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Cincom sieht sich auf dem DB-Sektor allein auf weiter Flur:


05.06.1981 - 

Hybrid relationale Datenbank-Zwischenstufe

MÜNCHEN - "Indiskutabel" - das ist so ziemlich das einzige, was Stuart B. Kenley, Deutschland-Chef von "Total"-Datenbank-Anbieter Cincom, zu äußern bereit ist, wenn man ihn um seine Meinung zu IBMs Ankündigung von SQL/DS fragt. Bei Cincom ist man davon überzeugt, daß die Datenbankentwicklung schon längst einen anderen Kurs eingeschlagen hat und Cincom dabei weit vorn liegt. Bis zur Serienreife der Assoziativspeicher lautet Cincoms Zauberwort: Total Information System (TIS), ein "directory driven" hybrid-relationales Datenbanksystem der zweiten Generation.

In der Tat kann Kenley darauf verweisen, daß Cincom-Boß Thomas M. Nies schon um die Jahreswende herum, also vor IBM, von Neuerungen an der Softwarefront sprach. Die amerikanische COMPUTERWORLD berichtete im Januar darüber: Nies vertrat damals die Ansicht, der harte Konkurrenzdruck der Japaner werde die IBM zwingen, zunehmend im Softwarebereich ihr Geld zu verdienen.

Unabhängige Softwarehäuser könnten dem nur dadurch entgegentreten, daß sie sich einen stetigen Technologievorsprung von zwei bis vier Jahren gegenüber IBM sicherten. Nies: "Unser TP-Monitor Environ/1 wäre nie marktfähig geworden, hatten wir ihn zeitgleich mit CICS herausgebracht. Die Avantgarde-Position zwinge die freien Softwarehäuser, neue Produkte während der ersten zwei oder drei Jahre vor allem konzeptionell zu verkraften.

Kenley ging in München noch einen Schritt weiter. Was er "verkaufte", war kein einzelnes Produkt oder eine Produktgruppe, sondern Cincoms Sicht der Datenbank-Welt, wie sie einmal aussehen kann oder soll. Die technisch bedingten Einschränkungen, die bis zum Erreichen einer Ideallösung noch hinzunehmen sind, nannte Kenley beim Namen: die immer noch dominierende Plattenspeichertechnik und das Fehlen weltweit verbindlicher Netzwerknormen.

Seien diese Hindernisse jedoch erst ausgeräumt, so werde der Anwender ein Datenbankumfeld vorfinden, wie Bild 2 es darstellt, behauptet Cincom.

Dabei sei besonders wichtig, daß auch schon die Interimslösungen Meilensteine auf dem Weg zur endgültigen Lösung seien.

Einstweilen jedenfalls sei die rein relationale Datenbank Zukunftsmusik. Der Plattenspeicher herrsche vor, und diese Technik erlaube nun einmal nicht die Assoziation des "Gleich und gleich", ohne zu Hilfskonstruktionen zu greifen. Sie stehe im Gegensatz zu Edgar F. Codd und seiner Forderung, die Assoziation müsse ohne Indizes und Pointer erreichbar sein.

Wie Cincom den Äußerungen von Beobachtern IBMs und der übrigen DV-lndustrie entnimmt, ist mit dem Assoziativspeicher am Markt aber erst in drei bis sieben Jahren zu rechnen.

In die sich hier auftuende Lücke wollen die Leute aus Cincinnati stoßen. Ihr Ausgangspunkt dazu ist eine eingehende Analyse der Beziehungen von Daten untereinander.

Als Ergebnis der Bemühungen präsentiert Cincom die "hybrid-relationale" Datenbank, hinter der sich nichts anderes als das hauseigene Total verbirgt, das weltweit in über 4 000 Installationen läuft. Dieses DB-System (Cincom: der einzige Weg zur Problemlösung) vereint nach Darstellung Kenleys Codds relationales Konzept mit den Einschränkungen durch die vorhandene Speichertechnik.

Total nämlich habe dank des Directory-Konzepts eine höhere Vorstufe zur völligen Relationalität erreicht und aus dem gleichen Grund sei TIS vor allen Gefahren geschützt, die aus einem zukünftigen, allgemeinen Wechsel zum Assoziativspeicher erwachsen.

Das Directory-Konzept erlaube schon heute den Einsatz relationaler Prozessoren und die interaktive Datenabfrage. Cincom glaubt, als einziger Anbieter die Probleme der Zukunft mit einem logischen und übersichtlich gegliederten Verfahren in den Griff bekommen zu haben, das nur noch geringe Umstellungsmaßnahmen erfordern wird, dem Anwender aber ein erhebliches Maß an Transparenz gewährt.