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17.08.2001 - 

Mit neuer Web-Präsenz auf Kundenfang

HVB kümmert sich online um die Details

MÜNCHEN (qua) - Die Hypo-Vereinsbank AG (HVB) hat ihren Web-Auftritt komplett überarbeitet. Unter anderem bietet der Münchner Finanzdienstleister seinen Online-Kunden neuerdings interaktive Beratung im Co-Serving-Betrieb an.

Vorstandsmitglied Eberhard Rauch höchstpersönlich drückte den symbolischen "Start-Button" für den neuen Web-Auftritt der Bank (www.hypovereinsbank.de). Derzeit nutzen 16 bis 17 Prozent der HVB-Klientel das bestehende Internet-Angebot, so der für das Privatkundengeschäft und die Informationstechnik zuständige Topmanager. Mit den neuen Online-Aktivitäten wolle die Hypo-Vereinsbank diesen Anteil in anderthalb Jahren auf 25 Prozent steigern und darüber hinaus zusätzliche Kunden gewinnen. Diese Anstrengung habe sich der Finanzdienstleister in den vergangenen zwei Jahren rund 30 Millionen Euro kosten lassen.

Der neue Web-Auftritt soll sich durch eine einfache und schnelle Benutzerführung, personalisierte Inhalte und Interaktionsmöglichkeiten auszeichnen. Über die Homepage erreichbar ist die Immobilien-Seite www.planethome. de, die mit neuen Features wie Luftbildern der Objekte und virtuellen Kamerafahrten durch die jeweilige Straße aufwartet. Darüber hinaus verspricht die HVB, ihre Web-Services gegen Ende dieses Jahres auch vom Mobiltelefon und Personal Digital Assistant (PDA) aus erreichbar zu machen. Heute schon bietet sie - über den gemeinsam mit dem Telecom-Spezialisten Vodafone Plc. realisierten "Mem-IQ"-Dienst (www.memiq.de) - die Möglichkeit, Kontoauszüge und Eurocard-Abrechnungen elektronisch zu empfangen und zu verwalten.

Die signifikanteste Neuerung des aktuellen Web-Auftritts besteht, so Stefan Spannagl, Leiter des Geschäftsbereichs E-Business Solutions, in der Verbindung von Information und Transaktion. Während die Randzonen der Webpage ein kontextbezogenes Informationsangebot bereitstellen, ermöglicht das Applikationsfenster in der Mitte die Kommunikation mit dem Anwendungs-Server, der wiederum - sofern sich der Nutzer als HVB-Kunde ausweist - auf die zentralen Bankanwendungen, mithin auf persönliche Daten, zugreifen kann. Eine von der HVB auf Basis der "Itoc"-Klassen aus IBMs "Websphere"-Familie entwickelte Middleware schlägt die Brücke zwischen den Enterprise Javabeans (EJB) des Applikations-Servers und den altgedienten IMS-Anwendungen.

Diese Integration mit einer für den Anwender akzeptablen Geschwindigkeit und Stabilität zu verwirklichen kostete, so Spannagl weiter, sehr viel Arbeit. Unter anderem deshalb habe die Realisierung des Systems ein paar Monate länger gedauert als veranschlagt (siehe CW 38/00, Seite 51: "Die Hypo-Vereinsbank ändert ihr Online-Konzept").

Besonders stolz ist Spannagl auf die Funktion des "Online-Beraters": Der Internet-Kunde kann telefonisch die Hilfe eines Call-Center-Mitarbeiters in Anspruch nehmen, wobei dessen Monitor jeweils exakt den Bildschirm des Kunden widerspiegelt - und umgekehrt. Der für die Synchronisation der Monitorbilder abgestellte "Web Interaction Server" erbringe dazu auch Push-Services, sprich: die Übertragung zusätzlicher Inhalte vom Berater zum Kunden. "Wir wollen die persönliche Beratung ins Internet tragen", fasst Vorstandsmitglied Rauch die dahinter liegende Absicht zusammen.

Mit dieser Argumentation kontert der Vorstand auch den Vorwurf, die HVB wolle durch ihren neuen Internet-Auftritt mit ihrer Tochter Direkt Anlagen Bank (DAB) konkurrieren. Deren Angebot (www.dab-bank.de) richte sich an den eigenverantwortlich handelnden Kunden, den "Self Director", der seine Geldgeschäfte lieber in die eigene Hand nehme. Der Direct-Banking-Auftritt des Stammhauses hingegen wende sich an das Gros der Privatkunden, das empfänglich sei für das Werbemotto der HVB: "Leben Sie, wir kümmern uns um die Details!"

IT auf eigenen FüßenDie Hypo-Vereinsbank AG hat ihre IT-Aktivitäten verselbständigt und will sie standortübergreifend bündeln. Eigenen Angaben zufolge verspricht sie sich davon Synergien im Wert von 120 Millionen Euro pro Jahr. In einem ersten Schritt überführte der Finanzdienstleister seine Informatikbereiche im Münchner Stammhaus sowie in der zum Konzern gehörenden Bank Austria in eigenständige Gesellschaften. Im kommenden Jahr will er sie zu einem Systemhaus mit 2100 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von etwa 650 Millionen Euro zusammenlegen. Die Geschäftsführung teilen sich der ehemalige Hypo-Vereinsbank-CIO Jochen-Michael Speek und sein östereichischer Kollege Walter Zdrazil; als Standorte sind neben München und Wien auch Hamburg, London und Budapest vorgesehen. Die am 1. August aus der Taufe gehobene HVB Systems GmbH umfasst auch die schon länger eigenständige RZ-Division HVB Info, während der Rechenzentrumsbetrieb der Bank Austria in einem Verbund mit anderen österreichischen Finanzdienstleistern verbleibt.