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20.07.2001 - 

Neues Finanzierungsmodell für Superdome- und Net-Server

HP: Der nächste Schritt in Richtung Utility Pricing

MÜNCHEN (kf) - Hewlett-Packard (HP) bietet ab sofort ein weiteres Server-Preismodell an. Anders als bei "Instant Capacitiy on Demand" (Icod), der bereits bestehenden Hardwarelizenzierungsoption des Herstellers, zahlt der Kunde via "Pay Per Use Utility Pricing" nur die tatsächlich genutzte Rechenkapazität.

"In Alltagsbereichen wie bei Strom und Gas sind Preismodelle, bei denen lediglich die in Anspruch genommene Leistung in Rechnung gestellt wird, schon längst gang und gäbe", erklärt Eberhardt Meier, Marketing-Leiter "Programme und Produkte" bei HP. Mit "Pay Per Use" (PPU) habe man dieses Zahlungsmodell auf die IT-Landschaft übertragen.

Interesse an seinem bereits vor Monaten angekündigten Programm erhofft sich der Server-Hersteller zunächst insbesondere von Kunden mit unregelmäßigem Nutzungsaufkommen oder Unternehmen, die in Sachen Rechenkapazität für einen abrupten Anstieg ihrer Workload gerüstet sein wollen - beispielsweise Online-Shops mit Sommerloch beziehungsweise Hochsaison im Vorweihnachtsgeschäft.

Flexibilität beim Kosten-HandlingNach Angaben von Nick Van Der Zweep, Marketing-Direktor für HPs "Always-On-Infrastructure"-Divison, setzt die PPU-Option, die der Hersteller für Superdome-Server in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Südkorea, Japan und Singapur anbietet (in den Vereinigten Staaten gilt das Angebot außerdem für IA-32-basierte Server der L-Serie), dem Rätseln um die Budgetierung sowie die Kapazitätsplanung ein Ende. Wie der HP-Mann gegenüber dem britischen Nachrichtendienst "Computerwire" versicherte, gewährt das PPU-Pricing Dienstleistern und Firmenkunden nicht nur ein höheres Maß an Flexibilität im Handling ihrer Kapazitätskosten. Mit Hilfe integrierter Billing-Tools könne die potenzielle Klientel auch Servicekunden beziehungsweise einzelnen Firmenabteilungen die genutzte CPU-Kapazität exakt in Rechnung stellen.

Kunden, die das neue Angebot in Anspruch nehmen wollen, erhalten von HP eine hinsichtlich der CPU-Anzahl überdimensionierte Server-Konfiguration, die der unternehmensspezifischen jährlichen Spitzenbelastung standhält. Bezahlt wird jedoch nur die jeweils genutzte Rechenkapazität. Die monatlichen Kosten für die tatsächliche Auslastung der Maschine werden anhand eines komplexen Algorithmus ermittelt. Die regelmäßige Abfrage des Nutzungsstands durch HP erfolgt via Internet.

Laut Meier handelt es sich bei dem PPU-Modell um eine Weiterentwicklung des Icod-Prinzips in Richtung echtes Utility Pricing. Das Icod-Programm, das HP bereits seit über einem Jahr als Finanzierungsoption für die HP9000-Unix-Server der V-, L- und N-Klasse anbietet, sieht ebenfalls den Erwerb von Konfigurationen mit zunächst überdimensionierter Rechenkapazität vor, bei denen nur die genutzten CPUs zu zahlen sind. Weitere, noch brachliegende Prozessoren lassen sich je nach Bedarf via Software freischalten. Der Wermutstropfen: Bei Icod handelt es sich um eine Einbahnstraße. So lässt sich die zum Leben erweckte Kapazität bei rückläufigem Leistungsbedarf nicht wieder abbauen.

Wie das Icod-Modell finanziert der Server-Hersteller auch sein PPU-Programm über entsprechende Gebühren. Nach Angaben des HP-Marketiers handelt es sich dabei zum einen um einen laufenden Betrag, die so genannte Licence to Use, zum anderen um die "Licence to Access", eine in Abhängigkeit von der tatsächlichen Nutzungszeit anfallende Gebühr. Das PPU-Angebot für Superdome-Server basiert auf dem monatlichen Durchschnitt maximal aktiver Prozessoren pro Tag. Nach Angaben von Meier beträgt die Minimallaufzeit eines PPU-Vertrags etwa ein Jahr.

Das Marktforschungsinstitut Gartner beäugt das HP-Angebot derzeit eher kritisch: Während die Analysten den nutzungsbasierten Pricing-Ansatz des Server-Herstellers grundsätzlich loben, ist das Preisschema für HP-Kunden in ihren Augen mit Risiken verbunden. Finanzielle Vorteile gegenüber herkömmlichen Leasingkosten für ein vollkonfiguriertes System bietet das PPU-Pricing nach Gartner-Berechnungen ausschließlich bei einer durchschnittlichen täglichen Maximalauslastung von unter 50 Prozent. Sobald die Nutzung 50 Prozent übersteige, zahle der Anwender jedoch drauf. Auch Meier räumt ein, der finanzielle Vorteil des Modells hänge stark von der Auslastung des Systems ab. "Nutzt ein Kunde eine Maschine zu 100 Prozent aus - und das gibt es eigentlich nicht -, dann hat er das falsche System gekauft." Daher stellt HP dem Kunden bei der Ermittlung seiner individuellen Leistungsbedürfnisse auch ein Consulting-Team zur Seite. Diese dann auf die Zahl der Prozessoren umzulegen sei die Kunst von HP, so der Marketier. Seiner Meinung nach reduziert das PPU-Prinzip das Risiko des Investments auf Kundenseite jedoch deutlich. "Es ist doch ein Unterschied, ob ich sofort zwei Millionen Euro investieren muss, oder ob ich für die gleiche Maschine erst einmal weniger hinzulegen brauche", gibt er zu bedenken. Das gelte insbesondere für Unternehmen, die sehr saisonal oder an Belastungsspitzen orientiert arbeiteten.