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17.01.1992 - 

Schwerpunkt liegt bei Meß- und Regeltechnik

Honeywell wird häufig in die falsche Schublade gesteckt

Honeywell wird von vielen Anlegern immer noch mit der DV-Industrie in Verbindung gebracht. Mit dem Verkauf von 57,5 Prozent der Honeywell Information Systems (HIS) im März 1987 begann der Wandel der Unternehmensausrichtung. 1990 gab die US-Gesellschaft alle verbliebenen Interessen am US-Joint-venture mit Bull an die Franzosen ab. Spätestens seit diesem Zeitpunkt ist Honeywell ein Unternehmen mit dem Schwerpunkt Meß- und Regeltechnik.

Weitere Mißverständnisse begleiten die Einschätzung der Honeywell-Aktie durch die Börsianer. So wird das Unternehmen aus Minneapolis häufig als Rüstungswert eingestuft. Zwar werden 30 Prozent des Umsatzes mit Meß- und Regeltechnik im Bereich Luft- und Raumfahrt bestritten, der Anteil der Rüstungsproduktion am Gesamtumsatz wurde seit 1988 jedoch von 45 auf zwölf Prozent reduziert.

Ein weiterer Schwerpunkt der Meß- und Regeltechnik liegt im Bereich der Gebäudetechnik. Hier werden 35 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet. Dabei konnte der Umsatzanteil, der im Neubau erzielt wird, seit Anfang der 80er Jahre von 25 auf sieben Prozent des Gesamtumsatzes reduziert werden. Somit läßt sich die niedrige Börsenbewertung von Honeywell auch nicht mit dem Argument erklären, es handele sich um einen konjunkturzyklischen Bau-Nebenwert.

Mit insgesamt über sechs Milliarden Dollar Umsatz gehört das Unternehmen aus Minneapolis zu den Weltmarktführern der Meß- und Regeltechnik. In den Bereichen Überwachungs- und Steuerungssysteme für die erdölverarbeitende und chemische Industrie behauptet Honeywell eine unangefochtene führende Stellung. Bestrebungen zur Luftreinhaltung werden wachsen und das operative Geschäft des Konzerns unterstützen.

Trotz des Kursanstiegs von 60 auf 70 Dollar seit Mitte Dezember ist die Honeywell-Aktie eine zyklische Sünde wert, lohnt also den Kauf, obwohl die Kurse in Wallstreet schon kräftig geklettert sind. Aber: Im Präsidenten-Wahljahr 1992 wird Wallstreet heftig schwanken. Ein Rückschlag sollte deshalb auch bei Honeywell einkalkuliert werden. Kauforders sollte man also bei 65 Dollar limitieren.

*Arnd Wolpers ist Geschäftsführer der Vermögensverwaltungsgesellschaft CMW GmbH in München.