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08.11.1991 - 

Nicht nur auf Hewlett-Packard-Rechnern

HP zeigt objektorientierte DB auf der Basis relationaler Technik

BÖBLINGEN (CW) - Hewlett-Packard (HP) will zum Jahresende ein objektorientiertes Datenbanksystem für große Multiuser-Umgebungen herausbringen. "Open ODB", vorgestellt auf der Oopsla-Konferenz in Phönix, Arizona, basiert auf relationaler Datenbanktechnologie und ist für die Verwaltung und Entwicklung komplexen kommerzieller Geschäftsanwendungen konzipiert.

HP hat dazu eine eigene objektorientierte SQL-Variante entwickelt, die sogenannte Object oriented Structured Query Language (OSQL), die neben den üblichen SQL-Features auch das Handling von Objekten ermöglicht. Die Manipulationssprache erlaubt Anwendern den einfachen Zugriff auf Daten, macht das Daten-Management komfortabel und hilft, bestehende Daten und Anwendungen besser zu nutzen.

Basissystem der Datenbanksoftware ist das HP-eigene relationale System "Allbase/SQL", das wie bisher den Zugriff auf die bestehenden Daten und Anwendungen innerhalb der relationalen Datenbank garantiert. Dieses System ist um ein objektorientiertes Overlay erweitert worden. Die entstandene objektorientierte Datenbankumgebung soll nicht nur auf HP-Plattformen, sondern auch auf Rechnern anderer Hersteller angeboten werden. Ebenso lassen sich verschiedene relationale Datenbanksysteme an Open ODB anbinden.

Datenbankprogramme können laut Hersteller in den gängigen Programmiersprachen C, Cobol, Pascal, Fortran und C + + geschrieben und über eine entsprechende Programmierschnittstelle eingebunden werden. Anwender, die das HP-Produkt in Pilotprojekten testen, sind nach einem Bericht der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" zwar von der Technologie fasziniert, wissen aber noch nicht so recht, wie sie die Software effektiv in der Praxis nutzen sollen. Ihnen ist der Umgang mit objektorientierten Techniken noch zu fremd.

Herstellerangaben zufolge ermöglicht die Datenbankumgebung von HP typische Vorteile der objektorientierten Programmierung wie die Wiederverwendbarkeit des Codes oder das gemeinsame Ablegen von Daten und Anwendungsteilen. Datenbankanwendungen lassen sich nicht nur mit weniger Entwicklungs- und Wartungsaufwand fertigstellen, sie sind auch preiswerter.

Laut HP hat Open ODB ferner die Fähigkeit, Informationen, die nicht in der zugrundeliegenden Datenbank, sondern in Dateien und Anwendungen abgelegt sind, aufzufinden und dem Endbenutzer anzuzeigen. Darüber hinaus soll das System in Client-Server-Umgebungen einsetzbar sein und einen transparenten Datenzugriff erlauben.

Gegenwärtig gibt es nach einem Bericht der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" sieben Unternehmen mit einem Angebot an objektorientierten Datenbanksystemen. Zu den bekannteren zählt vor allem die Ontos Inc., Stamford, Connecticut, die wie HP eine verteilte objektorientierte Datenbank für Multiuser-Umgebungen vermarktet.

Unter dem Codenamen "Iris" hatte HP sieben Jahre lang an der objektorientierten Datenbank entwickelt. Heute hofft das Unternehmen, das American National Standard Institute (ANSI) und die Object Management Group (OMG) davon überzeugen zu können, OSQL zu einem Industriestandard zu machen.