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17.01.1986 - 

Auch europäische Kunden von strategischem Entschluß betroffen:

Honeywell will Multics-Support stoppen

FRAMINGHAM/PARIS (CWN) - Einige langfristig angelegte Multics-Projekte will jetzt der amerikanische Hersteller Honeywell sterben lassen. Von den Folgen dieser strategischen Entscheidung ist auch die französische Groupe Bull als europäischer Hauptdistributor des US-Anbieters betroffen.

Begründet wird der Entschluß, nicht länger an dem Betriebssystem festzuhalten, mit der mangelnden Popularität des Produkts: Mit einem Anwachsen der Benutzerbasis sei nicht zu rechnen, folglich zahle es sich nicht aus, Multics auch weiterhin anzubieten. Honeywell wird eigener Aussage nach versuchen, den Usern die Migration zu einer neuen Produktlinie zu ermöglichen, die noch 1986 angekündigt werden soll.

Die Kunden allerdings stehen dieser Versprechung ihres Herstellers eher skeptisch gegenüber: Hohe Migrationskosten und generelle Vorbehalte gegen die Multics-Politik von Honeywell sind die hauptsächlichen Kritikpunkte der DV-Praktiker.

Wie der Migrationspfad im einzelnen aussehen soll, läßt sich ebenfalls noch nicht genau absehen. Mit klärenden Informationen ist erst nach Ankündigung des 32-Bit-Systems zu rechnen, das die 36-Bit-Architektur von Multics ablösen soll. Fest steht allerdings schon heute, daß Großkunden, die bereits jetzt ihre CPU-Kapazität bis zur Grenze ausgereizt haben, mit dem neuen System erst recht nicht auskommen werden.

Die Entscheidung der amerikanischen Honeywell, schrittweise den Support für Multics zurückzuziehen, belastet offenbar jetzt auch das Verhältnis zur französischen Groupe Bull. In Frankreich wurden bisher 26 Systeme installiert, meist im universitären Bereich, in Forschungsinstituten und regierungsnahen Stellen. Die Meinung der Bull-Kunden westlich des Rheins faßt Alain Buis, Präsident der französischen Multics User Group, zusammen: "Die Entscheidung von Honeywell und folglich auch von Bull ist nicht akzeptabel. Wir fühlen uns ein bißchen verlassen."