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09.04.1999 - 

Personal-Management-Systeme

Human Resources: Es muß nicht immer SAP sein

MÜNCHEN - Der Markt mit Software für die Planung von Human Resources (HR) boomt. Neben dem Marktführer SAP bringen zahlreiche Anbieter HR-Software-Produkte auf den Markt, mit denen sich die Management-Prozesse unterstützen lassen. Beate Kneuse* hat die Produkte und Strategien der wichtigsten Anbieter im deutschen Raum verglichen.

HR-Marktführer in Deutschland ist ohne Zweifel die SAP. Der Walldorfer Komplettanbieter hat vor gut einem Jahr den Human-Resources-Bereich zu einem seiner Schwerpunktgebiete auserkoren. Unternehmen, die die betriebswirtschaftliche Standardsoftware SAP R/3 einführen, greifen in der Mehrzahl auch zum HR-Modul.

Mit dem R/3-Release 4.0 ist es neuerdings möglich, das HR-Modul losgelöst von den anderen Paketen einzusetzen. Damit tragen die Walldorfer dem in der Vergangenheit oft gehörten Vorwurf Rechnung, R/3 sei nur als Komplettpaket zu nutzen, daher zu unbeweglich und - vor allem für Mittelständler - viel zu teuer.

Darüber hinaus tüfteln die Softwerker aus Baden-Württemberg an immer neuen Funktionen. Die betriebliche Altersversorgung zählt ebenso dazu wie Vergütungs-Management und Employee-Self-Services. Diese Modernität und Funktionalität schlägt sich allerdings auch im Preis nieder. Setzt die Firma Mustermann (siehe Seite 46) bereits SAP-Software ein und will zuzüglich das HR-Modul nutzen, muß sie mit rund 90000 Mark rechnen.

Zu den hartnäckigsten Kontrahenten im globalen Umfeld zählt Peoplesoft. Das 1987 gegründete amerikanische Unternehmen bietet mit seiner gleichnamigen Software in der Version 7.5 eine ähnlich umfangreiche Betriebswirtschafts-Standardsoftware an wie die Walldorfer. Ein Manko ist in Deutschland noch das Abrechnungssystem, dessen Leistungsfähigkeit bei deutschen Firmen noch nicht unter Beweis gestellt wurde. Durch eine Vertriebs- und Entwicklungsallianz mit ADP Employer Services, das über das weit verbreitete Abrechnungssystem "Paisy" verfügt, wird hier eine weitere Alternative angeboten.

Peoplesoft ist laut Marktstudie der International Data Corp. im weltweiten kommerziellen Standardsoftwaregeschehen nach SAP die Nummer zwei, in den Bereichen Human-Resources-Management und Gehaltsabrechnung mit einem weltweiten Marktanteil von 17,4 Prozent (1997) sogar die Nummer eins. Allerdings gesteht das Unternehmen ein, daß einzelne Funktionen und Marktzahlen durchaus noch ausbaufähig sind. So soll das nächste Release 8.0 für Deutschland die doppelte Stellenbewirtschaftung beinhalten, die laut Deutschland-Geschäftsführer Uli Lindner für den öffentlichen Dienst essentiell ist. Dieser zählt hierzulande zu den adressierten Schlüsselbranchen von Peoplesoft - so wie auch das Finanzwesen, der Dienstleistungssektor und die Industrie. Im Bereich Lohn und Gehalt hingegen verspricht Peoplesoft Deutschland mit dem nächsten Release die Möglichkeit, die Gehaltsabrechnung in jedem Land mit ein und demselben Produkt zu machen.

Laut Peoplesoft basiert die Lösung auf einer verteilten Drei-Schichten-Architektur und läuft auf allen Plattformen, sei es Unix, NT oder eine Großrechnerumgebung. Im aktuellen Release 7.5 sind diese technologischen Erweiterungen wie Web-Enabling, Objektorientierung, APIs (Application Programming Interfaces) sowie Componentware enthalten.

Mit Auskünften zu den Preisen hält man sich indes bedeckt. "Wir haben ein Konzept namens Value-based Pricing. Das heißt, der Preis richtet sich nach dem Grad der Nutzung, den wir bei den Kunden an bestimmten Kenngrößen festmachen", begründet Lindner.

CGI als Alternative zu SAP und Peoplesoft

Seltener im Konzert der großen Mitbewerber genannt wird CGI, das nach der Übernahme durch IBM seit kurzem im Dienstleistungsbereich IBM Global Services angesiedelt ist. Der Anbieter hat mit "HR Access" ein Modul für das strategische Personal-Management und mit "Ipas" ein Modul für Abrechnung und Zeitwirtschaft entwickelt.

