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Ausbau der Unix-Kundenbasis durch Akquisition


03.07.1992 - 

HP beabsichtigt Übernahme von TI Computer Systems & Services

BÖBLINGEN (CW) - Um ihre Präsenz im kommerziellen Unix-Markt weiter auszubauen, will die Hewlett-Packard Corp. die Computer Systems & Services Group von Texas Instruments erwerben, die in erster Linie die Unix-Mehrplatzsysteme der Familie S1500 vertreibt. Die Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung gaben beide Unternehmen in der vergangenen Woche bekannt.

Mit der angestrebten Übernahme der Unix-Hardware-Aktivitäten von TI versucht Hewlett-Packard offenbar, Kapital aus der großen S1500-Kundenbasis und dem eng geknüpften Netz von Value Added Resellern zu schlagen. Immerhin wurden von den Mehrplatzcomputern weltweit 125 000 Systeme ausgeliefert.

Vorerst wird sich für die S1500-Kunden nach Aussage von TI-Sprecher Andreas Bohmüller jedoch nichts ändern, weil HP alle bestehenden Kundenverträge übernehme. Für das 1986 eingeführte und auf den Motorola-Prozessoren 68xx basierende System soll es Ende des Jahres noch eine Produktankündigung geben, die aber, wie Bohmüller einräumte, -"wahrscheinlich schon in HPs Verantwortung fällt, weil die Übernahme bis zum Herbst dieses Jahres abgeschlossen sein soll".

Carolyn G. Osgood, Analystin der International Data Corp. (IDC), rechnet damit, daß HP den Vertrieb des Systems noch zwei Jahre aufrechterhält, diese Zeit, aber dazu nutzt, die Kunden von den HP-9000-Rechnern der Serie 800 zu überzeugen. HP könne nur dann langfristig von dem Deal profitieren, wenn die TI-Anwender beizeiten mit Werkzeugen versorgt würden, die eine Migration ihrer Applikationen in die 9000-Rechner-Welt ermöglichen. Insgesamt werde die Akquisition, so Osgood weiter, HPs Position im Unix-Markt nicht entscheidend beeinflussen, weil Texas Instruments es im Unix-Midrange-Markt bisher weltweit nur auf einen Marktanteil von 3,2 Prozent gebracht hat.

John White, President der TI Information Technology Group, in dessen Zuständigkeit auch die Computer Systems & -Services Group fällt, bestätigte die IDC-Analystin indirekt: "Dieser Schritt eröffnet den Kunden einen stabilen Weg zu HPs fortschrittlichen Computersystemen auf der Basis der RISC-Technologie und des Unix-Betriebssystems." Durch den Verkauf der Computer Systems & Services an HP werde sichere. stellt, fügte White hinzu, daß die weltweite Kundenbasis weiterhin mit Qualitätsprodukten und -Service versorgt wird". Außerdem stimme der jetzt vollzogene Schritt mit der TI-Strategie überein, die Investitionen auf Software-Entwicklungswerkzeuge und solche Hardware zu konzentrieren, die "tragfähige Wettbewerbsvorteile" biete.

Die Hewlett-Packard Corp. will den angestrebten Deal zum "aggressiven" Ausbau ihrer Position im kommerziellen Unix. Markt nutzen. Lewis Platt jeden. falls, Executive Vice President und Leiter der Computer Systems Organisation, sieht zusätzlichen Umsatz auf sein Unternehmen zukommen: "Die Übernahme wird unser Vordringen in der Unix-Arena beschleunigen und uns durch TIs umfangreiches Händlernetz neue Märkte erschließen."

Um den TI-Kunden "maximale Kontinuität" zu bieten, haben die Unternehmen ein Team aus HP- und TI-Mitarbeitern zusammengestellt, das für die Betreuung sorgen soll. Insgesamt plant Hewlett-Packard die Übernahme von 450 Angestellten der Computer Systems & Services. Der projektbezogene Teil des TI-Geschäfts wird HPs General Systems Division zugeschlagen, der Service- und Support-Bereich geht an die weltweite Serviceorganisation des Workstation-Herstellers.

Nicht von dem Verkauf betroffen sind neben den Software-Entwicklungs-Tools, die Notebooks, Drucker, unternehmensweite Informationssysteme und Prozeß-Automatisierungssysteme.