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Hardwareplattform für DomainOS und HP-UX

HP-Apollo-Systeme setzen neue Marken bei Workstation-Preisen

22.06.1990

MÜNCHEN (zek) - Rund ein Jahr nach der Übernahme von Apollo hat Hewlett-Packard (HP) jetzt die ersten Workstations vorgestellt, die beide Systemwelten vereinigen. Damit reagiert HP auf die Workstation-Ankündigungen von Digital, Sun und IBM. Bemerkenswert ist, daß die HP-Apollo-Systeme in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis besser als die Mitbewerber abschneiden.

Bei HP hat man sich im Workstation-Markt ein hohes Ziel gesetzt: Man will in diesem am schnellsten wachsenden Rechnermarkt weltweit der Anbieter Nummer eins werden. Die neue Reihe "HP Apollo 9000 Serie 400" soll einen ersten Beitrag dazu leisten. Sie basiert auf den Motorola-Prozessoren 68030/ 68040 und umfaßt Modelle mit einer Leistung von 12 bis 26 MIPS. Zusammen mit den Workstations brachte HP die Grafik-Systemfamilie "HP Apollo VRX" auf den Markt. Sie erzielen nach HP-Angaben eine Leistung von bis zu einer Million 3D-Vektoren pro Sekunde. Die ebenfalls neue grafische Benutzeroberfläche "HP Visual User Environment" (HP VUE) sorgt für eine einheitliche Anwenderumgebung, gleichgültig, ob die Workstations unter dem Apollo-Betriebssystem Domain/OS oder unter HP-UX laufen. Damit stehen für diese Rechner rund 3500 Softwarepakete zur Verfügung.

Das Einstiegsgerät Modell 400 dl, das über einen mit 50 Megahertz getakteten 68030-Chip verfügt, leistet 12 MIPS. Mit dem Prozessor 68040 (25 Megahertz) erreicht es 20 MIPS. Das Modell ist ein Rechner ohne Laufwerk, konzipiert für den Einsatz im Netzwerk. Als Zielgruppe begreift der Hersteller - ein Novum bei HP - Anwender im kommerziellen Bereich dazu zählen insbesondere Power-User in der Finanzwirtschaft.

Die übrigen Tischmodelle 425 t und 400 t leisten bis zu 20 MIPS beziehungsweise 3,5 Mflops. Alle drei werden mit den Grafiksystemen HP Apollo VRXMono, VRXooler oder Personal VRX angeboten. Modell 425 t und 400 t lassen sich mit bis zu 64 MB RAM und mit maximal zwei internen 200 MB-Festplattenlaufwerken ausrüsten. Über eine SCSI-Schnittstelle können bis zu 4,6 Gigabyte Festplattenkapazität und weitere Massenspeicher angeschlossen werden. Für den Netzwerkeinsatz sind die Standards Ethernet, Apollo-Token-Ring oder IBM-Token-Ring vorgesehen.

Für Anwender mit höheren Ansprüchen wurden die Top-Modelle in Beistellgehäusen untergebracht. Sie kombinieren alle Leistungsmerkmale von 425 t und 400 t mit höherer Leistung und Erweiterbarkeit. Das Modell 433 s mit dem 50-MHz-68030 erzielt 12 MIPS, Modell 400 s mit dem 33-MHz-68040 bis zu 26 MIPS und 4,5Mflops. Der maximale Hauptspeicher beträgt 128 MB.

Modell 433 s verfügt außerdem als erste Workstation über einen 32-Bit-EISA-Bus. Die Anwender können nach Wunsch auch die Bussysteme ISA (AT-Bus) oder DIO II installieren. Neben den erwähnten Grafiksystemen unterstützen die Modelle 433 s und 400 s auch Turbo VRX mit bis zu einer Million 3D-Vektoren pro Sekunde. Es wurde hardwaremäßig auf Basis des Intel-RISC-Prozessors i860 implementiert.

lm Bereich der Grafiksoftware liefert HP in Lizenz von Wavefront Technologies zusammen mit Personal VR und Turbo VRX die Rendering-Applikation "Personal Visualizer". Als Grafikstandard wurde PHIGS gewählt.

Wie die anderen Wettbewerber bietet auch HP seine Workstation-Systeme in Serverkonfigurationen an. Die Serverversionen 433 s und 400 s verfügen zusätzlich über die Netzwerkverwaltung "Task Broker", die im Netz komplette Tasks dem Rechner zuweist, der dafür am besten geeignet ist.

Die grafische Benutzeroberfläche VUE erzeugt eine einheitliche Anwenderumgebung für Domain/OS und HP-UX Mausgesteuert und fensterorientiert, bietet es zusätzlich einen Satz von Dienstprogrammen. Es stützt sich auf das X-Window-System Version 11 und auf OSF/ Motif. VUE wird nicht nur mit der Serie 400, sondern mit allen Workstations der Familie 400 ausgeliefert. Die neuen HP-Apollo-Workstations sind ab Juli 1990 verfügbar, zunächst können allerdings nur die Systeme auf Basis des 68030-Prozessors angeboten werden. Motorola ist nach eigenen Angaben erst bis Oktober in der Lage, den 68040-Chips in ausreichender Stückzahl zu liefern. Dann sollen die vorhandenen Systeme ohne größere Probleme auf die leistungsfähigeren Prozessoren umgerüstet werden können.

HP setzt bei den neuen Workstations eine Preispolitik fort, die mit dem Laserdrucker Laserjet IIP ihren Anfang nahm. Sämtliche Mitbewerber werden unterboten. Das plattenlose Netzwerkmodell 400 dl kostet rund 12000 Mark, für das Modell 425 t mit Farbmonitor und dem Prozessor 68040 muß der Kunde rund 22 000 Mark berappen, und das Top-Modell mit 3D-Grafik gibt's für rund 130 000 Mark. Siemens, traditioneller OEM-Anbieter von Apollo-Workstations, wird auch die neuen Systeme als Siemens-Workstation-Familie 600 vertreiben.