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26.02.1999 - 

Geringere Kosten brachten mehr Gewinn

HP kann im ersten Quartal beim Umsatz kaum zulegen

PALO ALTO (CW/IDG) - Mit seinen Ergebnissen für das erste Quartal hinterließ Hewlett-Packard (HP) einen zwiespältigen Eindruck. Während die Gewinnzunahme gegenüber dem Vorjahr positiv überraschte, mußte der Computergigant einen im Prinzip stagnierenden Umsatz hinnehmen.

HP konnte im ersten Quartal den Gewinn nach Steuern im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um 3,3 Prozent von 929 auf 960 Millionen Dollar erhöhen. Der Nettoertrag je Aktie stieg von 86 auf 92 Cent. Mit diesem Ergebnis übertrafen die Kalifornier deutlich die Erwartungen der Analysten, die von maximal 83 Cent ausgegangen waren. Um so enttäuschter wurde die Umsatzentwicklung quittiert, bei der HP im Vorjahresvergleich nur um ein Prozent von 11,82 auf 11,94 Milliarden Dollar zulegen konnte. Die Börse reagierte prompt mit einem Kursverlust der HP-Aktie um teilweise mehr als acht Prozent auf rund 70 Dollar.

Geschäft in Asien scheint sich zu erholen

HP-Chef Lewis Platt zeigte sich in einem offiziellen Statement bemerkenswert ratlos. Man habe in den meisten "Problemregionen" zugelegt, gleichwohl die internen Wachstumsziele "bei weitem nicht erreichen können". In der Tat kann HP nicht wie im Vorjahr beispielsweise Asien und die dortige Finanz- und Wirtschaftskrise für den schlechten Geschäftsverlauf verantwortlich machen. Sowohl in Fernost als auch in den meisten anderen Auslandsmärkten wurden wieder steigende Umsätze und Auftragseingänge verbucht, während das US-Geschäft unter rückläufigen Einnahmen (rund zwei Prozent)litt.

Aufschlußreicher als regionale Auswirkungen, die sich in der Regel während eines Geschäftsjahres wieder ausgleichen, dürfte jedoch ein Blick auf einzelne Business Units sein. Hauptsorgenkinder der Kalifornier waren hier erneut die Bereiche Meßtechnik und Unix-Server. Im erstgenannten Geschäftsfeld fielen die Umsätze im Vorjahresvergleich um knapp elf Prozent; noch schlimmer sieht es Insidern zufolge im nicht NT-basierten Server-Business aus, für das HP gar keine Zahlen veröffentlichte. Der gravierende Einbruch in diesen beiden Teilmärkten ist um so schlimmer, als die übrigen Business Units offenbar zum Teil überdurchschnittlich zulegen konnten. Das gilt für die Cash-cow des Unternehmens, die Druckersparte, ebenso wie für das sich offenbar wieder erholende PC- sowie das Servicegeschäft.

HP begründet den Umsatzeinbruch bei Unix-Servern mit einer spürbaren Zurückhaltung der Käufer, die offensichtlich vermehrt auf die für dieses Jahr angekündigten neuen Midrange-Plattformen warten. Für viele Experten ist dies beispielhaft für die derzeitigen Probleme der Kalifornier. Unter dem Zwang zur Kosteneinsparung könne HP derzeit nur bedingt neue und innovative Produkte "time-to-market" ausliefern - mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung. HP-Chef Platt mußte denn auch einräumen, daß die hohen Gewinne im ersten Quartal in erster Linie "Kostensenkungsprogrammen und einer gesteigerten Produktivität" zu verdanken sind. Hinzu kommt, daß das HP-Management zuletzt zu sehr auf den PC-Markt fixiert war, anstatt das margenträchtigere Geschäft mit großen Firmenkunden zu forcieren. Die meisten Branchenkenner sind daher skeptisch, was die Wachstumspläne der Kalifornier angeht. Die Absicht von HP, im laufenden Geschäftsjahr beim Umsatz um acht bis zehn Prozent zuzulegen, dürfte kaum mehr zu verwirklichen sein.