Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

19.12.2005

HP enthüllt Entlassungspläne für Deutschland

Hewlett-Packard will bis Mitte 2007 in Deutschland insgesamt 1500 Mitarbeitern kündigen. Der Jobabbau soll in zwei Phasen erfolgen.

Laut einer Einigung, die die HP-Geschäftsleitung mit dem Gesamtbetriebsrat erzielt hat, werden zunächst 900 Mitarbeiter entlassen. In Phase zwei werden weitere 600 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. HP beschäftigt in Deutschland fast 9100 Mitarbeiter (Stand 31. Oktober 2005).

Wo wie viele Jobs gestrichen werden

• Hamburg: 29,

• Berlin: 20,

• Leipzig: 8,

• Hannover: 14,

• Ratingen: 158,

• Düsseldorf: 40,

• Bad Homburg: 80,

• Nürnberg: 15,

• Dornach: 28,

• Ulm: 12,

• Böblingen: 442,

• Jena: 5,

• Dortmund: 21,

• Frankfurt am Main: 14,

• Krefeld: 16.

Düsseldorf, Frankfurt und Krefeld sind Triaton-Standorte.

Uli Holdenried, Vorsitzender der Geschäftsleitung von HP Deutschland, erklärte die im Vergleich zu anderen Landesorganisationen überproportional hohe Zahl an Entlassungen in Deutschland mit den hiesigen Marktverhältnissen: "Deutschland ist stärker betroffen, weil der hiesige Markt nicht so stark wächst wie andere Märkte." Mark Hurd, weltweiter HP-Chef, hatte im Juli 2005 bekannt gegeben, das Unternehmen werde sich von 14 500 Mitarbeitern trennen.

Ein am 14. Dezember 2005 zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern verabschiedeter Interessenausgleich und Sozialplan muss noch unterschrieben werden. Dies soll im Januar 2006 geschehen. Zu diesem Zeitpunkt werden dann auch die 900 Mitarbeiter informiert, die jetzt von den Verhandlungsparteien zur Entlassung vorgesehen wurden.

Ihnen wird angeboten, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Je nach den persönlichen Voraussetzungen (Alter) ist der Aufenthalt in dieser Beschäftigungsgesellschaft mit einer Entlohnung, die 80 Prozent des jetzigen Nettogehalts entspricht, auf sechs, neun oder zwölf Monate begrenzt. Als Abfindung zahlt HP Wechselwilligen je nach Alter und Dauer der Zugehörigkeit zu HP zwischen 0,75 und zwei Monatsgehältern pro Jahr Betriebszugehörigkeit - maximal will das Unternehmen zwischen 275 000 und 300 000 Euro pro Mitarbeiter als Abfindung ausloben.

Die zu entlassenden HP-Mitarbeiter sind, so Ernst Reichart, Personalchef bei der HP-Deutschland GmbH, nach Gesichtspunkten der Sozialauswahl ausgesucht worden. Die Anlage des Interessenausgleichs und Sozialplans gibt allerdings einen Hinweis darauf, dass HP sich vor allem von älteren Mitarbeitern jenseits 45 Jahren trennen will. Mitarbeiter, die das Angebot zum Wechsel in die Transfergesellschaft nicht annehmen, werden betriebsbedingt gekündigt. Gewerkschaftsvertreter kritisierten, durch den Abschluss des Interessenausgleichs und Sozialplans hätten Beschäftigte, die mit diesem nicht einverstanden sind, mit einer Kündigungsschutzklage vor Gericht nur wenig Chancen.

Holdenried und Reichart bestätigten gegenüber der COMPUTERWOCHE, dass es abgesehen von Mitarbeitern in Querschnittsfunktionen wie dem Backend und der Verwaltung vor allem Serviceleute treffen wird. Holdenried sagte, die technische Entwicklung mache es heutzutage möglich, viele Dienstleistungen nicht mehr durch Vor-Ort-Kräfte, sondern via Fernwartung (remote) zu erledigen. Beide Manager bestätigten, dass sich Vor-Ort-Services an verschiedenen Standorten in einer Zentrale zusammenfassen lassen. Solch ein Center könne dann in einem osteuropäischen Land betrieben werden. Reichart machte keine genauen Angaben dazu, wie viele der insgesamt in Phase eins zu entlassenden 900 Mitarbeiter sich aus dem Service rekrutieren. Die Vermutung, es könnten bis zu 50 Prozent sein, dementierte er nicht direkt.

Gewinn "deutlich" gesunken

Holdenried gab anlässlich des Pressegesprächs auch einige Zahlen zum Verlauf des Geschäftsjahres 2004/05 (Ende: 31. Oktober 2005) von HP Deutschland bekannt. Danach verharrte der Umsatz mit 5,4 Milliarden Euro auf dem Stand des Vorjahres. Zählt man den Umsatz hinzu, den Triaton in dem Zeitraum erwirtschaftete, addieren sich 286 Millionen Euro. Triaton ist rechtlich erst seit dem 1. November 2005 vollständig in HP integriert. Europäische Partner, die Umsätze erzielten, die der deutschen HP zugerechnet werden, steuerten weitere 1,2 Milliarden Euro bei. Der von HP mithin für den deutschen Markt geltend gemachte Umsatz beträgt 5,7 Milliarden Euro. Dies, so Holdenried, sei gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von zehn Prozent.

Der Gewinn von HP Deutschland lag allerdings nach den Worten von Holdenried "deutlich unter dem Vorjahreswert". Verantwortlich hierfür seien Sondereffekte wie einmalige Rückstellungen für Pensionszahlungen.(jm)