Das Paket wurde speziell für internationale Konzerne und mittelständische Unternehmen mit Konzernstruktur geschnürt. Einen Vorteil gegenüber Gesamtlösungsanbietern wie SAP sieht Udo Kehrwarth, Leiter HR Solutions der CGI Informatik Deutschland GmbH, in der weltweiten ausschließlichen Konzentration auf die Human-Resource-Thematik.

Als besondere Stärke hebt CGI-Vertriebsleiter Thomas Wolf "den problemlosen Ausbau des HR-Pakets zu einem komplexen System" hervor - egal, ob es um die dezentrale Erfassung von Personaldaten, automatische Rückverrechnung oder die Integration der eigenen Dokumentation für den personalverantwortlichen Mitarbeiter gehe. Das hat auch bei CGI seinen Preis. Bei der Firma Mustermann beginnen die Lizenzkosten laut Vertriebsleiter Wolf bei 80000 Mark. In den nächsten zwölf Monaten sollen laut Kehrwarth vor allem die Schnittstellen zu Abrechnungssystemen anderer Hersteller ausgebaut werden - entsprechend den Anforderungen des Marktes. Darüber hinaus wird die Unterstützung des Euro ab 1999 möglich sein.

H.R. Software

Globalität spielt auch bei der H.R. Management Software GmbH eine wichtige Rolle, die Anfang des Jahres mit "Best", einem amerikanischen HR-Spezialisten, fusionierte. Darüber hinaus ist man nun über die im Februar getroffene Kooperation mit ADP auch im Abrechnungssegment präsent.

Mit der Software Best HR deckt die Firma Bewerber- und Personal-Management, Personal- und Kostenplanung sowie Organigramme ab. Die branchenneutrale Software läuft auf 32-Bit-Microsoft-Technologie und ist laut H.R.-Chef Hoynigg voll skalierbar. Den Durchschnittspreis für die Software in einer sinnvollen Ausstattung bei der Firma Mustermann beziffert der H.R.-Chef auf 40000 bis 50000 Mark."Speziell im Bereich Dauerkosten (Implementierung, Wartung, Updates) sind noch große Verbesserungen möglich. Eine große Rolle spielt da das Thema Intranet."

Reuss Personalsysteme

Auch Gitta Reuss, Gründerin und Geschäftsführerin der Reuss Personalsysteme GmbH in Penzberg, erstarrt nicht in Ehrfurcht, wenn der Name SAP fällt. Großunternehmen würden zwar dazu neigen, die in anderen Bereichen genutzte Standardsoftware auch im Personalbereich einzuführen. Die Position ihres Unternehmens sieht sie durch den Walldorfer Softwareriesen dennoch nicht gefährdet. "Wie alle Großunternehmen macht SAP nicht alles hochwertig. Wir haben Kunden, die das HR-Modul von SAP entweder nicht genommen haben oder es aber nicht nutzen, weil es ihnen zu schwerfällig, zu benutzerunfreundlich ist." Allerdings müsse man sehr genau beobachten, was sich die Walldorfer an Verbesserungen einfallen ließen.

Mit dem modularen, weitgehend branchenneutralen Personaldatenoptimierungssystem "Posy for Windows" kann Reuss auch bei den großen Unternehmen ab 5000 Mitarbeitern aufwärts, die die Hälfte ihrer Klientel ausmacht, den Walldorfern Paroli bieten. Mit neun Modulen deckt das für 32-Bit-Windows-Plattformen ausgelegte System die gesamten Anforderungen an die Personalbetreuung, -beschaffung und -entwicklung ab. Seit der Unternehmensgründung vor knapp 21 Jahren hat sich Gitta Reuss nach eigener Auskunft dieser Themen angenommen - im Gegensatz zu anderen Software-Anbietern, die ihren Schwerpunkt auf der Abrechnungsseite hatten.

Allerdings mußte die Unternehmerin dem Trend Rechnung tragen, allumfassende Lösungen aus einer Hand zu liefern. Deshalb wurde Posy for Windows unlängst um ein Abrechnungsmodul erweitert. "Diese Entscheidung haben wir uns wahrlich nicht leicht gemacht, denn hinter Lohn und Gehalt steht der Gesetzgeber, der viele strikte Regeln vorgibt." In der Entwicklung befindet sich zudem ein Reisekostenmodul, das in den nächsten zwölf Monaten auf den Markt kommen soll.

