dazu ist in Frankreich die Gründung einer eigenen Organisationseinheit geplant.

Nicht beabsichtigt hingegen war, so die Aussage der Gruppe Bull, aufgrund der wenigen GCOS 4-US-Anwender das System DPS 4000 in den amerikanischen Markt einzuführen. Vielmehr wolle man den Vertrieb auf die Bull DPS 7000-Systeme konzentrieren. Damit sind die amerikanischen GCOS 4-User die Leidtragenden dieser Strategie. Sie sollen jetzt nämlich auf eben diese Maschinen mit dem Betriebssystem GCOS 7 umsteigen. Erste Reaktion eines betroffenen Anwenders: "Für mich ist das ein Schock. Man zwingt uns zu einer Umstellung."

Die Rechner der Serie DPS 7000 werden in Frankreich entwickelt und produziert und sollen im nächsten Jahr auf den amerikanischen Markt kommen. Von ihrem Leistungsvermögen her sind sie in die 4300-Welt von IBM einzustufen. Der stärkste Rechner, die DPS 7000 Modell 50, ist vergleichbar mit der IBM 4381.

Mit dieser Maßnahme setzt der französische DV-Multi Bull seine Absicht in die Tat um, seine Rechner verstärkt in den USA "an den User zu bringen". Dies wiederum stößt bei den US-Benutzern keineswegs auf helle Begeisterung. Im Gegenteil: Derzeit scheint in Honeywell-User-Kreisen die Angst zu wachsen, die Franzosen könnten 1988 tatsächlich ihre Beteiligung an der Honeywell Bull Inc. auf mehr als 60 (derzeit 42,5) Prozent aufstocken. Die amerikanischen Benutzer befürchten, daß es durch den höheren Bull-Einfluß zu einer Verschlechterung des Informationsflusses kommt, was neue Produkte angeht.

Bekräftigt David Adkins, DV-Chef bei Placer County: "Schon immer waren wir hinter den Europäern zurück, wenn es darum ging, etwas über neue Produkte zu erfahren." Während sich die europäischen User untereinander verständigen würden, so Roland De Conihout, President der Europäischen Honeywell Users Group, erhielten die Amerikaner die

Informationen erst wesentlich später.

Durch den wachsenden Einfluß der französischen Bull auf die Honeywell-Strategie müßten deshalb die US-Anwender jetzt verstärkt mit den Europäern in Kontakt treten.