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20.05.2008 - 

Kolumne

HP/EDS: Ein logischer Schritt für HP Kolumne

Eins muss man den Verantwortlichen von Hewlett-Packard ja lassen: Wenn es darum geht, große Zukäufe hinter verschlossenen Türen zu verhandeln, dann sind die Top-Manager bei HP erste Klasse. Das war schon beim Merger mit Compaq so. Die Geheimhaltung wiederholte sich bei der Akquisition von EDS. So viel Geschick bei der Vorbereitung von strategischen Schachzügen ist allein schon aller Ehren wert.

Dabei lag der Zukauf eines IT-Dienstleisters durch HP förmlich auf der Hand. Schon zu Zeiten von Carleton Fiorina als Firmenoberhaupt hatte das Unternehmen den - allerdings sehr unglücklich verlaufenen - Versuch unternommen, sein Dienstleistungsangebot mit der Übernahme von PricewaterhouseCoopers entscheidend auszubauen. Seinerzeit bot die alerte Chefin rund 18 Milliarden Dollar und scheiterte mit ihren ambitionierten Plänen. IBM kaufte im Oktober 2002 PwC Consulting für 3,5 Milliarden Dollar - ein Fünftel des HP-Gebots.

Ein Blick auf HPs Quartalsergebnisse der vergangenen Jahre reicht dabei, um zu zeigen, dass das Unternehmen in Sachen IT-Dienstleistungen großen Handlungsbedarf hat. Dies aus zwei Hauptgründen:

Die Gewinne der vorangegangenen Quartale belegen mehr noch als die Umsatzentwicklung die starke Hardwarelastigkeit des Geschäftsmodells von HP. Allein die Sparte Imaging and Printing Group (IPG) erwirtschaftet regelmäßig mehr als doppelt und dreifach so viel Profit wie die Bereiche Enterprise Storage and Servers (ESS), Personal Systems Group (PSG) und HP-Services. Alle drei Hardware-Geschäftsbereiche ESS, PSG und IPG scheffelten im aktuellen ersten Geschäftsquartal 2008 rund 2,5 von firmenweit 2,8 Milliarden Dollar Gewinn. Mit Aktivitäten aus dem Servicebereich fuhr HP hingegen nur magere 489 Millionen Dollar Gewinn ein.

Hinzu kommt: IBM - als Komplettanbieter von Hardware, Software und IT-Dienstleistungen der einzige relevante Vergleichsmaßstab - erwirtschaftete demgegenüber im ersten Quartal 2008 fast 60 Prozent des Firmenumsatzes von 24,5 Milliarden Dollar mit den Dienstleistungssparten Global Technology Services (GTS) und Global Business Services (GBS = Beratung). Ziemlich genau die Hälfte des gesamten Vorsteuergewinns von 3,2 Milliarden Dollar verbuchte Big Blue darüber hinaus auf die Kostenstelle Dienstleistungen. Wie wichtig das Thema Services für IBM ist, zeigt sich auch daran, dass das Unternehmen bewusst Sparten wie PC und Drucker abgestoßen hat. Die Margen mit Hardware sind einfach zu uninteressant - und zu volatil, unberechenbar für Aktionäre.

All das weiß HP natürlich auch schon lange. Und hat nun reagiert. Ein logischer Schritt somit. Ob allerdings EDS der richtige Dienstleistungspartner ist, darüber darf füglich gestritten werden. Das Pro und Contra der HP/EDS-Fusion kann in dieser Ausgabe auf den Seiten 24 und 25 nachgelesen werden.