Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

23.02.2001 - 

Firmenchefin Fiorina prognostiziert schwaches Jahresergebnis

HP drängt in den Markt für Internet-Service-Software

MÜNCHEN (CW) - Mit einer Softwareoffensive will Hewlett-Packard (HP) auf Microsofts ".NET"- und Suns "One"-Initiativen antworten. Mehr Aufmerksamkeit erregten zuletzt aber die schwachen Geschäftszahlen des Konzerns.

Am 31. Januar schloss HP sein erstes Geschäftsquartal 2001 mit einem Nettogewinn von 328 Millionen Dollar ab - 59 Prozent weniger als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Allein 365 Millionen Dollar musste das Unternehmen aufgrund unglücklicher Dotcom-Investments abschreiben, mit weiteren 102 Millionen Dollar schlug die kürzlich beschlossene Entlassung von 1700 Mitarbeitern zu Buche.

Auch die Umsatzentwicklung verlief enttäuschend: Die Einnahmen stiegen lediglich um 2,4 Prozent auf 11,9 Milliarden Dollar. Entscheidend für die Wachstumsschwäche war ein sechsprozentiger Einbruch im US-Geschäft. Außerhalb der Vereinigten Staaten legten die Einnahmen um durchschnittlich acht Prozent zu. Hauptgrund für diese Entwicklung ist laut HP-Chefin Carleton Fiorina die schwächelnde US-Konjunktur. Es sei nicht auszuschließen, dass auch andere, und hier insbesondere auf Exporte der Amerikaner angewiesene Absatzmärkte wie Mexiko oder Taiwan von der Konjunkturschwäche erfasst werden könnten.

Fiorina gab sich entsprechend vorsichtig: "Wir bleiben auch für das zweite Quartal bei unserer Umsatzprognose im niedrigen einstelligen Bereich." Obwohl HP auf eine Wachstumsbeschleunigung im zweiten Halbjahr hofft - falls sich die wirtschaftliche Lage in den USA bis dahin verbessert - rechnet Fiorina nicht damit, in diesem Jahr zweistelliges Wachstum melden zu können.

Neben den schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen musste die HP-Chefin auch einige hausgemachte Fehler einräumen. So hatte HP im Server-Bereich ausgerechnet zu dem Zeitpunkt sein Marketing-Budget gekürzt, als die Konkurrenten IBM und Sun kräftig aufstockten. Hinzu kamen Konflikte zwischen den verschiedenen Vertriebskanälen, die das Geschäft zusätzlich belasteten. Auch der Absatz des seit vergangenen Monat angebotenen Hochleistungsrechners "Superdome" scheint hinter den Erwartungen zurückzubleiben. Im PC-Bereich machte HP im Firmenkundengeschäft elf Prozent weniger Umsatz, bei den Privatkunden stagnierte das Geschäft. Drucker und Scanner konnten zwar auf stabilem Niveau verkauft werden, aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs nahmen die Gewinnmargen allerdings um sechs Prozent ab.

Einige Tage vor Bekanntgabe der Zahlen hatte HP seine Pläne vorgestellt, wie sich die Softwaresparte mit derzeit rund zwei Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr künftig positionieren will. Kern der Ankündigung ist die Zusammenfassung der insgesamt 25 Produkte unter dem Dach zweier Softwaresuiten.

Ein wesentlicher Pfeiler sind dabei die unter dem Namen "HP Netaction" gebündelten Lösungen aus dem Bereich Internet-Service-Software. Ebenso wie Microsofts .NET-Initiative oder Suns One-Portfolio ist das Paket dafür ausgelegt, Software so anzubieten, dass sie via Internet als Dienst bezogen werden kann. Netaction vereinigt das im Rahmen der vor vier Wochen abgeschlossenen Übernahme von Bluestone Software Inc. erworbene Produktportfolio mit eigenen Applikationen wie der Middleware "E-Speak" oder dem "HP Process Manager".

Anders als die Ansätze der Rivalen unterstützt Netaction durch den Einsatz von Bluestones "Total-E-Server" sowohl Windows-basierte Anwendungen als auch in Suns Java 2 Enterprise Edition (J2EE) programmierte Applikationen. Darüber hinaus lässt sich mittels "Total-E-Syndication", ebenfalls von Bluestone, Content auch via XML verbreiten.

Zweites Standbein des IT-Konzerns ist die erweiterte E-Services-Management-Suite "HP Openview". Zu den Neuerungen zählt unter anderem eine Reihe von Service-Level-Agreements (SLAs), welche die Verwaltung von Storage Area Networks (SANs) verbessern sollen.