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12.04.2002 - 

Legacy/Neues Abfragesystem bei der Rheinland Versicherungs AG

Host für Außendienst online verfügbar

Host-Anwendungen sichern zwar geschäftskritische Prozesse, entsprechen aber nicht heutigen Arbeitsumgebungen. Dass sich Altsysteme und moderne Technologien effizient verbinden lassen, zeigt die Rheinland Versicherungs AG in Neuss. Deren Web-orientiertes Informationssystem unterstützt den Außendienst bei Online-Abfragen. Von Erich Pfeifer*

"Was macht denn mein neuer Vertrag?", fragt der Kunde von Heiko Klotz. Beide sitzen im Büro des Versicherungsagenten und sprechen über die geplante Änderung der Pkw-Versicherung von Voll- auf Teilkasko.

Früher musste Heiko Klotz bei solchen Anfragen in der Hauptverwaltung der Rheinland Versicherungs AG anrufen. Jetzt kann er die Daten schnell und bequem per Internet abfragen. Dazu muss er nur seinen Laptop an die Telefondose anschließen und die TCP/IP-Routine starten. "Beim Kunden könnte ich das praktisch auch so machen", erklärt Agenturinhaber Klotz.

Möglich macht das ein Web-basierendes Informationssystem namens E-Questor, das bei der Rheinland Versicherungs AG seit September 2001 operativ arbeitet. Es verbindet die alte Welt, sprich den IBM-Host 3270 und die mit ihm verbundenen Anwendungen, mit der neuen Welt des Internet und modernen Systemen auf Grundlage von Oracle-Datenbanken. Alle Daten, unabhängig von der jeweiligen Anwendung oder Datenquelle, werden per Browser auf einer einheitlichen Oberfläche präsentiert.

"Damit kann ich alle nötigen Informationen für den Außendienst abrufen", freut sich Klotz. Und damit meint er nicht nur die üblichen Vertragsdaten eines Kunden, sondern auch die gesamte Korrespondenz wie die Abmeldebescheinigung vom Kfz-Amt und den aktuellen Kontostand. "Gerade im Kfz-Bereich ist die Online-Abfrage günstig, weil sich da relativ viel ändert und wir häufig nachfragen müssen", so der Inhaber der 3V Finanzmanagement GmbH.

Mit E-Questor erspart er sich und seinen vier Mitarbeitern die telefonischen Nachfragen in den jeweiligen Fachbereichen. "Das sind vier bis sechs Stunden Zeitgewinn pro Woche für uns", erklärt er.

Die Rheinland Versicherungs AG aus Neuss versichert seit mehr als 120 Jahren Privat- und Gewerbekunden. Der Ursprung liegt in der 1880 gegründeten Feuerversicherungs-Gesellschaft. Heute steht das mittelständische Unternehmen für ein breites Produktangebot, gehört zu den Marktführern im Bereich des umweltorientieren Versicherungsschutzes und betreut rund 500000 Versicherungsnehmer in ganz Deutschland. Ein flächendeckendes Netz aus 300 Rheinland-Agenturen und 800 Maklern und Mehrfachagenturen sichert die Beratung vor Ort.

Für diese Außendienstmitarbeiter suchte die Rheinland Versicherungs AG nach einer geeigneten Softwarelösung, um ihnen einen direkten und aktuellen Zugriff auf die Vertragsdaten ihrer Kunden zu ermöglichen.

Sie soll das bisherige System "Rita" ergänzen, das die angeschlossenen Agenturen und Makler einsetzen. Dazu laden sie einmal pro Woche die Bestandsdaten per ISDN auf ihren Rechner und arbeiten danach offline.

Wie in vielen Unternehmen wuchs die Menge der zu verarbeitenden Datenverarbeitung im Lauf der Zeit, so dass sowohl klassische Host-Anwendungen als auch moderne Client-Server-Lösungen im Einsatz sind. All diese verschiedenen Datenhaltungssysteme müssen in die neue Lösung integriert und über ein einheitliches Frontend abrufbar sein. Dabei soll die Anwenderoberfläche grafisch ansprechend gestaltet und intuitiv zu bedienen sein.

Ein passendes Konzept mit Drei-Schicht-Architektur lieferte das Beratungshaus Mak Data System Kiel GmbH, das bereits früher für die Neusser tätig war. Das Auskunftssystem erhielt den Namen "E-Questor" mit E für E-Commerce und Questor von Question.

Commerce und QuestionDie Datenbasis bilden ein S/390-Großrechner mit diversen Cics-Transaktionen sowie ein Unix-Rechner mit Oracle-Datenbanken und der C/S-Bestandsführung "Icis", der in diesem Jahr auf S/390 unter Linux migriert wird. Die Anzeige erfolgt über einen handelsüblichen Browser mit dynamisch erzeugten HTML-Seiten.

Das eigentliche Kernstück des Systems ist die Transaktionssteuerung, die über zwei Server läuft. Ein "Internet Information Server" (IIS) von Microsoft übernimmt die Anzeige der Active Server Pages (ASP), über die auch der Zugriff auf die Oracle Datenbank erfolgt.

