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18.04.2012 - 

Neue Cloud Architektur

HP drängt in die Public Cloud

Tobias Wendehost beschäftigt sich als Volontär aktuell mit verschiedenen Hardwarethemen und stellt täglich ein Gadget des Tages vor. Ansonsten arbeitet er sich thematisch durch die Ressorts Job und Karriere, Software, Netzwerke und Mobile sowie IT-Strategie. Wer möchte, kann Tobias bei Twitter (@tubezweinull) folgen oder bei Xing eine Nachricht schreiben.
Mit neuen Angeboten möchte Hewlett-Packard die Public Cloud erobern. Gleichzeitig erweitert das Unternehmen mit Virtual Application Networks und der Converged Cloud sein Produkt-Portfolio.

Neben Erweiterungen der "Converged Cloud", den "Virtual Application Networks" (VAN) und einem Service zum Aufbau einer "Engineering Cloud" bietet der IT-Konzern ab 10. Mai erstmals Public-Cloud-Dienste an. Dazu zählen HP Cloud Compute, HP Cloud Object Storage und HP Cloud Content Delivery Network (CDN). Das Unternehmen reagiert damit laut eigenen Angaben auf die immer stärkere Differenzierung des Cloud-Marktes und komplettiert sein Portfolio, das bisher Private- und Managed-Cloud-Produkte umfasste. Der Kunde bezahlt für die Public-Cloud-Dienst eine Nutzungsgebühr pro Stunde, die je nach Ausstattung zwischen 0,04 und 1,28 US Dollar variiert. Hinzu kommen zwei weitere Public-Cloud-Angebote als Private Beta: Ein relationaler Datenbank-Dienst für MySQL sowie ein Service für Blockdaten, der es ermöglicht, Daten von einer Recheninstanz zur nächsten zu verschieben. HP stellt sich damit auch als direkter Konkurrent zum Public-Cloud-Primus Amazon auf.

Volker Smid wehrt sich gegen die Kritik, die HP einen verspäteten Markteintritt vorwirft.
Volker Smid wehrt sich gegen die Kritik, die HP einen verspäteten Markteintritt vorwirft.

"Der Cloud-Markt wächst in Deutschland nach Angaben des Bitkom dieses Jahr um 47 Prozent. Dieser Entwicklung möchten wir mit neuen Angeboten Rechnung tragen", erklärte Volker Smid, Vorsitzender der deutschen Geschäftsführung von HP, bei der Produkt-Präsentation. Zudem wies er die Kritik zurück, die dem Konzern einen verspäteten Markteintritt vorwirft. "Mit der HP CloudSystem Matrix haben wir bereits 2009 auf die Entwicklungen am Markt reagiert", so der Manager. Vier Herausforderungen möchte sich HP mit seinen Angeboten stellen: Die IT-Landschaften in den Unternehmen seien mittlerweile sehr heterogen, die fehlende Interoperabilität der Systeme erschwere die Zusammenarbeit, Umstiegshürden machten den Wechsel zu einem anderen Cloud-Anbieter praktisch unmöglich und die fehlende Governance behindere die Problemlösung in den Firmen.

Annäherung in der Cloud

Mit der Converged Cloud erweitert HP sein Portfolio für heterogene Umgebungen. Grundlage sind die auf der CeBIT vorgestellten "cCell Services", die eine einheitliche Verwaltung von verschiedenen Cloud-Diensten ermöglichen sollen. Voraussetzung war bisher eine einheitliche HP-Infrastruktur. Mit der Converged Cloud unterstützt das Unternehmen jetzt unterschiedliche Hypervisoren, Betriebssysteme und Entwicklungsumgebungen.

Ein Kernelement von HPs Cloud-Architektur ist OpenStack, eine Open-Source-Software für den Aufbau von Private- und Public-Cloud-Umgebungen. Das Unternehmen hat die Standard-Dienste von OpenStack erweitert, sodass sie sich einfacher in die IT-Prozesse von Firmen und Verwaltungen einbinden lassen. Das betrifft Application Lifecycle Management (ALM), Continuous Deployment sowie die Verwaltung und Sicherheit von Cloud-Diensten. Alles Erweiterungen, die beim sogenannten Cloud Bursting, also dem temporären Zuschalten von externen Ressourcen bei Kapazitätsengpässen, helfen sollen. Auf der Grundlage von OpenStack abstrahiert der HP Converged Infrastructure as a Service Controller (HP Converged IaaSC) von der physischen IT-Infrastruktur und stellt eine standardisierte Umgebung bereit.