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10.11.1998 - 

Adapter für Standardsoftware

HPs Workflow-Engine soll Geschäftsprozesse übernehmen

MÜNCHEN (CW) - Hewlett-Packard (HP) hat die Workflow-Lösung "Changengine" in Version 3.0 vorgestellt. Als Besonderheit des Systems, mit dem sich auch betriebswirtschaftliche Standardsoftware ansteuern läßt, wird die hohe Performance zu einem laut HP vergleichsweise günstigen Preis hervorgehoben

Unter Workflow versteht HP weniger die dokumentenorientierte Vorgangsbearbeitung als die Einbindung von Applikationen in einen Workflow-basierten Geschäftsprozeß. Der Vorteil einer solchen Architektur bestehe in der Möglichkeit, das üblicherweise in Standardsoftware implementierte Geschäftsmodell dort herauszunehmen, um es flexibler im Umfeld der Workflow-Engine modifizieren zu können. Der Hersteller spricht deshalb auch von einem Framework für den in einer Three-Tier-Architektur zwischen Datenbank und Präsentationsebene angesiedelten Application-Layer.

In der Praxis umfaßt die Lösung - ähnlich wie Konkurrenzimplementierungen - die Elemente Workflow-Engine, Business-Control-Logik inklusive Repository für Geschäftsprozesse, eine Sammlung der auszuführenden Aktivitäten sowie die Ressourcen, die den jeweiligen Aktivitäten zugeordnet sind. Interessant dabei ist, daß mit Ressourcen nicht nur die in einem Unternehmen tätigen Mitarbeiter gemeint sind, sondern auch die verfügbaren Applikationen etwa in Form von Standardsoftware.

Zur Integration vorhandener Unternehmensdaten lassen sich diverse "Resource Agents" einsetzen: Zu den bislang verfügbaren Agenten für Oracle gesellen sich nun ODBC-Treiber sowie sogenannte Universal Resource Agents, mit denen innerhalb der Entwicklungsumgebung Zugriffe auf proprietäre Daten-Pools oder Flat-Files geschrieben werden können. Directories etwa von Microsoft oder Netscape liest man über einen Agenten für das Lightweight Directory Access Protocol (LDAP) ein.

Die nächste Integrationsstufe erfolgt über Application Programming Interfaces (APIs) auf Basis von Java, Active X und C++ - bislang erlaubten die Schnittstellen nur einen statischen HTML-Output (HTML = Hypertext Markup Language). Jetzt soll es möglich sein, den Worklist-Server von Changengine beispielsweise aus einer Office-Anwendung heraus anzustoßen.

Die eigentliche Applikationsintegration erfolgt über "Adapter", die allerdings für jedes Produktumfeld speziell angepaßt werden müssen. Laut HP soll dies kein Problem sein, da Changengine für diese Aufgabe mit einem vergleichsweise kleinen Befehlsatz arbeitet. Adapter gibt es bereits in Richtung SAP, Peoplesoft und Oracle, andere Direkt-Schnittstellen will HP zusammen mit Partnern entwickeln.

Als weitere Neuerung gegenüber der erst vor wenigen Monaten auf den Markt gebrachten Version 2.0 nennt der Hersteller eine Business-Konsole, mit deren Java-basiertem Design-Tool Musterprozesse modelliert und anschließend verwaltet, ausgewertet und auf Konflikte hin überprüft werden können.

An die Workflow-Lösung lassen sich laut HP bis zu 30 000 Benutzer anschließen, bis zu einer Million "Instances" (Musterprozesse) sind damit zu verwalten. Das System läuft auf der hauseigenen Plattform HP-UX sowie auf Windows NT. Der Preis für den im High-end-Workflow nicht selten mit 1000 Dollar veranschlagten Arbeitsplatz beträgt etwa 200 Dollar.

Zur Lösung gehören neben Engine, Runtime-Versionen und Application-Integrator ein Toolkit, das von den Varianten "Express" etwa zur einfachen Anbindung von COM-Objekten über "Developer" für die API-Programmierung bis hin zu "Developer Pro" als Rapid Application Development (RAD) für Server-Anwendungen.