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11.11.2008

HP Procurve will Cisco & Co. dazwischenfunken

Mit dem WLAN-Portfolio von Colubris hofft Hewlett-Packards Netzsparte, Kunden von konkurrierenden Netzausrüstern zu gewinnen.

Nachdem sich HP Procurve lange dem Standardentwurf Draft-N-WLAN verweigert hatte, hat die Netzwerksparte von Hewlett-Packard mit dem Kauf von Colubris die entstandenen Lücken im Portfolio doch noch geschlossen. Auf einer Veranstaltung in London präsentierte das Unternehmen nun das kombinierte Portfolio für den Drahtlos-Bereich.

Integration abgeschlossen

"Obwohl kaum sechs Wochen seit der am 1. Oktober abgeschlossenen Übernahme vergangen sind, sind die beiden Unternehmen schon voll integriert", verkündete der frühere Colubris-Manager Carl Blume, der nun bei Procurve die Position des weltweiten Leiters im Bereich Mobility Solutions innehat. "Die Colubris-MSM (Multi-Service Mobility)-Hardware wird nun von Hewlett-Packard gefertigt, und die beiden Entwicklungsteams arbeiten zusammen."

Als Käufer der mehr als 20 hinzugekommenen Produkte visiert Procurve dabei nicht nur eigene Bestandskunden an, die auf den bis zu 300 Mbit/s schnellen WLAN-Standard wechseln wollen. "Viele Unternehmen fügen später ein WLAN zu ihrer drahtgebundenen Netzstruktur hinzu", erklärte Blume. Dank der Overlay-Architektur von Colubris könnten sie die WLAN-Produkte dabei in jede Ethernet-Infrastruktur integrieren, egal ob von Procurve oder einem anderen Anbieter.

"Damit bietet sich für Procurve eine günstige Eintrittsstrategie in Märkte, die aktuell von anderen Anbietern besetzt sind", fügt der Manager hinzu. Gleichzeitig profitiere Colubris von HPs weltweiten Vertriebskanälen bis hin zur Technology Solutions Group (TSG) und EDS, während Procurve über Colubris besseren Zugang zu vertikalen Märkten erhalte wie dem Bildungs-, Gesundheits- und Transportwesen sowie Fertigung oder Service-Providern.

Neben der deutlich verbesserten Vertriebssituation hofft Blume, dass sich die Colubris-Produkte auch wegen ihrer Technik beim Kunden durchsetzen. So werde der Datenverkehr in WLAN-Netzen der Konkurrenten Cisco, Aruba und Meru durch einen zentralen Controller gesteuert, während MSM den Controller mit intelligenten Access Points kombiniert. Obwohl der Traffic damit zentral verwaltbar ist, können die MSM-Access-Points den Datentransport direkt über das Edge leiten und die Last im Backbone somit verringern. Daraus ergebe sich ein besserer Durchsatz bei 11n-WLAN-Traffic und weniger Latency und Jitter - diese Faktoren bestimmen insbesondere die Qualität bei Voice via WLAN.

Erster 802.11n-Access-Point von HP

Als erstes neues Wireless-Produkt hat HP Procurve nun den 802.11n-Access-Point "MSM 410" vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen Single-Radio-Zugangspunkt für den Inneneinsatz, ohne sichtbare Antennen und bewusst unscheinbar gehalten (Diebstahlschutz). Mit einem Preis von knapp 500 Euro richtet sich das Produkt speziell an Kunden ohne höhere Ansprüche, die langsam zu einer 11n-Umgebung migrieren wollen, wirbt Blume. So unterstütze das Gerät zwar den gleichzeitigen Zugriff von 11a/b/g- und n-Clients. Da aber nur eine Frequenz (wahlweise 2,4 oder 5 Gigahertz) bereitsteht, gehe die Performance in gemischten Umgebungen zurück.

Verwaltung mit Procurve Manager

Gleichzeitig hat der Hersteller seine Netz-Management-Software "Procurve Manager" (PCM) aktualisiert - diese kann nun auch MSM-Hardware automatisch entdecken, abbilden, konfigurieren und zentral verwalten. Den Umstand, dass die Integration von MSM in den Procurve Manager so schnell möglich war, führt Nick Hancock, Product Manager Emea, darauf zurück, dass beide Unternehmen auf offene Standards wie SNMP oder XML setzten. Weitere Integration ist geplant, unter anderem soll der PCM andere Netzausrichtungen erkennen, einschließlich Hardware von Drittanbietern. "Dadurch kommen wir über die reine Wireless-Schiene beispielsweise in Cisco-Netze, um dort anschließend auch die drahtgebundene Infrastruktur mitzuverwalten", hofft Hancock.

So will HP Kunden gewinnen

Übernahme schließt - wenn auch spät - die Lücke bei 802.11n.

Overlay-Architektur von Colubris erleichtert Integration in fremde Netze.

Neue Technik: Kombination von intelligenten Access Points mit Controller.

Einstiegsprodukt MSM 410 ist mit 499 Euro günstig.