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21.06.1991 - 

Rechnerfamilien 9000 und 3000 um 16 Maschinen ergänzt

HP läutet neue Preisrunde im Kampf um RISC-Markt ein

MÜNCHEN(ciw) - Die Hewlett-Packard Corp. hat weder den Mini ad acta gelegt, noch gibt sie im Unix-Server- und MDT-Bereich gegenüber IBM und DEC klein bei. In der nächsten Woche will das Unternehmen 16 neue Maschinen der 3000- und 9000-Reihe vorstellen. Sie basieren alle auf dem HP-eigenen Precision Architecture Risc-Chip, der auch in den superschnellen Workstations 720, 730 und 750 Dienst tut.

Die Rechner unterscheiden sich in erster Linie durch die Betriebssystem-Umgebung (3000-Ergänzungen unter MPE, 9000-Server unter HP-UX) und zum anderen durch die Konfiguration - Taktrate, Cache, Hauptspeicher, Festplatten und Benutzerzahl. Das erlaubt eine sehr effiziente und kostengünstige Produktion, die wiederum ein Preis-Leistungs-Verhältnis ermöglicht, das der Konkurrenz das Fürchten lehren kann.

Die neuen 9000- und 3000-Rechner sollen in großen und mittleren Unternehmen Eingang finden, die durchgängige Systemkompatibilität - vom Tischrechner bis zum Rechenzentrum - in LANs und WANs benötigen. Ihre Einsatzbreite wird vom Multifunktionsserver bis hin zum Spezialrechner für Anwendungen, Datenbankmaschine und Kommunikationscomputer reichen.

Nach Informationen, die der COMPUTERWOCHE vorliegen, geht der Hersteller davon aus, daß die vorgestellten Low-end-Systeme der HP-3000-Serie bis zu sechsmal mehr Leistung bringen als die kürzlich von IBM eingeführten AS/400-Entry-Level-Systems und als die VAX, Modell 3100s, von DEC. Die mittleren Systeme der Reihe sollen zur Hälfte des Preises die gleiche Leistung bringen wie vergleichbare AS/400-Modelle oder wie die VAX 6500.

Von den der Ergänzungen der 9000-Serie (Modell 807S, 817S, 827S, 837S, 847S, 857S) glaubt der Hersteller sogar, daß sie ein um 50 bis 100 Prozent besseres Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen als die bereits preisreduzierten IBM-RS/6000-Maschinen. In allen neuen HP-Rechnern agiert die in CMOS-Technik gefertigte und in einem Chip untergebrachte PA-RISC-CPU. Ein 64-Bit-Koprozessor gehört bei den großen Maschinen

zum Standard-Lieferumfang und ist bei den Modellen 817S bis 837S optional erhältlich. Außerdem weisen alle Modelle 96 Adreßpuffer, die sogenannten Translation-lookaside-buffers (TLB), für Befehle und Daten auf, die Modelle 807S und 857S werden darüber hinaus mit fünfstufigem Instruction-Pipelining versehen sein.

Das nach HP-Angaben zu dem USL-Unix kompatible hauseigene Betriebssystem UX ist bereits ab Werk geladen und vorkonfiguriert, um die Installation beim Kunden zu erleichtern.

Die Vergrößerung der Systeme soll relativ unproblematisch realisiert werden können: So weisen die Modelle 807S, 817S und 837S zwei I/O-Erweiterungssteckplätze, die 827 und 847S-Maschinen, sechs und die 857S-Station zwölf freie Slots auf. An Massenspeicher besteht ebenfalls kein Mangel. Integrierte SCSI-Backup-Systeme zwischen 1,3 und 2,6 GB per Cassette sollen für die kleineren Systeme verfügbar sein und bis zu 5,2 GB für die leistungsstärkeren Maschinen. Eingebaute SCSI-Plattenspeicher bieten in den Modellen 807S, 817S und 837S Platz für 1,39 GB; in den anderen drei Maschinen ist Raum für 4,09 GB. Zusätzlich sollen alle Modelle mit externen Plattenspeichern bis zu einer Kapazität von 47,89 GB ausrüstbar sein.

Die Rechner der 9000-Reihe werden in zwei Gehäusegrößen geliefert, die mit 430 x 222 x 533 beziehungsweise 430 x 444 x 533 Millimetern kaum über die Abmessungen eines normalen PCs hinausgehen. Sie sind ab August beziehungsweise ab September verfügbar.

Über die zehn neuen unter dem proprietären MPE-Betriebssystem arbeitenden Modelle der 3000-Reihe waren ebenfalls einige technische Details zu erfahren. Die Maschinen werden ab Oktober unter folgenden Bezeichnungen verfügbar sein: 917LX, 927LX, 937LX, 937, 947LX, 947, 957LX, 957, 967LX und 967. Sie sind nicht nur in den gleichen Gehäusen untergebracht wie die Ergänzungen der 9000-Serie, sondern haben auch den gleichen Prozessor, der je nach Modell mit Taktraten zwischen 32 und 48 Megahertz arbeitet. Nach ersten Benchmarks soll die kleinste Maschinen (917LX) auf 33 und die größte (967) auf bis zu 70 Transaktionen pro Sekunde kommen. Je nach Modell können zwischen acht und 600 Benutzer an den HP-Minis arbeiten. Einzelheiten über die Preise der 16 neuen Rechner lagen bei Redaktionsschluß noch nicht vor.

Sicher scheint, daß HP seine Upgrade-Pakete für existierende Systeme in den USA um 20 bis 40 Prozent billiger anbieten will als bisher.