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11.05.2005

Hummingbird setzt auf Collaboration

Der Enterprise-Content-Management-(ECM-)Anbieter konzentriert sich auf vorgefertige Anwendungen.

Als wesentliche Neuerungen von "Hummingbird Enterprise 2005" nennt der Hersteller eine verbesserte Integration mit Groupware-Clients wie Microsoft Outlook, Lotus Notes oder Novell Groupwise sowie ein überarbeitetes Web-Interface. Außerdem möchte das Unternehmen, das sich bisher als reiner Technologielieferant für sein Partnernetz verstanden hat, häufig benötigte Anwendungen vorkonfektionieren. Die Firma bietet dazu so genannte Lösungsschablonen an, die für bestimmte Aufgaben alle benötigten Funktionen der ECM-Plattform kombinieren. Zu diesen Applikationen zählen ein Vertrags- und Korrespondenz-Management sowie solche für vertikale Märkte.

Hummingbird hatte die Version 2005 seiner Plattform bereits zur CeBIT angekündigt, einige der versprochenen Funktionen kommen demnächst auf den Markt. So vollendet der neue Outlook-Client derzeit noch seinen Betatest. Im Gegensatz zum Vorgänger, der die ECM-Funktionen einfach in Form eines eigenen Fensters in den Groupware-Client einblendete, verzahnt die neue Ausführung ihre Features stärker mit Outlook. Dazu gehört etwa, dass sie die Ordnerstruktur des Content-Repository in die Hierarchie der Public Folders aus Exchange einklinkt.

Alle Funktionen aus Outlook abrufen

Das Unternehmen verfolgt mit dem neuen Frontend den Anspruch, den gesamten Lebenszyklus von Dokumenten aus einer Umgebung heraus betreuen zu können. So lassen sich etwa E-Mails per Drag and Drop archivieren, wobei das System alle Beiträge zu einer Mail-Korrespondenz zusammenfasst. Des Weiteren enthält die Outlook-Extension eine Suchmaschine, die lokal in PST-Dateien abgelegte Mails ebenso indizieren kann wie den gesamten Desktop. Zusätzlich können Anwender aus dem Microsoft-Tool heraus Workflows beginnen, Dokumente zur Publikation freigeben oder Reports erstellen.

Während die meisten ECM-Funktionen Outlook um neue Fähigkeiten ergänzen, stehen die auf Hummingbirds Collaboration-Portfolio beruhenden Erweiterungen in Konkurrenz zu Microsoft. Der Windows-Hersteller bettet die vom "Live Communications Server" gebotenen Instant-Messaging-(IM-)Funktionen wie die Anzeige des Online-Status oder die Chat-Unterstützung ebenfalls in den Groupware-Client ein. Mit diesem Vorhaben befindet sich Hummingbird jedoch in zahlreicher Gesellschaft, denn die wichtigsten ECM-Konkurrenten beschreiten diesen Weg ebenso wie die Anbieter von Web-Konferenzen oder VoIP-Diensten. In Outlook zeichnet sich damit ein Gedränge von untereinander nicht kompatiblen IM-Systemen ab.

Groupware-Client als Schaltzentrale

Hummingbird ist nicht der einzige ECM-Anbieter, der Groupware-Clients als bevorzugte Frontends für alle wesentlichen Funktionen wählt. So hatte erst kürzlich auch Documentum eine Outlook-Erweiterung für die Version 5.3 seiner Software vorgestellt. Bei einigen Funktionen wie der Mail-Archivierung bietet sich eine solche Integration an, für viele andere Aufgaben scheint sie nicht zwingend. Als Grund nennen die Anbieter allerdings, dass viele Anwender einen großen Teil ihrer Arbeitszeit in ihrem Mail-Client verbringen. Mit den ständig erscheinenden Erweiterungen entwickelt sich Outlook zu einem Desktop im Desktop.

Viele der mit Hummingbird Enterprise 2005 angekündigten Verbesserungen sind inkrementeller Natur und fallen unter die Kategorie Produktpflege. Dazu gehört etwa die Unicode-Unterstützung für die Metadaten- verwaltung oder ein vereinfachtes API, um Hummingbird-Funktionen in Business-Anwendungen einbinden zu können. Als größeren Schritt vorwärts sieht das Unternehmen hingegen die IM-Unterstützung für mobile Geräte.

Hummingbirds Produktpotfolio verteilt sich aufgrund der Firmenhistorie auf mehrere Bereiche, die auf den ersten Blick nicht ideal zusammenzupassen scheinen. Die Kanadier begannen mit Connectivity-Software (Terminalemulationen, NFS-Server), kauften anschließend Firmen aus dem Bereich Daten-Management sowie Reporting und stiegen schließlich mit der Übernahme von PC Docs 1999 in das Dokumenten-Management ein.

Das Unternehmen versucht seine breit gefächerte Produktpalette zu nutzen, um den Funktionsumfang der ECM-Plattform aus eigener Kraft zu bereitzustellen. Die einzelnen Komponenten zählen nicht immer zu den führenden in der jeweiligen Disziplin, sollen ihren Wert aber im Zusammenspiel mit dem Gesamtsystem erhalten. So kann sich die Software für Business Intelligence nicht mit jener der großen Spezialisten messen, sie reicht aber aus, um etwa die benötigten Reporting-Funktionen für das Records-Management beizusteuern.

Portfolio-Integration noch nicht abgeschlossen

Auch die von ECM thematisch weit entfernt wirkenden Connectivity-Tools leisten ihren Beitrag zur Plattform. So steuern sie die Technik bei, mit der ein zentrales Tool die Speicherfunktion gängiger Desktop-Anwendungen auf das Content-Repository umbiegt. Aus dem gleichen Fundus stammt das vor kurzem angekündigte "Content Drive", mit dem das Öffnen komplexer und miteinander verknüpfter Kalkulationstabellen erheblich beschleunigt werden kann.

Die in der ECM-Branche üblichen Firmenzukäufe tätigte Hummingbird früher als einige der Hauptkonkurrenten und reklamiert daher schon eine weiter fortgeschrittene Integration der akquirierten Produkte. Mit der Portierung des Dokumenten-Management-Systems auf ein übergreifendes Java-Framework steht der Firma indes noch eine größere Aufgabe bevor. Sie soll mit Enterprise 2006 abgeschlossen werden. (ws)