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18.03.1994

HP: Es geht um die Einheit von Unix Open Software Foundation geht in neuer COSE-Organisation auf

MUENCHEN (gfh) - Die Open Software Foundation (OSF) verschmilzt mit der Herstellergruppe fuer ein Common Open Software Environment (COSE). Das neue Konsortium mit der Arbeitsbezeichnung "New Org" soll laut COSE-Mitinitiator HP die lange zerstrittene Unix- Gemeinde unter einem Dach vereinen.

Die Gruendung eines Konsortiums gefaehrdet ein zentrales Ziel der COSE-Hauptinitiatoren IBM und HP: die Ausschaltung der als schwerfaellig gescholtenen Konsortien. Bei New Org sieht Bernard Guidon, HPs General Manager der Systems Division, die Gefahr laehmender Richtungskaempfe nicht: "Unix International hat aufgegeben, und OSF geht in New Org auf. Damit existiert nur noch eine einzige Unix-Organsiation von Bedeutung."

So ganz einig scheint sich die Unix-Branche jedoch noch nicht zu sein. Anders als Guidon, der New Org zum Zentrum der Unix- Vereinheitlichung hochstilisiert, sieht David Richards, European Product Manager von Sunsoft, darin lediglich eine Marketing- Organisation. OSF-Communications Manager Marc Laureys behauptet gar, es handle sich lediglich um eine Aufgabenerweiterung fuer sein Konsortium.

Fuer die OSF-Deutung mag sprechen, dass die Sponsorfirmen HP, IBM und DEC nach Informationen des britischen Branchendienstes "Computergram" der Organisation zusaetzliche Gelder bewilligen wollen. Auch haetten sich die Hersteller dazu bereit erklaert, die Finanzierung von Projekten kuenftig bereits im vorhinein sicherzustellen.

Auch die Diskussion um den Namen der neuen Organsiation laesst bei "Computergram" die Vermutung aufkommen, bei New Org handele es sich lediglich um die OSF in einem neuen Gewande. Guidon dementiert und verweist darauf, dass die Open Software Foundation in Kuerze von der Bildflaeche verschwinden wird.

Aus OSF-Sicht soll die Namensaenderung lediglich erreichen, dass sich Unternehmen in New Org locken lassen, die in den sogenannten Unix-Kriegen auf der anderen Seite standen. So deutete Sun-Chef Scott McNealy OSF bisher als Abkuerzung fuer "Oppose Sun Forever".

Schliesslich reklamiert die OSF fuer sich, den Anwendern und dem Rest der Industrie wieder zu Einfluss auf den Standardisierungsprozess zu verhelfen. Absprachen im kleinen Kreise werde es kuenftig nicht mehr geben.

Bedeutungsschwund wird verschleiert

"An den COSE-Verfahren wird sich nichts aendern", widerspricht Guidon. Gerade die wechselnden Koalitionen zwischen dominierenden Anbietern seien bisher die wesentliche Staerke der Inititative um IBM und HP gewesen. Tatsaechlich fuehrte dieses Konzept 1993 zur Etablierung von Standards, die von den Open-Systems-Gremien jahrelang verschleppt wurden.

Auch eine staerkere Einbindung der Anwendervia OSF lehnt Guidon ab: "Fuer COSE zaehlen nach wie vor nur die in X/Open organisierten Anwender." Fuer ihn ist die OSF nur als Lieferant von Techniken wie der Benutzerumgebung Motif und dem Distributed Computing Environment (DCE) von Interesse.

Offensichtlich versucht die OSF herunterzuspielen, dass sie aufhoert, als eigenstaendige Organisation zu existieren. Darueber hinaus sollen nach Informationen der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" mindestens 100 der derzeit 300 Mitarbeiter entlassen werden.