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15.09.2014 - 

"Cloud 28+"

HP macht sich für gemeinsamen Datenraum in Europa stark

Mehrere deutsche IT-Firmen haben sich im Zuge der Spionageaffäre um die NSA für eine Abschottung europäischer Internetdienste stark gemacht. Nun macht der US-Konzern Hewlett-Packard einen Vorschlag für einen europäischen Datenraum. Auch Microsoft prüft Möglichkeiten.

Der US-Computerhersteller Hewlett-Packard will sich für einen gemeinsamen europäischen Datenraum einsetzen. "Wir treten für eine europäische Cloud ein", sagte HP-Deutschlandchef Heiko Meyer der Nachrichtenagentur dpa. "Wir sollten einen gemeinsamen Datenraum für Europa entwickeln wie den europäischen Wirtschaftsraum." Zugleich prüft Microsoft Cloud-Möglichkeiten für den deutschen Mittelstand.

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HP will die europäische Cloud.
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Foto: Sergey Nivens - fotolia.com

Im Zuge der NSA-Affäre hatten sich mehrere europäische Firmen für rechtliche Abkommen zu Diensten und Software ausgesprochen, auf die Nutzer über das Internet zugreifen (Cloud Computing). Der ehemalige SAP-Chef Jim Hagemann Snabe forderte vergangenes Jahr europäische Regeln für Datendienste. Ex-Telekom-Chef René Obermann sprach sich für ein sogenanntes "Schengen-Routing" aus - Internet-Dienste, bei denen die Daten auf dem Weg zwischen zwei Punkten in Europa entsprechend auch die europäischen Grenzen nicht verlassen sollen.

HP will sich nun der Technologie dahinter annehmen. Unter dem EU-Forschungsprogramm Horizon 2020 habe HP einen Antrag für ein Projekt namens "Cloud 28+" eingereicht, sagte Meyer. Darunter versteht der IT-Konzern, der neben Computern und Servern auch IT-Dienstleistungen anbietet, einen rechtlichen und technologischen Rahmen für Cloud-Dienste in den 28 EU-Mitgliedsländern. Auf dieser Basis will der IT-Konzern einen gemeinsamen Marktplatz für Cloud-Anwendungen schaffen. "Das wird unseren gemeinsamen Wirtschaftsraum stärken", so Meyer.

Microsoft prüft ebenfalls

Auch Microsoft will Datenschutzbedenken der Wirtschaft aufnehmen und prüft Möglichkeiten für eine deutsche Cloud. Bei mittelständischen Unternehmen gebe es einen Markt für Clouddienste, die aus einem deutschen Rechenzentrum heraus angeboten würden und damit deutschem oder europäischem, aber nicht amerikanischem Recht unterlägen, sagte Microsoft-Deutschland-Chef Christian Illek dem "Tagesspiegel". Ob Microsoft dem nachkomme, sei aber noch nicht abschließend geklärt. "Der einfachste Weg wäre eine Lösung, bei der die Daten bei einem Partner gehostet werden. Die Datenverwaltung und das Management würden also bei einem deutschen Partner liegen", erläuterte Illek die Überlegungen. Die Daten wären dann vor dem Zugriff der US-Behörden geschützt. "Wir sprechen mit verschiedenen Anbietern."

Christian Illek will verschiedene Partner ins Boot holen.
Christian Illek will verschiedene Partner ins Boot holen.
Foto: Microsoft

Nach einer Modellrechnung des US-Marktforschers IDC im Auftrag der EU-Kommission würde ein gemeinsamer europäischer Datenraum den Beitrag von öffentlichen Cloud-Diensten zum Bruttoinlandsprodukt auf 250 Milliarden Euro bis 2020 steigern. Ohne die europäische Cloud läge er dann lediglich bei 88 Milliarden Euro.

Europäischer Cloud-Marktplatz

In dem Entwurf von HP sollen die Internetdienste in lokalen Rechenzentren nach den jeweiligen Sicherheitsanforderungen gemanagt werden, erklärte HP-Deutschlandchef Meyer. Verbunden werden sollen die lokalen Angebote mit Hilfe von Standards und einem offenen Betriebssystem. "Im Kern ist das ein europäischer Marktplatz für Cloud-Dienste", sagte Meyer. "Geleitet werden soll das Projekt von einer Non-Profit-Organisation."

Dass sich nun trotz NSA-Affäre und Diskussionen um ein Anti-Spionage-Abkommen ausgerechnet ein US-Unternehmen um europäische Cloud-Dienste kümmern soll, findet der HP-Deutschlandchef nicht weiter erwähnenswert. "Es spielt keine Rolle, dass wir ein Unternehmen mit Wurzeln in der den USA sind", sagte Meyer. HP leite im Auftrag der EU-Kommission auch ein Projekt, das die Grundlagen für Datenschutz und Sicherheit in einer europäischen Cloud schaffen soll. (dpa/sh)

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