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30.04.2004 - 

Lösungsgeschäft soll zusammen mit Partnern forciert werden

Hummingbird wächst kontinuierlich

MÜNCHEN (CW) - Der kanadische Content-Management-Spezialist Hummingbird konnte im vergangenen Quartal bei Umsätzen und Erträgen zulegen. Die Company setzt auf die Verbesserung der Geschäftsprozesse von Anwendern.

Lange Zeit galt Hummingbird als das zweitgrößte kanadische Softwareunternehmen nach Cognos. Dies hat sich im vergangenen Jahr geändert, als Open Text die Münchner Ixos AG übernahm und vorbeiziehen konnte. Zudem ist Open Text auch noch ein direkter Rivale von Hummingbird im Segment des Content-Managements, das seit geraumer Zeit Enterprise-Content-Management (ECM) genannt wird - wohl auch, weil sich vornehmlich große Unternehmen die Programme leisten können.

Diese ECM- oder (laut Gartner) Smart-Enterprise-Suiten bezeichnet Uwe Weimer, Zentraleuropa-Chef von Hummingbird, als vierte Welle der Unternehmenssoftware: Nach den Office-Paketen, den ERP-Programmen und den CRM-Lösungen für die Kundenverwaltung laufe gegenwärtig die Phase der Konsolidierung und Prozessoptimierung in den IT-Zentralen der Anwender: "Jetzt wird gespart." Die Expansion ist vorerst aufgeschoben, firmenintern muss sauber gemacht werden. Dass dadurch die Geschäfte für die Kanadier nicht einfacher werden, ist auch dem Manager klar - Technologien und Suiten als solche sind nicht mehr gefragt, Lösungen müssen her. Stark interessiert seien Anwender momentan etwa an Tools zur Verwaltung von Verträgen, dem so genannten Contracts-Management, sagt Weimer. Hier arbeitet das Softwarehaus mit Dienstleistern wie Accenture, Siemens Business Services oder Unisys zusammen.

Stabile Quartalsentwicklung

Beklagen kann sich Hummingbird nicht, denn im jüngst abgeschlossenen zweiten Fiskalquartal (Ende: 31. März) setzte das Unternehmen 54,7 Millionen Dollar um. Dies waren rund 16 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und neun Prozent mehr als im direkten Vorquartal. Konkrete Zahlen für Zentraleuropa wurden nicht ausgewiesen; laut Weimer konnten die Einnahmen in den vergangenen fünf Quartalen aber "vervielfacht" werden. Diese "durchaus interessanten" Umsätze begründete der Hummingbird-Manager mit den großen Kunden hierzulande wie etwa der Deutschen Bank, BMW oder Daimler-Chrysler.

Anders als in den internationalen Märkten macht Hummingbird in Deutschland vornehmlich Geschäfte in den "klassischen Branchen" Automotive, Finanzdienstleistungen oder dem produzierenden Gewerbe. Eines der Kernsegmente der Kanadier ist jedoch das Rechtswesen, wobei sich der Marktanteil bei großen Kanzleiverbünden eigenen Angaben zufolge auf über 50 Prozent beläuft. Diese sind überwiegend in Großbritannien anzutreffen und weniger in Deutschland vertreten: "In dem Sektor liegt für uns hierzulande kein Potenzial", berichtet Weimer.

Stattdessen setzt Hummingbird auch auf das Thema Compliance, das etwa unter dem Schlagwort Sarbanes-Oxley-Act in den USA groß gehandelt wird und den Schutz der Aktionäre verbessern soll. Hierzulande halten sich die Anwender noch zurück, es sei denn, sie sind beispielsweise in den USA börsennotiert und zu den entsprechenden Maßnahmen verpflichtet. Derartige Ansätze, die Unternehmen auf verschiedenen Ebenen zu kontrollieren, gibt es aber auch in Deutschland: "Wenn das ein Thema wird", sagt Weimer, "sind wir vorn dabei." Dass das ein Thema wird, davon ist in der ECM-Branche nicht nur er überzeugt.

Gut gefüllte Kriegskasse

Für die kommenden Monate erwartet der Manager ein Wachstum der Umsätze auf ähnlichem Niveau wie zuletzt, im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Tools, mit denen sich Geschäftsprozesse verbessern lassen, seien auch weiterhin gefragt. Zudem schloss Weimer Übernahmen nicht aus, um das technische Portfolio abzurunden - "die Kriegskasse ist gut gefüllt". Die kurzfristig verfügbaren Mittel summierten sich Ende März auf 117 Millionen Dollar. Im vergangenen Quartal belief sich der Nettogewinn von Hummingbird auf 2,1 Millionen Dollar nach 1,8 Millionen Dollar im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. "Wir machen kleine Schritte, aber dafür gehen wir kontinuierlich", bilanziert Weimer. (ajf)