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Der Großrechner ist nicht totzureden


28.08.1998 - 

HP startet einen neuen Versuch zur Ablösung von Mainframes

Die Zeichen der Zeit schienen Anfang der 90er Jahre klar: Der blaue Riese schwankte, die einstmals unumstrittene DV-Führungsmacht schien abgetakelt. HP schwang sich auf, die von Big Blue angeblich unbesetzt hinterlassene Führungsposition in der Industrie einzunehmen. Die Botschaft zur Mission war ganz direkt: Entsorgt die proprietären Mainframes und ersetzt sie durch offene Client-Server-Systeme, wie sie HP mit der Rechnerfamilie der HP-9000-Business-Server zu bieten hat. Seit dem Beginn des Feldzugs vor fünf Jahren hat HP 3500 dieser Maschinen in Umfeldern installiert, die das Unternehmen gern als "Mainframe-Alternative" tituliert.

Keine Mainframes angeboten

Sogar HP gesteht allerdings ein, schreibt der britische Brancheninformationsdienst "Computergram", daß Big Blue bei den meisten der 3500 für Hewlett-Packard erfolgreich verlaufenen "Mainframe-Alternativen"-Ausschreibungen überhaupt nicht mit einem Großrechnerangebot vorstellig geworden ist. Neue Applikationen werden zwar zunehmend auf Unix- oder NT-Server verlagert. Unternehmenskritische Anwendungen aber verbleiben nicht nur als Altlast auf Mainframes. Sie werden sogar aufgefrischt und in ihren Fähigkeiten erweitert.

Nun aber will HP sein Credo vom Spezialisten für die unternehmensweite DV wieder anstimmen. Der Mainframe sei eben kein Allerweltskönner und geeignet für jedwede DV-Anforderung. Mit dieser Aussage gesteht HP immerhin implizit ein, daß nicht nur man selbst, sondern auch andere Unix-Anbieter bis auf den heutigen Tag bei unternehmenskritischen Belangen wie Verläßlichkeit, Verfügbarkeit und bei Sicherheitsfragen mit den Charakteristika eines Großrechners nicht mithalten können.

Das soll jetzt mit einer Initiative namens "fünf Neunen" anders werden. Der Name ist Programm und Synonym für eine 99,999prozentige Verfügbarkeit von HP-Hochleistungs-Servern. Damit wären sie genauso zuverlässig wie IBMs Mainframes.

Doch die Praxis sieht nach den Informationen von "Computergram" anders aus: Selbst in HPs firmeneigener DV-Zentrale sind die HP-Server lediglich zu 99,2 Prozent der Zeit richtig im Gang. Anders ausgedrückt: 71 Stunden pro Jahr können HPs Mitarbeiter nicht auf Computerressourcen zugreifen.

Außerdem seien, so eine weitere Kritik, HPs System-Management-Werkzeuge denen von IBM unterlegen. Insbesondere fehle dem Hersteller exaktes Wissen um die für ein DV-Zentrums-Management notwendigen Prozeduren. Auch mangle es HP an kenntnisreichen Implementierungspartnern. Darüber hinaus biete HP nicht die etwa von der IBM bekannten breitgefächerten Finanzierungsoptionen. Für HPs erneuten Anschlag auf die Main- frame-Bastionen spreche allerdings, daß das Unternehmen nun mit Hitachi und NEC zwei Partner an seiner Seite weiß, die über eine jahrelange Erfahrung verfügen, geht es um den Verkauf von Systemen in die Hochsicherheitstrakte der DV-Zentren.