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14.03.2003 - 

München und Hannover sind betroffen

HP schließt Compaq-Standorte in Deutschland

MÜNCHEN (CW) - Die Geschäftsführung von Hewlett-Packard (HP) Deutschland hat angekündigt, sie werde die einstigen Compaq-Standorte in München (Ex-Zentrale) und Hannover weitgehend schließen. Damit sollen angebliche Redundanzen abgebaut werden und der im Rahmen der Zusammenführung beider Firmen geplante Stellenabbau vorangetrieben werden.

Die in München angesiedelten Funktionen der deutschen Niederlassung sollen an die HP-Standorte Ratingen und Böblingen verlegt werden. In der bayerischen Metropole bleiben von bislang 600 voraussichtlich noch 150 bis 180 Arbeitsplätze übrig. Zunächst nicht betroffen ist die Europa-Zentrale von Compaq in Dornach bei München. Die bisherige Compaq-Geschäftsstelle Hannover wird geschlossen. Die dort beschäftigten rund 50 Mitarbeiter können sich laut HP "auf offene Stellen im Unternehmen bewerben".

IG Metall und der Compaq-Betriebsrat kommentierten, es gebe "keinen nachvollziehbaren betriebswirtschaftlichen Grund für das Vorgehen des Managements". HP entgegnete, "Zentralbereiche und Geschäftsstellen in Deutschland" müssten konsolidiert werden.

Die wesentlichen kundennahen Aktivitäten für den Großraum München sollen im Lauf des Jahres an einem Standort in München zusammengeführt werden. Den rund 600 Mitarbeitern werde ein vergleichbarer Arbeitsplatz an einem der Standorte Böblingen, Ratingen oder München "entsprechend den betrieblichen Anforderungen" angeboten.

IG Metall und Betriebsratsvertreter halten die betroffenen Funktionen für den Geschäftserfolg für unentbehrlich. "Das Management riskiert einen erheblichen Geschäftseinbruch und den Verlust von unersetzlichem Wissen, wenn es seine Pläne umsetzt", kritisierte Christian Brunkhorst, Mitglied des Münchner Betriebsrats.

Ganz unumwunden hatte Fritz Schuller, Arbeitsdirektor der Hewlett-Packard GmbH, bei Bekanntgabe der Umsiedelung gesagt: "Die Erfahrung bei Verlagerungen hat gezeigt, dass nicht alle Mitarbeiter mobil sind. Wir erwarten deshalb, über diese Maßnahmen auch den noch ausstehenden Stellenabbau abschließen zu können."

Noch unklar ist bis dato, inwieweit das HP-Management den Verlust von Wissensträgern für spezifische Compaq-Produkte in Kauf nehmen will. So arbeiten am Münchner Standort die Produktspezialisten für die Alpha-Server-Plattform, die Storage-Systeme sowie der gesamte Support für die VMS- und Alpha-Maschinen.

Die Strategie von HP, über die Standortverlagerungen die angestrebten Personalkürzungen vorzunehmen, könnte für das Unternehmen also ins Auge gehen.

HP hatte im vergangenen Jahr angekündigt, sich im Zuge der Fusion per Aufhebungsvertrag von 397 der insgesamt rund 1800 Compaq-Mitarbeiter trennen zu wollen. Seit Mai 2002 haben allerdings nur etwa 150 Angestellte dieses Angebot wahrgenommen.

Betriebsräte und die Gewerkschaft beraten, wie sie sich wehren können. Auf keinen Fall werde man die "Wahnsinnspläne" widerstandslos hinnehmen. Möglicherweise sind auch Aktionen in Hannover auf der CeBIT geplant. (jm)