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17.10.2003 - 

Portfolio für Business-Performance-Management gewinnt Konturen

Hyperion will Analyse und Berichtswesen vereinen

KÖLN (as) - Hyperion Solutions treibt die Integration seiner Produkte für die Analyse von Geschäftsdaten und das Finanz-Management voran. So wurden jetzt eine einheitliche Metadatenverwaltung sowie synchronisierte Release-Zyklen angekündigt. Zugleich gilt es, die zusammen mit dem Hersteller Brio gekauften Tools für Adhoc-Abfrage und das Berichtswesen einzubinden.

"Business-Performance-Management (BPM) ist kein neues Konzept. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die dazu passende Technik bereitzustellen", erklärte Robert Gersten, Chief Development Officer bei Hyperion, zum Auftakt der diesjährigen Anwenderkonferenz in Köln. Das Unternehmen zählt zu einer wachsenden Zahl von Anbietern von Analysesoftware wie Cognos, SAP, Oracle, Comshare, Cartesis oder SAS Institute, die argumentieren, dass das bisherige Konzept von Business Intelligence (BI) erweitert werden muss.

BPM führt verschiedene Datensichten zusammen

Entsprechende Tools für das Berichtswesen, Ad-hoc-Abfragen oder Online Analytical Processing (Olap) und Datenintegration seien zwar die technische Basis für Informationssysteme. Doch erst ihr gemeinsamer Einsatz als Infrastruktur für BPM, das eine Kopplung der operativen Aktivitäten mit der Geschäftsstrategie fordert, werde den Kunden die Steuerung und Prüfung der Leistungsfähigkeit ihres gesam-ten Unternehmens ermöglichen. "Unsere Produktentwicklung soll künftig helfen, operative Daten und Statistiken mit dem Finanz-Management und schließlich mit der strategischen Planung zu vereinen. Ziel ist es, Anwendern eine "version of the truth" von der aktuellen Unternehmensleistung zu schaffen", sagte Gersten vor rund 200 Teilnehmern.

Dazu ändert und erweitert Hyperion sein Portfolio seit gut zwei Jahren. Hierbei gilt es, die separat entwickelte Software für das Finanz-Management, die Aufgaben wie Planung, Budgetierung und Forecasting ("Hyperion Planning") beziehungsweise Konsolidierung, Rechnungswesen und Finanz-Reporting ("Hyperion Financial Management") abdeckt, mit der vor Jahren zugekauft Olap-Technik des "Essbase"-Servers sowie darauf aufbauenden Diensten und Tools abzustimmen. Mittlerweile ist so eine umfangreiche, Web-basierende Suite entstanden, die eine Datenpräsentationsschicht (Dashboards, Scorecards), Finanzsoftware, Anwendungsdienste für die Verwaltung sowie Tools für die Entwicklung von BPM-Anwendungen umfasst. Diese setzt wiederum auf einer BI-Infrastruktur rund um den nun als "Essbase XTD" bezeichneten Olap-Server auf und stellt Dienste für die Integration, den Datenaustausch, Analyse und Reporting bereit (ausführlich zu Essbase XTD siehe www.computerwoche.de/go/80108020 sowie www.computerwoche.de/go/80104952).

Wie weit die zahlreichen Bestandteile schon integriert sind, ist indes schwer zu überblicken, zumal die Hyperion-Produkte laufend kleinere Aktualisierungen erfahren und bis dato keinem einheitlichen Release-Zyklus folgen. Kunden und Marktbeobachter hatten deshalb in der Vergangenheit Hyperion kritisiert. Gersten versprach hier nun Besserung. So werden im kommenden Jahr die BPM-Anwendungen auf den Versionsstand 3.5 gebracht, während die Tools und Essbase die Versionsnummer 7 erhalten. Beide Produktkategorien werden dann im Lauf der kommenden Quartale jeweils abwechselnd aktualisiert. Mit "Net Assistent" wurde zudem ein neuer Dienst für die Fernwartung vorgestellt.

Derweil entwickelt sich die technische Basis der BPM-Suite weiter. So wurde die Performance und Skalierbarkeit von Essbase durch Techniken wie etwa Parallelverarbeitung und hybride Analyseverfahren gesteigert. Weitere Schwerpunkte sind die zentrale Administrierbarkeit und offene Schnittstellen (Java, XML, Web-Services, .NET) zur Daten- und Anwendungsintegration sowie zwischen den Produkten. "Die Herausforderung liegt darin, eine integrierte Tool-Suite zu schaffen, die einen für den Benutzer transparenten Zugriff auf multidimensionale und relationale Daten gleichsam erlaubt" schilderte Gersten.

Schwerpunkt der derzeitigen Arbeiten an der BI-Infrastruktur ist die Weiterentwicklung der eigenen Thin-Client-Technik. Dazu kommen Optionen für die Datenintegration, wie etwa durch den Einsatz von "Accelerators", die derzeit nur für "Oracle Financials" erhältlich sind. Sie sollen den Prozess beim Aufbau von Analyseanwendungen teilautomatisieren helfen. Zusätzlich in Arbeit sind Funktionen für das Monitoring der Server-Prozesse, eine integrierte Workflow-Engine, die das Finanzreporting unterstützt, der Einsatz von regelbasierender Technik, Content-Management-Funktionen für die Verwaltung von Projekten im Server sowie "eine weit engere Integration mit dem SAP Business Warehouse". Eine einheitliche Verwaltung aller Produkte soll innerhalb der nächsten 18 Monate möglich sein. Ein Single-Sign-on und LDAP-Unterstützung, gemeinsame grafische Benutzeroberflächen und Installationsroutinen wurden hierzu kürzlich implementiert.

Essbase XTD 7.0, dass in diesem Quartal auf den Markt kommt, bringt zusätzliche Features. Highlights sind neben einer Reihe von Verbesserungen für die Verwaltung und Performance-Steigerung des Olap-Servers vor allem Data-Mining-Algorithmen, Unicode-Unterstützung sowie die Nutzung der an SQL angelehnten deskriptiven Abfragesprache "Multidimensional Expressions" statt des bisherigen hauseigenen API. Eine weitere wichtige Komponente wurde in Köln mit dem Tool "Hyperion Hub" zum ersten Quartal 2004 angekündigt. Diese auf XML und Webdav basierende Middleware soll zunächst in Essbase, Hyperion Planning und Hyperion Financial Management zum Einsatz kommen und eine einheitliche Metadatenverwaltung und die Versionskontrolle übernehmen.

Brio-Tools erweitern Finanzsoftware

Eine andere Baustelle ist die Integration der mit der Übernahme von Brio im August erworbenen Produkte für Query und Reporting. Diese mittlerweile in "Hyperion SQR" und "Hyperion Intelligence" umbenannten BI-Tools verhelfen Hyperion erstmals zu Technik für das operative Berichtswesen und sollen Unternehmen einen weiteren Einstiegspfad in das BPM eröffnen. In Köln hieß es, dass eine Integration beiderseitiger Produktlinien dank der geringen Funktionsüberschneidungen keine größeren Probleme bereiten sollte. Entwicklerchef Gersten deutet jedoch an, dass eine Bereinigung bei den BI-Werkzeugen - Hyperion bietet selbst mehrere Tools - langfristig nicht auszuschließen ist. Die Brio-Produkte sollen zunächst mit den Finanzanwendungen integriert werden, dann mit der BI-Plattform. Eine einzige Suite für Query, Reporting und Analyse ist hingegen noch Zukunftsmusik.