Auch Euro-Fähigkeit ist Bestandteil der jüngsten Version, wobei Gitta Reuss für die nächsten Monate die Entwicklung zusätzlicher Umrechnungsfunktionen in verschiedene Währungen vorschwebt.

Personal & Informatik

Bei der P&I Personal & Informatik AG in Wiesbaden hat man die Erfahrung gemacht, daß zwar der Name SAP jede Tür öffnet, daß aber gerade das HR-Modul oftmals nicht auf Gegenliebe stößt. "Ganz klar ist SAP momentan der Wettbewerber Nummer eins", sagt Vorstandschef Axel Rekemeyer, "doch der Konkurrenzkampf findet nicht auf der fachlichen, sondern auf der strategischen Ebene statt. Gerade in Deutschland existiert eine Art Lemmingeffekt, sich am Marktführer zu orientieren. Es ist einfach schick, SAP zu haben. Das HR-Modul der Walldorfer kommt aber trotzdem schlecht an." Hier sieht Rekemeyer seine Chancen: "In Unternehmen mit über 5000 Mitarbeitern ist ein Drittel unserer Systeme im SAP-Umfeld installiert. Die Kunden haben SAPs Finanz- und Rechnungswesen, das zweifelsohne eins der stärksten am Markt ist, das Personalprogramm aber kommt aus unserem Haus. Und wenn die Personalabteilung eine eigene Lobby hat, selbst entscheiden kann, welches Produkt man einsetzen will, dann haben wir sehr gute Karten." Deshalb traue sich Personal & Informatik, gegen SAP anzutreten.

Mit "Loga" bieten die Wiesbadener eine branchenneutrale Produktfamilie an, die sowohl eine umfangreiche HR-Komponente ("Loga HRMS") als auch eine Lohn- und Gehaltssoftware ("Loga 2001") umfaßt. Das HR-Angebot reicht von der elektronischen Personalakte über Stellenplanung, Personalbewertung, -entwicklung und -kostenplanung bis hin zur Bewerberverwaltung. Darüber hinaus ist ein Kompetenzkompaßverfahren etabliert, das unter anderem bei der Zusammenstellung optimaler Teams behilflich ist.

Vor vier Jahren hat man mit einer kompletten Neuentwicklung begonnen. "Unsere Stärke ist, daß wir die modernen Front-end-Systeme mit Microsoft-Office-Integration und cc:Mail in alle Standardsystem-Landschaften optimal einpassen können", erklärt Rekemeyer. Außerdem biete das System hohe Skalierbarkeit, so daß es sowohl in Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten als auch in Konzernen mit mehreren 100000 Personalfällen einsetzbar sei. Das größte Volumen stellt der Bereich zwischen 500 und 5000 Mitarbeitern. An Lizenzkosten muß die Firma Mustermann etwa 60000 Mark einkalkulieren.

In puncto Funktionalität arbeiten die Wiesbadener vor allem an der Europäisierung der Software. In Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch steht sie bereits zur Verfügung und beinhaltet im Bereich der Personalabrechnung auch die länderspezifischen Steuer- und Sozialversicherungsrechte. Wie wichtig Rekemeyer die wachsende Internationalität ist, zeigt sich auch daran, daß man im Herbst 1997 mit Oracle eine umfassende Kooperation eingegangen ist. Technologisch gesehen steht vor allem die Internet-und Intranet-Fähigkeit im Vordergrund.

w&r: Lösungen für Mittelständler

Daß die SAP im Mittelstandsbereich in die Offensive geht, bekommen hierzulande auch Anbieter von Software zum Personal-Management zu spüren, deren Hauptaugenmerk sich auf Kundenfirmen mit bis zu 5000 Mitarbeitern richtet. Angst hat zwar niemand vor dem mächtigen Unternehmen, doch sehen sich viele in die Pflicht genommen, sich auf ihrem Spezialgebiet besonders anzustrengen. "Mit SAP wollen wir uns gar nicht messen", sagt Klaus Möller, Gruppenleiter Kundenservice bei w&r in Köln. Das Paket dieses Herstellers ermöglicht die Verwaltung von Bewerbern, Seminaren und Auszubildenden inklusive eines Versetzungsplan-Generators sowie ein Mitarbeiterinformationssystem.

