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26.04.1996 - 

Forrester-Studie entspricht laut SAP nicht der Wahrheit

Hopp erteilt Spekulationen um inkompatibles R/4 eine Absage

Folgerichtig empfahlen die Analysten den SAP-Kunden, ihre R/3- Anwendungen bereits heute zu isolieren und wie Altlasten zu behandeln, denn eine Abloesung werde bald unumgaenglich. Das auf einem objektbasierten, verteilten Design beruhende Nachfolgeprodukt komme spaetestens 1999 auf den Markt. Hopp trat dieser Prophezeiung energisch entgegen: "Die Entwicklung eines inkompatiblen R/4 wuerde den Softwarespezialisten SAP ins Abseits stellen."

Die Architektur des R/3-Systems sei modern und tragfaehig, Investitionen in das Paket lohnten sich langfristig. SAP werde es weit ueber das Jahr 2001 hinaus evolutionaer weiterentwickeln und mit zusaetzlichen Anwendungen fuer das Internet versehen, die auch von Partnern stammen koennen. Diese Loesungen sollen zwar separat eingesetzt werden, aber kompatibel zu R/3 sein. Mit einem Forschungs- und Entwicklungsetat von drei Milliarden Mark, die in den naechsten fuenf Jahren ausgegeben werden sollen, sei man bestens praepariert.

Die Diskussion um die Zukunft von R/3 zeigt das Dilemma, in dem sich die Walldorfer derzeit befinden: Wuerde der Boersenliebling eingestehen, dass er an einem Nachfolgeprodukt arbeitet, entstuenden nicht nur Irritationen bei den Kunden, die sich in der kostspieligen R/3-Einfuehrungsphase befinden.

Als One-Product-Company ist SAP sehr empfindlich

Die Nachfrage insgesamt wuerde wohl sinken - fuer eine One-Product- Company wie SAP ein gefaehrliches Szenario. Als Warnsignal interpretierten die Walldorfer denn auch die Reaktion der Finanzmaerkte auf die Forrester-Prognose: Die Anleger fuerchten offenkundig einen Rueckgang im R/3-Geschaeft, sollte die SAP ein voellig neu konzipiertes Nachfolgeprodukt entwickeln.

Kuendigt die SAP dagegen - wie geschehen - an, es werde kein R/4 geben, zweifeln Insider an der Glaubwuerdigkeit des Unternehmens. Es sei unvorstellbar, so argumentieren die Marktforscher von Forrester Research, dass der in der proprietaeren 4GL "Abap/4" geschriebene Monolith R/3 sukzessive zu einer Internet-faehigen, objektbasierten Applikationsumgebung weiterentwickelt werden koenne.

Das Zauberwort, mit dem die Walldorfer Kunden und Aktionaere nun beruhigen wollen, heisst "Evolution": SAP will es ermoeglichen, im R/3-Umfeld Transaktionen ueber das Internet abzuwickeln und nach und nach auch betriebswirtschaftliche Funktionen ins Netz der Netze verlagern.

Vorstandsmitglied Henning Kagermann fuehrte vor der Presse aus, dass die SAP Moeglichkeiten schaffen werde, jede R/3-Transaktion ueber das World Wide Web (WWW) anzusprechen. Man beginne damit, Statusabfragen im Logistikbereich oder im Rechnungs- und Finanzwesen zu ermoeglichen. Laut Kagermann sind WWW und unternehmensweite Intranets kein Substitut, sondern eine sinnvolle Ergaenzung zum Softwarepaket R/3. Dennoch schliesst SAP die Verlagerung betriebswirtschaftlicher Funktionen ins Internet nicht aus.

Irritationen an der Boerse begegnete Vorstandssprecher Hopp mit einer vorzeitigen Veroeffentlichung der Ergebnisse vom ersten Quartal 1996. Danach stieg der Umsatz um 40 Prozent auf 690 Millionen Mark, der Gewinn vor Steuern schnellte gar um 62 Prozent von 72 Millionen (1995) auf 117 Millionen Mark in die Hoehe. Bezueglich des zu erwartenden Jahresergebnisses meinte Hopp, die von Analysten prognostizierte 50prozentige Ergebnissteigerung sei unrealistisch, man werde um rund 40 Prozent zulegen.