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23.11.2001 - 

Netzbereich ICN schreibt tiefrote Zahlen

I&C-Sparte verhagelt die Siemens-Bilanz

MÜNCHEN (CW) - Der Siemens-Konzern schließt das Geschäftsjahr 2000/01 mit einem drastisch gesunkenen Gewinn ab. Zu den großen Verlustbringern zählt das Arbeitsgebiet Information and Communications (I&C). Neben der Netzsparte ICN und dem Mobilfunkbereich ICM schreibt auch der IT-Dienstleister Siemens Business Services (SBS) rote Zahlen.

Der Nettogewinn des Siemens-Konzerns brach von 8,9 Milliarden Euro im Vorjahr auf 2,1 Milliarden Euro ein. Ohne die Sondererträge von rund zwei Milliarden Euro, die vor allem durch die Übertragung von Infineon-Anteilen auf einen Siemens-Pensionsfond entstanden, hätte das Unternehmen gerade noch ein ausgeglichenes Ergebnis ausweisen können. Der Konzernumsatz ohne Infineon stieg um 15 Prozent auf 82,3 Milliarden Euro.

Vor allem im vierten Quartal verschlechterten sich die Ergebnisse deutlich. Der Nettoverlust betrug fast 1,1 Milliarden Euro; im gleichen Vorjahreszeitraum hatte Siemens noch einen Gewinn von 562 Millionen Euro erzielt. Der Fehlbetrag lag damit höher als von etlichen Analysten erwartet.

Operatives Geschäft im PlusEtwas freundlicher stellt sich die Situation im operativen Geschäft dar. Für das Geschäftsjahr ermittelt der Konzern ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 3,2 Milliarden Euro. Allerdings sind in diesem Ergebnis Restrukturierungsaufwendungen und Sonderbelastungen in Höhe von 1,86 Milliarden Euro noch nicht enthalten.

Neben dem defizitären Logistikbereich Siemens Dematic und dem Automobilzulieferer Siemens VDO bereiten Konzernchef Heinrich von Pierer vor allem die I&C-Sparten Sorgen. Wegen hoher Restrukturierungskosten verbucht der Netzbereich ICN einen Verlust von 861 Millionen Euro. Schon im Sommer musste ICN-Vorstand Roland Koch seinen Posten an Thomas Ganswindt abgeben, der bis dato Mitglied des Bereichsvorstandes Transportation Systems (TS) war.

Mit einem negativen Ebitda von 307 Millionen Euro trug auch der Mobilfunkbereich ICM zum Gewinneinbruch des Konzerns bei. Von Pierer verwies auf die jüngsten Ergebnisverbesserungen: Noch im dritten Quartal habe ICM ein Ebitda von minus 511 Millionen Euro ausgewiesen. Im zum 30. September beendeten vierten Quartal betrug das Defizit nur noch 20 Millionen Euro. Ob der Aufwärtstrend anhält, ist ungewiss. Laut dem Marktforschungsinstitut Gartner hat Siemens im europäischen Handy-Markt Anteile verloren und belegte im dritten Quartal nur noch den fünften Rang. Zudem geht ein Großauftrag des Netzbetreibers Vodafone für UMTS-Handys laut Presseberichten möglicherweise an Siemens-Konkurrenten.

Der IT-Dienstleister Siemens Business Services (SBS) schreibt für das abgelaufene Geschäftsjahr ebenfalls einen Ebitda-Verlust von 259 Millionen Euro. Darin enthalten sind Rückstellungen für drohende Verluste aus zwei großen Outsourcing-Verträgen in Höhe von 192 Millionen Euro. SBS-Chef Friedrich Fröschl gibt sein Amt zum 1. Dezember an den Fujitsu-Siemens-Sanierer Paul Stodden ab (siehe Seite 8).

Von Pierer erklärte die Verluste mit einem tiefgreifenden Strukturumbruch im Bereich I&C. "Das macht uns ebenso zu schaffen wie unseren Wettbewerbern." Siemens sei mit seinem ausgewogenen Portfolio aber weniger abhängig vom IuK-Markt. Weil sich die Rahmenbedingungen für I&C fundamental verändert hätten, müsse man diesen Bereichen mehr Zeit geben, die Vorgaben zu erreichen. Die künftige Entwicklung lasse sich erst in einigen Monaten absehen, wenn auch die Auswirkungen der Terroranschläge in den USA klarer erkennbar seien. Er erwarte in allen drei I&C-Bereichen deutliche Ergebnisverbesserungen. (wh)