Den Generator hebt Möller als Besonderheit hervor. Die Software ist Betriebssystem- und weitgehend branchenneutral, wenngleich sich laut Möller "ein gewisser Schwerpunkt bei Sparkassen herausgebildet hat". Mittlerweile läuft das Programm auch in England, Frankreich, Spanien, Österreich, in der Schweiz und den Niederlanden. Das Modul "Seminaris" ist mit einer englischsprachigen Oberfläche erhältlich. Alle neun bis zwölf Monate bringen die Kölner ein umfangreiches Update, das nächste steht unmittelbar bevor. Die Lizenzpreise für ein Modul gibt Möller mit 9900 Mark pro Erstlizenz an, die zweite und dritte Lizenz kosten jeweils 5500 Mark, die vierte und fünfte 4500 Mark.

Perbit-Software

Auch die Perbit Software GmbH, Altenberge, hält einen direkten Vergleich mit SAP für unrealistisch. "Das sind vollkommen unterschiedliche Größenordnungen", sagt Produkt-Manager Jörg Klausch. "Außerdem gibt es nur eine kleine Schnittmenge zwischen dem Gesamtangebot der SAP und uns als Spezialist für Personal-Management-Software. Da allerdings haben wir kein Problem, uns mit SAP zu messen." Perbit hat bereits 1983 das erste PC-gestützte Personalinformationssystem vorgestellt und zählt sich seither zu den marktführenden Unternehmen in Deutschland, was die Zahl der installierten Systeme und die angebotene Funktionalität anbelangt. Mit der bestehenden Lösung "Persinfo 3" liefert man die Module Personalverwaltung, Stellenverwaltung, Karrierenachfolgeplanung, Organigramme, Bewerber- und Seminarverwaltung sowie einen Auswertungsteil für alle Bereiche. Die als 16-Bit-Applikation geschriebene, aber auf 32-Bit-Plattformen einsetzbare Software ist rein PC-versiert, läuft unter Windows 95, NT sowie Novell Netware und verfügt über Internet-Anbindung. Die wichtigste Zielgruppe für die branchenneutrale Software, die laut Klausch allerdings speziell im Dienstleistungssektor zum Einsatz kommt, sind Unternehmen mit 300 bis 1500 Mitarbeitern.

Gerade vorgestellt wurde mit "Perbit Views" eine neue, vollständig objektorientiert programmierte 32-Bit-Produktgeneration mit einer dreischichtigen Client-Server-Architektur. Noch im ersten Halbjahr 1999 will Perbit damit in den Echtbetrieb gehen - und dann adressiert man Unternehmensgrößen von 500 Mitarbeitern bis unbegrenzt.

Projekt Computersysteme

Die Projekt Computersysteme GmbH in Heidenheim dagegen mißt sich sehr wohl mit der Softwaremacht aus Walldorf. "Wir stehen in direktem Wettbewerb zu SAP", bekräftigt Geschäftsführer Rainer Kolb und verweist auf zahlreiche mittelständische Kunden, die zwar SAP einsetzen, im Personalbereich aber die Module von Projekt bevorzugen. Seit elf Jahren am Markt, besteht "Persis-SQL" derzeit aus sechs Modulen: Mitarbeiterakte, Bewerber-Management, Weiterbildung, Management-Development, Stellenwirtschaft und Betriebliches Vorschlagswesen. Hinzukommen soll in den kommenden zwölf Monaten noch die Auszubildenden-Verwaltung.

"Wir fahren auf Oracle, Informix, Sybase, Microsoft SQL und Centura. Da sind alles SQL-Datenbanken, die wiederum unter NT, Novell, OS/2, Unix und auf dem Host laufen." Gleichwohl ist die Software auf ein dreistufiges Client-Server-Konzept ausgerichtet mit dem Browser als Client und dem Web- sowie dem Datenbank-Server. Laut Kolb verfügt Persis-SQL über Workflow-Komponenten, über eine Intranet-Fähigkeit, und über Office- und Mail-Anbindungen.

ISB GmbH

Die ISB GmbH kennt keine Angst vor großen Namen. Mit ihrem "Varial Personalinformationssystem", das voll in die "Varial Personalabrechnung" integriert ist, bieten die Hamburger nach eigenem Bekunden eine "mittelstandsorientierte Software". Dagegen sei die SAP-Software für die meisten Mittelstandsunternehmen schlichtweg eine Nummer zu groß, erklärt eine Sprecherin.

