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28.09.1990 - 

Wissenschaftliche Premiere in Ost-Berlin

Humboldt-Universität erhält Anschluß an das West-Netz

BERLIN (hk) - Die Ost-Berliner Humboldt-Universität kann als erste wissenschaftliche Einrichtung der DDR über eine Verbindung zu den Rechnern ihres Partners, der Freien Universität Berlin, auf das Wissenschafts-Informationsnetz (WIN) der DFG zugreifen.

Im Rahmen ihres "Partnerschaftsprogrammes Lehre und Forschung" stellte die Control Data GmbH den Ost-Berliner Wissenschaftlern eine Cyber 830 kostenlos zur Verfügung. Die System- und Anwendungsberatung des Rechners übernahm die FU-Berlin, die gleichzeitig auch die West-Netzanbindung der größten Ost-Universität realisierte.

Ernst Brand, Geschäftsführer der Control Data in Frankfurt/Main, verspricht sich von seinem Programm zur Förderung von DDR-Hochschulen "neue Impulse für die Grundlagenforschung und die Software-Entwicklung". Aus seiner Sicht habe nämlich "die bisherige EDV-Ausstattung der DDR eine effiziente Umsetzung des dort vorhandenen Wissenspotentials verhindert".

"Jetzt haben wir Perspektive", freut sich der Direktor des Uni-Rechenzentrums, Peter Schirmbacher. Vor einem Jahr, sagt er, hätte man von dieser Entwicklung einmal zu träumen gewagt. Er zeigt sich beeindruckt vom Engagement sowohl der bundesdeutschen Professoren als auch der hiesigen DV-Unternehmen. Man habe nicht das Gefühl, daß man über den Tisch gezogen werde. In diesem Jahr werden die ersten Studenten an der Humboldt-Universität Informatik studieren können. Vorgesehen sei, so Schirmbacher, daß zunächst hundert Studenten zugelassen werden. Für die folgenden Jahre sei allerdings geplant, die Jahrgangsstärke auf 250 Studenten zu erhöhen. Ob sich auch westdeutsche Studenten unter den Bewerbern befinden, könne er nicht sagen. Der RZ-Leiter weiß aber, daß die West-Studenten nur kommen werden, wenn "die materielle Kapazität und die qualitative Absicherung der Ausbildung gewährleistet ist". Und da müsse man noch einiges tun. Er ist aber überzeugt, daß die Qualität der DDR-Professoren nicht schlechter sei als hierzulande und er erinnert daran, daß ein Professor nur zehn Studenten zu betreuen hat, während sich in West-Berlin ein Hochschullehrer mit zwanzig Studiosi auseinandersetzen muß.