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24.10.1975

Honeywell übernimmt das Xerox-Computergeschäff

MINNEAPOLIS - Knapp 3 Monate nachdem die Xerox-Corp. bekanntgab, aus dem Computergeschäft auszusteigen, wurde im Headquarter der Honeywell Inc. vereinbart, daß Honeywell Information-Systems "die Betreuung der Xerox-Computerkunden übernehmen und die, Unterstützung auf den Gebieten des Marketing, des Vertriebs und der Systemwartung fortsetzen" wird. Vorbehaltlich weiterer Detail-Regelungen soll das Abkommen am 1. Januar 76 in Kraft treten. Zuvor warem Xerox-Verhandlungen mit der Univac Division der Sperry Rand Corp. gescheitert.

Xerox wird noch im Jahre 1976 technische Verbesserungen der Hardware und Software und die Produktion in El Segundo, Kalifornien, weiterführen, um danach aus dem Mainframe-Geschäft endgültig auszusteigen.

Alles umsonst, aber geteilte Einnahmen

Allerdings sind von der Übereinkunft ausgenommen: die Produktion und der Vertrieb von Magnetplatteneinheiten, Zeilendruckern und Terminals der Xerox-Tochter Diabolo Systems Inc., ferner auch die xerografischen Hochleistungsdrucker für EDV-Großsysteme.

Xerox wird auch weiterhin Eigentümer der vermieteten Computer bleiben. Honeywell leistet an Xerox keine Zahlungen, jedoch sollen alle Einnahmen aus laufenden Mietverträgen, Wartungsverträgen sowie aus den von Honeywell getätigten Verkäufen von Xerox-Computern geteilt werden. Verinutlich übernimmt Honeywell in den USA und in Übersee einen Teil des Xerox-EDV-Personals.

Honeywell - so die offizielle Verlautbarung - sieht in der Transaktion "einen Umsatz- und Ertragszuwachs sowie eine Ausweitung des Kundenstamms". Die Xerox Data Systems, 1969 für spektakuläre 910 Millionen Dollar von der Scientific Data Corp. übernommen, machte 1974 weltweit 70 Millionen Dollar Umsatz (zwei Prozent des Xerox-Gesamtumsatzes), was einem Marktanteil von 0,5 Prozent entspricht. Die Xerox-Verluste im Computergeschäft werden für 1975 auf 40 Millionen Dollar geschätzt.

In Europa kommen auf die Honeywell-Bull-Gesellschaft nach der Fusion mit der CII nunmehr weitere Integrationsprobleme zu. HB-Verkäufer werden sich fragen müssen, ob sie nun Serie 60, Iris-Computer oder Xerox-Rechner den Kunden anbieten sollen.

Andererseits steht außer Frage, daß sich für Univac die Übernahme des RCA-Kundenstammes durchaus ausgezahlt hat, denn es gelang zumeist, die RCA-Kunden auf Univac-Systeme "upzugraden" - wie das im Vertriebsjargon so heißt. Eine Herausforderung an den Honeywell-Vertrieb.