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27.06.2006

Hovsepian macht Novell Dampf

Der neue Firmenchef lässt aber noch keine veränderte Produktstrategie erkennen.

Am 22. Juni 2006 trat ein, was Branchenbeobachter seit Monaten erwartet hatten: Novell gab bekannt, Jack Messman sei als Chief Executive Officer (CEO) abgetreten und werde auch seinen Sitz im Aufsichtsrat zum 21. Juli räumen. Ebenfalls nicht mehr im Amt ist Finanzchef (CFO) Joseph Tibbetts. Neuer Novell-CEO ist Ron Hovsepian, keine Überraschung, zumal er seit Oktober 2005 als President und Chief Operating Officer (COO) einen Großteil der Geschäfte leitete. Zur Interims-CFO wurde die Novell-Controllerin Dana Russel bestimmt.

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www.computerwoche.de/

577005: Geschäftsentwicklung von Novell;

573360: Neuer Chef für das Open-Source- Geschäft;

553706: Open Enterprise Server;

575970: Open-Source-System-Management.

Der gleichzeitig zum Non-Executive Chairman des Aufsichtsrats gewählte Thomas Plaskett beeilte sich, zu erklären, die Ablösungen seien nicht durch Bilanzmanipulationen verursacht worden. Allerdings hängt der anscheinend insgeheim schon länger vorbereitete Führungswechsel damit zusammen, dass Investoren mit der Produkt- und wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens unzufrieden waren. Hovsepian erklärte im Gespräche mit der computerwoche: "Unser Aufsichtsrat hat die Stimmung der Investoren berücksichtigt. Er möchte, dass unser Unternehmen wieder mehr Fahrt aufnimmt."

Der 45-jährige Manager, der auf 17 Jahre bei IBM zurückblickt, kündigte an: "Es wird kein Stein auf dem anderen bleiben, und ich bin fest entschlossen, jeden Aspekt des Unternehmens ins Auge zu fassen." Das klingt verdächtig nach Entlassungen. Darauf angesprochen, erklärte Hovsepian gegenüber der computerwoche ausweichend: "Ich werde alles unternehmen, um die Profitabilität zu verbessern."

Der Aufsichtsrat unterstützt Hovsepians betonte Ausrichtung auf Linux und Open Source. Auch beim neuen CEO sollen Access- und Identity-Management das zweite Standbein bilden. Damit nicht genug, will Hovsepian das Netware-Geschäft durch die Migration der Kunden auf das Nachfolgeprodukt "Open Enterprise Server" (OES) stabilisieren. Einer denkbaren neuen Strategie - nämlich die Netware-Services als eigenständiges Produkt für Linux anzubieten, statt sie wie bisher mit einem Netware- und einem Linux-Kernel zu integrieren - erteilte er eine Absage. Auch von einer Abkündigung von Groupwise will Hovsepian nichts wissen.

Also Ärmel aufkrempeln, aber alles beim Alten lassen? Noch spricht Hovsepian eher diffus von einer neuen Produktorientierung: "Was den Kunden fehlt, sind Management-Tools, Services, die es ihnen ermöglichen, ihre Linux-Umgebungen zu managen. Diese beiden Teile gehören zusammen. Darum wird sich die Zukunft unseres Unternehmens drehen."

Firmenkäufe sind angekündigt

In diesem Kontext erwähnte Hovsepian, er ziehe Akquisitionen in Betracht, um jetzige Lücken in puncto Management-Services zu schließen und Novells Software-Stack zu verbreitern. Hinsichtlich Linux-Management wären Qlusters, Emu, Zenoss, Symbiot, das "Webmin"-Projekt oder Ayamon, die Firma des "Nagios"-Urhebers Ethan Galstad, interessant. In Sachen Software-Stack dürfte Hovsepian Unternehmen wie Sourcelabs, Spikesource oder Openlogic auf dem Einkaufszettel stehen haben. Er schränkt aber ein: "Wir werden kein Application-Software-Provider."

Wie schnell der neue CEO Ernst macht, bleibt abzuwarten - auf Geschwindigkeit aber kommt es ihm an. Hovsepian kündigte an, unter seiner Regie werde Novell schneller und entscheidungsfreudiger agieren. Er erklärte gar, im Unternehmen habe sich Frustration über langwierige Entscheidungsprozesse breitgemacht. Allerdings bleibt festzuhalten, dass Hovsepian seit Oktober 2005 für die Produktstrategie der oberste Novell-Manager war. Viel Bewegung ließ sich seither nicht erkennen. (ls) u