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16.05.2003 - 

Gartner: Firmenkunden halten sich beim Desktop-Kauf weiter zurück

HP Deutschland bricht im PC-Geschäft ein

MÜNCHEN (ba) - Der PC-Absatz von Hewlett-Packard in Deutschland ist im ersten Quartal 2003 nach Erhebungen von Gartner um 38 Prozent eingebrochen. Das Management begründet das Fiasko mit Umbauarbeiten.

Auch IDC bescheinigt der deutschen HP-Niederlassung schlechte Zahlen für das erste Quartal. Karola Bode, Direcor Category Management & Marketing der Personal Systems Group bei HP, macht vor allem den Umbau im Consumer-Segment für den heftigen Rückschlag verantwortlich. In der Sparte Consumer Desktop hätten die Einbußen nach Stückzahlen gerechnet 90 Prozent und im Segment Consumer Notebooks 65 Prozent betragen. Bode beruft sich bei diesen Zahlen auf IDC-Angaben. Verkaufte HP im ersten Quartal vergangenen Jahres noch fast 67000 Desktop-Systeme im deutschen Einzelhandel (Retail), waren es 2003 nur mehr knapp 6500 Rechner.

Der Absturz ist laut Bode auf die durch die Fusion mit Compaq bedingte Bereinigung der Produktlinien sowie eine Neuorganisation des Vertriebs und der Logistik zurückzuführen. "Wir haben alles von innen nach außen gekrempelt. Da ist es kein Wunder, dass die Geschäfte nicht laufen." Allerdings sei sie optimistisch, dass HP mit einer neuen Strategie im zweiten Quartal den Anschluss finden werde. So soll in den nächsten Monaten, anders als zuletzt, wieder der komplette Retail-Kanal in Deutschland bedient werden. Dabei werde man sich im Desktop- und Notebook-Segment auf die Marke "Pavillion" beschränken und sich stärker an den Wünschen der großen Elektronikmärkte orientieren.

Für deren Aktionen werde eine große Anzahl gleichartiger Rechner nach dem Built-to-Order-Prinzip gebaut. "In Deutschland muss nur der Preis stimmen. Da kann man noch so viele gute Argumente für sein Produkt finden." HP habe jedoch, so räumt Bode ein, relativ lange gebraucht, sich nach dem Merger mit Compaq darauf einzurichten.

Mehr Erfolg auf dem Unternehmensmarkt

Im Unternehmensgeschäft sei der Einbruch längst nicht so dramatisch wie mit den Privatkunden, berichtet die HP-Managerin. Hier seien die Rückgänge - nach IDC im Desktop-Bereich 17 Prozent und in der Notebook-Sparte 5,7 Prozent - darauf zurückzuführen, dass im Vorjahresquartal HP und Compaq ihre Zahlen unterschiedlich kommuniziert hätten. Während Compaq alle Systeme, die in die Distribution gestellt wurden, berichtete, zählte HP nur den realen Abverkauf aus der Distribution. Hätte man einheitlich gemessen, was ab nächstem Quartal aufgrund der dann gegebenen Vergleichbarkeit der Fall sein wird, wäre der Schwund wesentlich geringer ausgefallen.

Leicht dürfte es für HP jedoch nicht werden, wieder den Anschluss zu finden. Gartner-Analystin Meike Escherich erwartet, dass auf alle Anbieter schwierigere Zeiten zukommen werden. Nachdem sich die Geschäfte in den letzten Quartalen gegen den allgemein negativen Wirtschaftstrend recht gut entwickelt hätten, sei die Entwicklung im Unternehmensumfeld schon seit einiger Zeit negativ. Hier war der Markt bereits im Vergleichszeitraum des Vorjahres geschrumpft, und auch im abgelaufenen ersten Quartal 2003 ging der Absatz um 2,2 Prozent zurück, während das Consumer-Segment um gut zehn Prozent zulegen konnte. Im Vergleich der ersten Quartale 2003 und 2001 sei sogar ein Rückgang des Unternehmensgeschäfts um 13 Prozent festzustellen gewesen.

Führend im deutschen PC-Geschäft bleibt den Zahlen der Gartner-Analysten zufolge Fujitsu-Siemens Computers (FSC) mit einem Marktanteil von 21,4 Prozent. Die Münchner konnten ihren Absatz im ersten Quartal um zwölf Prozent steigern. Platz zwei sicherte sich Aldi-Partner Medion, der mit einem Plus von 30 Prozent und 14-prozentigem Marktanteil HP verdrängte. Für die Kalifornier reichte es mit 9,3 Prozent Marktanteil nach dem heftigen Einbruch nur noch für Rang drei.

Auf Platz vier rangiert Vobis, das mit einem leichten Rückgang seiner Stückzahlen von fünf Prozent einen Marktanteil von 6,6 Prozent erreichte. Die Top Five komplettiert Direktanbieter Dell mit einem Anteil von 6,5 Prozent. Die Texaner steigerten ihren Absatz um zehn Prozent.

Die IDC-Analysten, auf die sich Bode beruft, zeichnen ein etwas anderes Bild des deutschen PC-Marktes. Demnach verbuchte dieser in den ersten drei Monaten dieses Jahres einen leichten Rückgang von 1,6 Prozent auf verkaufte 1,8 Millionen Rechner. Die führenden fünf Anbieter sind bei IDC die gleichen wie bei Gartner. Lediglich HP bleibt bei IDC auf Rang zwei vor Medion, und Dell rangiert auf Platz vier vor Vobis.

Der Rückgang ist laut IDC in erster Linie auf eine Stagnation im Consumer-Segment und den Rückgang der abgesetzten Stückzahlen im Unternehmenssektor zurückzuführen.