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28.10.2004

I-Series-Anwender sind verärgert

Die neuen Mittelklasse-Server mit Power-5-Chips ließen sich kaum starten.

Die Vorwürfe, die sich IBM auf dem Anwendertreffen "Common" der I-Series-Benutzer in Toronto anhören musste, waren heftig. Sie reichten von defekten Maschinen, die im zerbrochenen Chassis angeliefert wurden, über ungültige Lizenzschlüssel und kaputte Modems bis hin zu dem, was landläufig als Verkauf von Halbfertigerzeugnissen bezeichnet wird. Letzteres trifft wohl auf die "Hardware Management Console" (HMC) zu, die in der I-Series zur Installation und logischen Partitionierung der neuen Power-5-basierenden Server verwendet wird.

Lösung für Partitionierung

Mit dem Konzept, diese Arbeiten mit einer Linux-Workstation innerhalb der I-Series zu erledigen, glaubte IBM, einige Nachteile früherer Lösungen ausgeräumt zu haben. Damals musste die Primär-Partition immer eine OS/400-Partitionierung sein. Ging diese verloren oder wurde neu gebootet, dann waren automatisch alle Partitionen des Systems zerstört. Die Verwendung der HMC sollte diesen Single Point of Failure ausräumen und die Partitionen auch bei einem Defekt der Workstation bestehen lassen.

Konsole mit Kinderkrankheiten

Allerdings lieferte Big Blue nach Ansicht einiger Anwender mit den neuen Systemen ein unfertiges Produkt aus, das manche Benutzer in puncto Handhabung und Darstellung an alte System-/38-Zeiten denken lässt. So zeigt beispielsweise das Display bei Druckjobs die Spool-Files nur in einer Breite von 80 Zeichen. Jörg Zeig, Technischer Direktor der deutschen Anwendervereinigung Common e.V., hält die neue Lösung für unausgegoren: "Die Hardware Management Console hat Masern, Windpocken und Scharlach gleichzeitig." Zeig hat bislang schon mehr als zehn neue I-Series-Rechner installiert und verzichtet komplett auf die HMC, die ihn an die Tücken der alten "Operations Console" der AS/400 erinnert. Das Problem besteht seiner Erfahrung nach darin, dass sich die Maschine mit der HMC alleine, ohne Green-Screen-Konsole, kaum starten lässt. Er nimmt deshalb bei Neuinstallationen immer einen Twinax-Controller mit und baut ihn vor dem Starten ein. "Der ist laut IBM eigentlich veraltet, tatsächlich lässt sich damit aber immer noch am besten arbeiten."

Die in den USA und Kanada aufgetretenen Hardwaremängel kann Zeig für Deutschland nicht bestätigen. Problematisch sei allerdings auch bei uns die Auslieferung der Systemsoftware aus dem Software-Lizenzzentrum in Dänemark. "Bei den ersten Maschinen, die ich installierte, war überhaupt keine Software zu bekommen. Zum Teil mussten die Anwender vier Wochen auf die CDs warten." Zeig geht davon aus, dass IBM die Kinderkrankheiten der HMC demnächst behandeln wird. Er hofft, dass Big Blue bereits zur nächsten Common-Veranstaltung am 18. November in Würzburg mit Lösungen aufwarten kann, denn trotz aller Anfangsschwierigkeiten bedeute die neue I-5-Familie eine beträchtliche Verbesserung. "Hinsichtlich der Verarbeitungsgeschwindigkeit, der virtuellen Maschine und der Möglichkeit, verschiedene Betriebssysteme auf dem Server ablaufen zu lassen, sind wir von bloßen Absichtserklärungen in der Realität angekommen." (kk)