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04.06.2004 - 

Verkauf von kleineren Sparten geplant

HP verschreibt Triaton eine Schrumpfkur

MÜNCHEN (CW) Hewlett-Packard (HP) räumt bei dem im Februar übernommenen IT-Dienstleister Triaton auf: Einige Sparten sollen verkauft, die Beratungssparte verschlankt und administrative Funktionen zusammengelegt werden. Rund 340 Stellen stehen zur Diskussion.

Zum Kaufpreis von etwa 340 Millionen Euro, den HP an den Thyssen-Krupp-Konzern für die Übernahme von Triaton entrichtet hat, werden sich noch einige Restrukturierungskosten addieren. HP plant offenbar, rund 340 Stellen abzubauen das meldete die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) unter Berufung auf Gewerkschaftskreise. Ein HP-Sprecher kommentierte diese Zahl gegenüber der COMPUTERWOCHE nicht, bestätigte aber anstehende Restrukturierungsmaßnahmen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es seiner Aussage zufolge aber nicht geben. Demnach werden einige kleinere Geschäftseinheiten veräußert. Die betroffenen Bereiche nannte der HP-Offizielle nicht, doch offenkundig führte Triaton einige Aktivitäten im Portfolio, die sich nicht problemlos in die ehrgeizige IT-Servicestrategie des US-amerikanischen Dienstleisters einfügen. Dazu zählen etwa die Triaton-Töchter Infoscreen und Mediagate. Infoscreen ist ein Unternehmen, das Flachbildschirme im Großformat in den U-Bahnhöfen einiger deutscher Großstädte als Werbemedium betreibt. Mediagate ist ein Spezialist für digitales Fernsehen. Zudem lieferte Triaton beispielsweise Services für die Satellitenkommunikation, Telematik, Schulung und Weiterbildung.

Außerdem plant HP den Umbau der von Triaton übernommenen Beratungseinheit, die in der Vergangenheit viele SAP-Projekte betrieb und wie alle Dienstleister unter der Flaute in diesem Markt leidet. Der neue Mutterkonzern ist vornehmlich an Outsourcing-Diensten interessiert, so dass die Consulting-Sparte vermutlich deutlich beschnitten und stärker an die Outsourcing-nahen Projekte herangeführt werden dürfte, etwa um übernommene IT-Installationen zu überarbeiten. Last, but not least, sollen administrative Tätigkeiten zusammengelegt werden. Diese Maßnahme war von Branchenkennern erwartet worden.

Die jetzt angekündigte Restrukturierung verteuert die Triaton-Übernahme noch mal, und HP wird sich langsam der Frage stellen müssen, ob der Kaufpreis angemessen war. Zudem wurden in den letzten Monaten Zweifel laut, inwiefern es HP gelingen wird, zwei wichtige Outsourcing-Kunden von Triaton zu halten. In die Diskussion sind Aventis und Basell geraten. Im Jahr 2000 wurden Triaton mit der Übernahme der Hoechst-Tochter Hiserv einige IT-Betriebsdienste von Aventis (vormals Hoechst) übergeben. Kurz nach dieser Transaktion schloss Aventis ein weltweites Outsourcing-Abkommen mit IBM Global Services mit einer zehnjährigen Laufzeit und einem Volumen von 1,5 Milliarden Dollar. Die Vereinbarung umfasst das Management von Rechenzentren, den Betrieb von Server-Systemen sowie Dienstleistungen in den Bereichen Internet, E-Mail und Helpdesk.

Eine ähnliche Entwicklung gab es auch beim dem Kunststoffhersteller Basell: Im Jahr 2001 lagerte die hiesige Niederlassung den IT-Infrastrukturbetrieb an Triaton aus, bevor die niederländische Zentrale ein weltweites Abkommen mit CSC abschloss. Die Laufzeit des mit 320 Millionen Dollar dotierten Vertrags wurde mit acht Jahren vereinbart. Nun muss sich HP der Konkurrenz von IBM und CSC im Hause der übernommenen Kunden stellen. (jha)