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18.04.1995

Human Resources als trojanisches Pferd Peoplesoft bietet jetzt der SAP auch in Deutschland die Stirn

MUENCHEN (qua) - Die Peoplesoft Inc., Pleasanton, Kalifornien, hat eine Niederlassung in Muenchen gegruendet. Mit ihrem Anwendungspaket "Human Resources Management System" (HRMS) einschliesslich des "Payroll"-Moduls hofft der SAP-Konkurrent, aeltere Softwareprodukte wie den Klassiker "Paisy" abzuloesen und den Weg fuer weitere Komponenten - "Financials", "Distribution" und "Manufacturing" - zu ebnen.

Fuers erste wird Peoplesoft in Deutschland nur die lokalisierte Ausfuehrung der HRMS- und Payroll-Komponente vermarkten. Vertriebs- und Marketing-Direktor Thomas Koenen setzt seine Hoffnungen vor allem auf Unternehmen, die ihre Mainframe-basierten Personal- Management-Systeme durch eine Client-Server-Loesung ersetzen wollen. Die Chancen, SAP auszustechen, stehen hier gar nicht schlecht, haben sich die Walldorfer mit ihrem R/2-System doch den Ruf eingehandelt, der Personalverwaltung wirklich grosser Unternehmen nicht gewachsen zu sein. Als ersten deutschen HRMS- Kunden kann Peoplesoft die Siemens AG, Muenchen, vorweisen.

Das Financials-Modul wird voraussichtlich Mitte des kommenden Jahres in einer deutschen Ausfuehrung zu haben sein, gefolgt von einer lokalisierten Version der Distribution-Komponente. Als vorerst letztes Produkt soll im zweiten Quartal 1997 das Manufacturing-System auf dem deutschen Markt verfuegbar sein - immerhin fast ein Jahr nach dem US-Release.

Die Peoplesoft-Produkte laufen auf einer Vielzahl von Unix- Betriebssystemen, aber auch auf IBM-Mainframes unter MVS. In der Pipeline ist, so Koenen, ausserdem eine Portierung der Applikationsmodule sowie des zugehoerigen Entwicklungs-Toolkits auf das Midrange-System AS/400.

Peoplesoft beschaeftigt weltweit mehr als 1000 Mitarbeiter, von denen jeder dritte weniger als ein halbes Jahr zum Unternehmen gehoert. Die Einnahmen des vergangenen Geschaeftsjahres lagen bei 113 Millionen Dollar. Das bedeutet eine Umsatzsteigerung um 95 Prozent gegenueber dem Vorjahr, als das Unternehmen rund 58 Millionen Dollar auf der Habenseite verbuchte. Die erste Haelfte des laufenden Geschaeftsjahres brachte bereits 92 Millionen Dollar ein.

Eine ganze Reihe von Software-Unternehmen musste es am eigenen Leibe erfahren: Wachstumsraten von nahezu hundert Prozent im Jahr lassen sich langfristig kaum verkraften. Wie Bill Walsh, frischgebackener Geschaeftsfuehrer der deutschen Peoplesoft- Niederlassung, beteuert, hat Chief Executive David Duffield aber Vorkehrungen getroffen, um kurzfristige Umsatzrueckgaenge auffangen zu koennen.

Ein wichtiger Faktor in diesem Konzept seien die zahlreichen Partnerschaften mit anderen Anbietern. Indem Peoplesoft deren Mitarbeiterpotential nutze, benoetige das Unternehmen weniger eigene Leute, um seine Kundenbasis - derzeit 700 Betriebe weltweit - zu unterstuetzen. "Wir arbeiten mit einer virtuellen Organisation, die etwa dreimal so gross ist wir wir selbst", konstatiert Walsh.

Darueber hinaus gehe Peoplesoft bei der Entwicklung neuer Produkte ungewoehnliche Wege: Die Erstellung der Softwarekomponenten werde zunaechst in eine selbstaendige Firma ausgelagert. Diese Strategie habe sich schon bei der Unterstuetzung vertikaler Maerkte bewaehrt und werde jetzt bei der Manufacturing-Komponente wiederholt - mit der Option, das Tochterunternehmen im kommenden Jahr, wenn das Produkt fertig ist, wieder einzugliedern.