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17.02.1995

Hug will 1995 wieder Dividende an Armonk ueberweisen Software- und Servicegeschaeft bringt deutscher IBM Gewinn

BERLIN (CW) - Nach zwei verlustreichen Jahren konnte die IBM Deutschland GmbH (Holding) im Fiskaljahr 1994 einen Jahresueberschuss von 900 Millionen Mark ausweisen. Den vorlaeufigen Zahlen zufolge stieg der Umsatz allerdings nur um knapp drei Prozent auf 12,9 Milliarden Mark. Dabei zeichnet sich eine Verschiebung der Einnahmequellen in Richtung Software und Service ab.

Im Management der hiesigen Big-Blue-Dependance macht sich aufgrund des Ergebnisses vorsichtiger Optimismus breit: "Das abgelaufene Geschaeftsjahr zeigt, dass wir jetzt wieder festeren Boden unter den Fuessen haben", sagte der Vorsitzende der Geschaeftsfuehrung Edmund Hug. Die Anpassungen der Produktionskapazitaet und die ausserordentlichen Vorsorgemassnahmen, die in den vergangenen drei Jahren mit rund 3,5 Milliarden Mark zu Buche schlugen, haetten sich 1994 erstmals deutlich ausgewirkt. So konnte das Betriebsergebnis von 454 Millionen Mark im Vorjahr auf 1,6 Milliarden Mark erhoeht werden.

Der Jahresueberschuss von 900 Millionen Mark wird zum Ausgleich der in den vergangenen Jahren eingefahrenen Verluste verwendet. 1993 belief sich das Minus auf 582 Millionen, und 1992 auf 443 Millionen Mark. Fuer das laufende Jahr erwartet die Muttergesellschaft allerdings wieder die Zahlung einer Dividende.

Der dreiprozentige Umsatzanstieg resultierte 1994 in erster Linie aus dem Software- und Servicegeschaeft. Waehrend die Hardware nur noch zu 35 Prozent zum Inlandsumsatz beitrug, erbrachte der Dienstleistungssektor nahezu zwei Drittel der gesamten Einnahmen. In diesem Geschaeftsfeld schnitten nach Angaben der IBM besonders die Netzwerkservices, Outsourcing und der Ausbau der Generalunternehmervertraege sowie die Dienstleistungen des technischen Aussendienstes gut ab. Auf der Hardwareseite wurden trotz weiteren Preisverfalls, der die IBM nach Angaben von Finanzchef Horst Haberzettl 1994 knapp 500 Millionen Mark gekostet hat, leichte Zuwaechse erzielt. Den Marktanteilsverlust bei PCs begruendete Hug mit Lieferschwierigkeiten, versprach aber Besserung: "Wir koennen den PC-Markt nicht definieren, muessen aber 1995 Anteile zurueckgewinnen". Die Einnahmen aus Leasingvertraegen sanken.

Positiv auf die Bilanz hat sich auch die starke Nachfrage nach Halbleitern ausgewirkt. Haberzettl warnte jedoch davor, dass diese Sonderkonjunktur fuer Chips moeglicherweise 1995 abebben werde.

Insgesamt stieg der Inlandsumsatz um vier Prozent auf 9,3 Milliarden Mark. Die Exporteinnahmen - vorwiegend Lieferungen der deutschen Werke an europaeische Schwestergesellschaften - lagen mit 3,6 Milliarden Mark auf Vorjahresniveau.

Neben der Konsolidierung sind nach Angaben der IBM Anstrengungen unternommen worden, um Deutschland auch als Produktionsstandort zu erhalten. Als Beispiele nannte Hug das Joint-venture mit Philips am Standort Boeblingen. Ausserdem sei es gelungen, die Herstellungsverantwortung des Werkes Mainz fuer Magnetkoepfe- und platten sowie fuer komplette Speichersysteme zu sichern. Dennoch muessen im laufenden Jahr auch in Mainz Stellen gestrichen werden. Insgesamt rechnet die hiesige Big-Blue-Niederlassung 1995 mit einem Abbau von 1000 Arbeitsplaetzen. Besonders die klassischen Vertriebsorganisationen werden einen weiteren Aderlass erleben. Hug betonte jedoch, dass 1995 mehrere hundert Neueinstellungen geplant sind. Zum Jahresende beschaeftigte die IBM in Deutschland mit 22572 rund 2380 Mitarbeiter weniger als im Vorjahr. Die Zahl lag mit 17000 Festangestellten um 5000 unter dem Vorjahreswert.