Die Steuerung der Großrechneranwendungen übernimmt der Applinx-Server von Sabratec Inc. Damit lassen sich Altsysteme mit modernen Technologien wie dem Internet verbinden, ohne dass die Anwendungen an sich verändert werden müssen.

Die einzelnen Seiten können eins zu eins ohne Entwicklungs- oder Konfigurationsaufwand on-the-fly angezeigt werden. Dazu kommen die gängigen Internettechnologien zum Einsatz wie HTML, ASP, JSP, Java, WML oder XML. Weiter lassen sich die Seiten mit einem Composer generieren, um sie mit besonderen Funktionen oder Designs zu versehen. Die Administration, Verwaltung und Entwicklung erfolgt Server-gestützt über eine Bedienungskonsole.

"Mit Applinx hatten wir das richtige Tool", betont Nicola Reichartz aus dem Entwicklungsteam Methoden & Tools im IT-Bereich der Rheinland Versicherungen. Die DV-Kauffrau setzte die Lösung gemeinsam mit ihrem Kollegen Thomas Mingers in einem knappen halben Jahr um. Das IT-Beratungshaus, das dieses Tool exklusiv in Deutschland vertreibt, übernahm das Consulting und Coaching. "Internet war für uns absolutes Neuland", erinnert sich Reichartz, "doch durch das intensive Training kamen wir schnell ins Thema rein." Mittlerweile betreuen sie und weitere Kollegen das System allein und entwickeln es weiter.

Bei E-Questor ist jede Active Server Page mit dem Applinx Server über ein zentrales Modul verknüpft. Darin lassen sich Navigationspfade anlegen, damit bei der Suchanfrage nicht die einzelnen Großrechnermasken der CICS-Transaktion angezeigt werden.

Vielmehr speichert Applinx die Teilinformationen aus den verschiedenen Systemen und setzt sie wie ein Puzzle zusammen. Da die Software die Berechtigungskonzepte der Backoffice-Systeme nutzt, sind nur die für den Nutzer freigegebenen Daten aufrufbar. Wenn die Abfrage dann komplettiert ist, beginnt die ASP-Seite mit der Anzeige der Daten.

Ohne AnwendungsmaskenSo sieht der Anwender sofort alle gesuchten Informationen, ohne sich durch diverse Anwendungsmasken klicken zu müssen. Das weiß besonders Heiko Klotz zu schätzen, der bereits Bekanntschaft mit den Host-Systemen gemacht hat. "Das ist was für Experten, um Verträge anzulegen und zu pflegen, aber nichts für uns im Außendienst", stöhnt er. Umso mehr freut er sich über die einfache und kompakte Darstellung des neuen Informationssystems.

Klotz gehört zu einem kleinen Kreis von Pilot-Anwendern, die erste Praxiserfahrungen sammeln konnten. Die Resonanz ist durchweg positiv, so dass die Anforderungen der Tester bereits in die Weiterentwicklung einfließen konnten. Als Beispiele nennt er die Abfrage der Selbstregulierungsgrenze bei Kfz-Unfällen sowie eine komfortable Druckfunktion. "Denn trotz E-Questor und Internet gibt es noch viele, gerade ältere Kunden, die lieber ein Stück Papier in der Hand halten als auf den Bildschirm zu schauen", erklärt der Agenturinhaber.

Für die Rheinland Versicherungen hat sich die Einführung des Systems gelohnt, wie die mittlerweile 60 angeschlossenen Agenturen zeigen. Die telefonischen Nachfragen reduzierten sich deutlich und entlasten sowohl die angeschlossenen Partner als auch die Kollegen im Innendienst. Die Versicherung plant, das System sukzessive auf die rund 300 Agenturen auszuweiten. Mitte 2002 sollen dann mehrere hundert Nutzer im Außendienst mit E-Questor arbeiten. (bi)

*Erich Pfeifer ist Bereichsleiter IT und Geschäftsführer der Online GmbH bei der Rheinland Versicherungs AG in Neuss.

AngeklicktKlassische Host-Anwendungen und moderne Client-Server-Lösungen galt es in der Rheinland Versicherungs AG zu einer neuen Lösung zu integrieren. Die unterschiedlichen Datenhaltungssysteme sollten über eine einheitliche, grafisch ansprechende und intuitiv zu bedienende Oberfläche abrufbar sein. Das neue Auskunftsystem erhielt den Namen E-Questor

Das SystemDatenbasis: Host VSE/ESA, Version 2.3, und Cics, Version 2.3.0, sowie Oracle- Datenbank Version 7.3.4. und 8.1.7.

Netzinfrastruktur: TCP/IP, Version 1.3.0, und SQL.Net, Version 8.0.5.

Server: Windows 2000 Server und Applinx Server, Version 2.3.0, Internet Information Server 5.0, Active Server Pages mit HTML, VB Script, Javascript und XML.

Client: Internet Explorer, Version 5.5, und Netscape Communicator, Version 4.7.