Fast jeder Anwender liebäugle irgendwann mit SAP, die langen Implementierungszeiten und die hohen Kosten schreckten viele aber ab. Das Varial Personalinformationssystem besteht derzeit aus den Modulen Personalverwaltung, Statistik, Entwicklung, Planung, Kostenentwicklung und Stellenverwaltung. Optional erhältlich ist die Fehlzeiten- und die Bewerberverwaltung. Als Stärke hebt ISB hervor, daß die Software, die auf Windows-Plattformen läuft, flexibel in der Anwendung ist und individuell auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten werden kann. An Neuerungen stehen in nächster Zeit das Euro-Release sowie der Ausbau in Richtung Internet und Intranet an. Zielgruppe sind Unternehmen von 50 bis 1500 Beschäftigten in den Branchen Industrie, Handel, Dienstleistung und öffentliche Verwaltung.

ADP Employer Services

Leichte, kundenorientierte und kostengünstigere Implementierbarkeit sowie die Flexibilität ihrer Lösungen wirft auch die ADP Employer Service GmbH, Frankfurt am Main, ins Rennen, wenn es um ihre Vorteile gegenüber SAP geht. Das Basismodul (Personal-, Bewerber- und Stellen-Management) bewegt sich in der Standardausführung bei Lizenzkosten ab 25 000 Mark. An neuen Entwicklungen stellen die Frankfurter weitere Verbesserungen im Preis-Leistungs-Verhältnis, Erweiterungen der Internet-Intranet-Funktionalitäten sowie weitere Entwicklung der Prozeß- und Workflow-Unterstützung in Aussicht.

Topas Personalsysteme

Noch kaum Berührungspunkte mit SAP gab es bislang für die Team Organisationsberatung. Mit ihrem Produkt "Topas Personalsysteme" bewegen sich die Hamburger vornehmlich im AS/400-Sektor, so daß sie als ihren größten Konkurrenten die IBM ansehen. Das branchenneutrale Paket, mit dem man Unternehmensgrößen von 500 bis 2000 Mitarbeitern adressiert, verfügt unter anderem über eine Stammdatenverwaltung, eine Stellenverwaltung, Personalplanung, Organisationsentwicklung, Bescheinigungswesen, Kostenplanung sowie Karriere- und Nachfolgeplanung. Derzeit wird die Software für die AS/400-Plattform mit Blick auf Euro und Jahr 2000 neu gestaltet. Die Modernisierung soll im November abgeschlossen sein. Laut Geschäftsführer Jürgen Prien wird man im ersten Quartal des nächsten Jahres damit beginnen, die Software zusätzlich auf NT-Netze umzustellen und mit einer komfortablen grafischen Benutzeroberfläche auszustatten.

GSB

Die GSB - Gesellschaft für Softwareentwicklung und Beratung mbH verfügt zwar im Rahmen ihrer betriebswirtschaftlichen Standardlösung "GSB/IV", mit der man sich im NT-, Unix-, AS/400- und BS2000-Umfeld bewegt, bereits seit knapp neun Jahren über ein Personalinformationssystem, dies aber ist laut GSB-Manager Karlheinz Ott "ein reines Berichtswesen". Die Folge: "Mit unserer Software sind wir häufig bei großen Projekten mit SAP in der Endauswahl, doch der Name SAP und die Lücken in unserer Personal-Management-Software haben uns gerade bei Firmengrößen ab 5000 Mitarbeitern oftmals schon das Nachsehen gegeben."

Dies soll sich mit dem nächsten Jahr drastisch ändern. Die Entwicklungen für Module wie Stellenverwaltung, Personal- und Nachfolgeplanung, Organisationsentwicklung und Ausbildungsplanung laufen in Erlangen auf Hochtouren. "Spätestens im zweiten Quartal 1999 geben wir dieses System frei", ist sich Ott sicher. Auch in technischer Hinsicht soll sich die Personal-Management-Software sehen lassen können. Internet- und Intranet-Fähigkeit möchte man ebenso realisieren wie Objektorientierung. Die Windows-orientierte Benutzeroberfläche ist schon implementiert. Die Module des neuen Systems werden einzeln verfügbar sein, da die Zielgruppe von GSB vornehmlich der Mittelstand ist.

Die Musterfirma

Um einen ersten Eindruck von den Preisen der Softwarepakete zu bekommen, wurden die Hersteller nach Preisen für eine Musterfirma gefragt: Sie hat 1000 Beschäftigte, einen Hauptsitz und zwei Niederlassungen sowie zehn Mitarbeiter in der Personalabteilung.

*Beate Kneuse ist freie Journalistin in München. Eine ausführliche Marktübersicht über Personal-Management-Systeme ist in "Personalwirtschaft Special ''99" beim Hermann Luchterhand Verlag erschienen.