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28.03.1997 - 

Branchengrößen vereinbaren weitreichende Kooperation

HP bekennt sich voll zu Microsofts Windows NT

Künftig werden die beiden Firmen bei der Vermarktung von Windows NT als strategischem Produkt für die unternehmensweite DV eng zusammenarbeiten. Das Abkommen der beiden DV-Schwergewichte beinhaltet zweitens gemeinsame Produkt- und Serviceaktivitäten, um die sogenannten Total Costs of Ownership (TCO) von Unternehmen in den Griff zu bekommen. Angesprochen sind insbesondere Firmen mit heterogenen Rechnerlandschaften. Für diese sollen drittens Softwarelösungen angeboten werden, damit disparate Computerwelten besser miteinander kooperieren können (siehe CW Nr. 12 vom 21. März 1997, Seite 1).

HP galt bislang nicht unbedingt als überzeugter und engagierter Vertreter der NT-Glaubensgemeinschaft. Mit ihren auf PA-RISC-Prozessoren laufenden HP-9000-Servern unter dem Unix-Derivat HP-UX machen die Kalifornier sehr gute Geschäfte. IDC schätzt, daß HP im Segment der Unix-Systeme für die unternehmensweite DV über 50 Prozent Marktanteil besitzt.

IDC-Analyst Doug Chandler fragt sich nun, ob die Verbandelung mit Microsoft nicht als Botschaft HPs an seine Kunden verstanden werden kann, auf NT zu migrieren.

Seine Kollegin Traci Bair geht noch einen Schritt weiter: "Für HP ist das ein ziemlich dramatischer Schritt." Bair hält es für unwahrscheinlich, daß HP-UX und NT in Zukunft im Angebot des Unix-Systemherstellers friedlich nebeneinanderexistieren.

Zumindest die Zukunft von Unix auf Intel-Maschinen scheint HP nicht besonders euphorisch einzuschätzen, meint Dataquest-Analyst Chris Le Tocq: "Ganz wird HP Unix auf Intel-Rechnern zwar nicht aufgeben wollen, aber auf lange Sicht werden sie es doch tun."

Lewis Platt, HPs Chairman, President und CEO, sagte demgegenüber, als 32-Milliarden-Dollar-Company sei man groß genug, sowohl das eine als auch das andere Betriebssystem zu propagieren. Mit seiner Äußerung, man sei im PC-Server-Segment laut IDC mittlerweile weltweit die Nummer zwei, legte er nahe, auf welches Geschäftssegment NT im Hause HP begrenzt bleiben könnte. Dem widerspricht allerdings die explizit von Bill Gates wie von Platt gemachte Aussage, die beiden Kombattanten wollten NT gezielt für unternehmensweite Aufgabenstellungen fit machen.

HP engagiert sich massiv für NT

Hierzu werden sie unter anderem HPs System- und Netz-Management-Software "Openview" mit Microsofts Pendant "Systems Management Server" (SMS) für NT-Umgebungen vereinen. HP wird ferner Microsofts "Exchange Server" als strategische Kommunikationsplattform anpreisen und ab sofort Migrations-Dienstleistungen anbieten. Die eigene "Openmail"-Lösung für NT soll hingegen nicht mehr vermarktet und weiterentwickelt werden.

Ferner wird HP sein Dienstleistungsangebot für Windows NT Server und Microsofts "Back-Office"-Produkte weiter ausbauen. Für Anwender, die ihre DV-Umgebung auf einer NT-Server-Basis aufsetzen wollen, stellt HP Beratungs-Know-how zur Verfügung, das von der Planung über die Implementation bis zu Integrations-Hilfen reicht.

HP wird darüber hinaus im NT-Umfeld Microsofts Clustering-Technologie "Wolfpack" unterstützen. Außerdem integriert das weltweit zweitgrößte Computerunternehmen die sogenannte Zero Administration for Windows Initiative (ZAW) der Gates-Company in seine eigene Enterprise-Computing-Strategie. Teil dieser Anstrengung wird die Entwicklung eines Net PCs sein, der mit Smart-Cards ausgestattet ist, um so die Identifizierung von Benutzern sicherer zu gestalten. Dieser Rechnertyp soll in der zweiten Hälfte 1997 auf den Markt kommen.

Die von HP entwickelte "Virtual-Vault"-Technologie, die Transaktionen über das WWW sicherer machen soll, wird ebenfalls auf NT portiert.

Der Verlierer heißt DEC

Als Verlierer des facetten- reichen Abkommens zwischen Gates und Platt wird allgemein die Digital Equipment Corp. (DEC) gesehen. Nur mit dem Anbieter von Alpha-RISC-Maschinen unterhielt der Redmonder Großkonzern bislang eine strategische Partnerschaft, um NT für die unternehmensweite DV hoffähig zu machen. Allerdings dürften auch Hersteller wie NCR oder Compaq von der HP-Microsoft-Allianz nicht begeistert sein. NCR ist bereits seit Ende 1990 von Kopf bis Fuß auf Intel und Microsoft eingestellt. Compaq wiederum hat starke Ambitionen, in die Welt der Unternehmens-DV-Schwergewichte einzudringen.

Die Vereinbarung könnte Signalwirkung entfalten, stärkt sie doch Microsofts Position bei großen Anwenderunternehmen, die sich Gedanken über ihre künftige DV-Strategie machen. Mit der Einschwörung auf NT hat Gates sich mit HP zudem einen Partner geangelt, der wegen der Zusammenarbeit mit Intel an der nächsten Prozessorgeneration von eminenter Bedeutung für Microsoft ist. Diese "Merced" oder "IA64" genannte CPU in 64-Bit-Technologie dürfte als künftige Hardwareplattform von größter Wichtigkeit für DV-Entscheider sein.