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27.04.1995

Hotline informiert ueber Software-Organisation Erfahrungen des VSI sprechen fuer beachtliches Sparpotential

Eine Art Hotline hat der Verband der Softwareindustrie Deutschlands e.V. (VSI) in Muenchen eingerichtet. Johannes Krueger, Geschaeftsfuehrer des Vereins, schildert im folgenden, warum und mit welchem Ziel der VSI um Auskuenfte gebeten wird.

VSI-Mitglieder hatten die Erfahrung gemacht, dass auf der einen Seite vielen Unternehmen die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz von Software und das damit verbundene rechtliche Risiko der Nichtbeachtung nicht bekannt sind, auf der anderen Seite aber auch das betraechtliche Sparpotential, das in der richtigen Organisation des Software-Einsatzes liegen kann, unbeachtet bleibt. Davon ausgehend, richtete der VSI seine Software-Management-Line ein. Ueber diesen Hotline-Service kann der Anrufer Informationen ueber das Urheberrechtsgesetz abrufen. Ausserdem koennen verschiedene Hilfsmittel bestellt werden, darunter ein "Ratgeber", "Tips", ein Video oder auch eine Referenzliste mit den "VSI-Partner- Consultants".

Zwar haben die meisten Anrufer von dem Schutz der Softwareprodukte durch das Urheberrechtsgesetz gehoert und wissen auch zum Teil ueber dessen Bestimmungen in einem gewissen Umfang Bescheid. Dennoch besteht ueber viele Fragen etwa zu den Themen "Reverse Home-Use" oder "Over-Use im Netzwerk" Unsicherheit. Ein wichtiger Punkt bei den Anfragen sind auch immer wieder Art und Ausmass der Verantwortlichkeit der DV-Leiter fuer den einzelnen Mitarbeiter.

Drei Arten von Anrufern

Die Anrufe lassen sich im wesentlichen in drei Kategorien unterteilen:

- Es melden sich fachlich sehr qualifizierte Unternehmensmitarbeiter, die sich sicher schon seit geraumer Zeit mit dem Software-Einsatz und auch mit den verschiedenen Lizenzbestimmungen beschaeftigen. Sie verfuegen ueber betraechtliche Kenntnisse und rufen ganz spezielle Informationen rechtlicher oder auch technischer Art ab.

Die Beantwortung der technischen Fragen ist dem VSI allerdings nicht immer moeglich, da sie manchmal zu individuell sind und besondere technische Kenntnisse voraussetzen. Solche Anrufer muessen dann an die VSI-Mitgliedsunternehmen oder an die Partner- Consultants verwiesen werden.

- Zweitens wenden sich Personen an den VSI, die sich offensichtlich im Rahmen ihrer Taetigkeit innerhalb der Softwarebranche vorwiegend mit rechtlichen Problemen auseinandersetzen muessen. Solche Anrufer stellen sehr konkrete Fragen zum Beispiel zu den Themen Urheberrechtsinhaber, Massnahmen gegen unlautere Wettbewerber, Produkthaftung etc.

- Die dritte Gruppe von Anrufern fragt am haeufigsten den Service des VSI nach. Sie wuenschen oft Material ueber das Ob und Wie einer Haftung des DV-Verantwortlichen. Hier informiert der VSI ueber das sogenannte Organisationsverschulden. Danach ist der Software- Einsatz im Unternehmen so zu organisieren, dass der Einsatz von Raubkopien ausgeschlossen ist. Hierzu gehoert zum Beispiel auch die Aufklaerung der Mitarbeiter darueber, dass die Unternehmensleitung den Einsatz von Raubkopien nicht duldet, ferner regelmaessige Kontrollen der Mitarbeiter-PCs auf das Vorhandensein von Raubkopien etc. Natuerlich benoetigt eine Software-Organisation auch ein Inventar der vorhandenen Hard- und Software. Es ist erstaunlich, wie viele Unternehmen ihre Hardwarebestaende nicht erfasst haben, allerdings scheint es bei der Software noch schlimmer auszusehen.

Besonders Unternehmen mit einem hohen Anteil an Stand-alone-PCs beziehungsweise homogenen Netzwerken tun sich in aller Regel schwer, sich einen Ueberblick zu verschaffen beziehungsweise zu behalten. Der VSI raet hier zum Einsatz von Software-Management- Tools und Metering-Software. Insgesamt hat die Sensibilitaet zum Thema Software-Management sogar in den Chefetagen zugenommen, die Verantwortung wird jedoch in aller Regel an den DV-Leiter delegiert. Offensichtlich unterschaetzt immer noch ein Teil der Unternehmen das grosse Potential an Einsparungen und Effizienzsteigerungen, das in der Organisation des Soft- und Hardware-Einsatzes liegt. So koennen nicht richtig organisierte Firmen die Softwarelizenzen nicht in der fuer sie am besten geeigneten Staffelung ausnutzen, weil sie beispielsweise keine einheitliche Software-Ausstattung haben; dasselbe gilt, wenn untereinander inkompatible Programme verwendet oder nicht mehr benutzte Hardware nicht ausgemustert wird. Je unzulaenglicher das Software-Management arbeitet, desto groesser ist ferner das Risiko des Virenbefalls. Mitarbeiter koennen sich im Software-Management durch relativ einfache und kostenguenstige Schulungen ausbilden. Es kann sich also durchaus lohnen, einmal kraeftig und systematisch aufzuraeumen!

Wirft man einen Blick auf Unternehmen, die Probleme mit der Organisation des Software-Einsatzes haben und das Thema angehen wollen, so erhaelt man einen recht guten Querschnitt durch die gesamte deutsche Wirtschaft. Die Nachfrage kommt nicht etwa nur aus bestimmten Branchen oder von Unternehmen in einer bestimmten Groessenordnung; sie ist branchenuebergreifend und unabhaeng von der Unternehmensgroesse.

Der VSI plant daher, seinen Service demnaechst zu erweitern und Unternehmen eine Ermittlung des Status quo ihrer Software- Organisation in Form eines "Benchmarks" anzubieten. Dazu muss ein Fragebogen ausgefuellt werden, der durch eine neutrale Stelle individuell ausgewertet wird. Dieser allerdings nicht kostenlose Service des VSI wird voraussichtlich ab Mai dieses Jahres verfuegbar sein.