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22.11.2002 - 

Ex-Manager erheben Beschuldigungen

i2 entlässt weitere Mitarbeiter

MÜNCHEN (CW) - Im Rahmen eines neuen Restrukturierungsplans will der angeschlagene Supply-Chain-Management-Spezialist i2 Technologies weitere 500 Mitarbeiter entlassen. Überdies hat i2 Ärger mit zwei ehemaligen Managern: Sie sagen dem Softwarehaus Fehler bei Bilanzierung und Finanzkontrolle nach.

Im ersten Viertel des kommenden Jahres will i2 seine Betriebsausgaben unter die Hundert-Millionen-Dollar-Marke drücken. Dazu kündigte der im texanischen Dallas heimische Softwareanbieter kürzlich einen Restrukturierungsplan an, der erhebliche Einsparungen vorsieht. So soll sich die Mitarbeiterzahl über alle Unternehmensteile um 15 Prozent verringern. Konkret sind - bei einem Stand von derzeit 3350 Angestellten - rund 500 Entlassungen geplant. Im Laufe dieses und des vergangenen Jahres haben bereits 3000 i2-Mitarbeiter ihren Job verloren.

Für das letzte Quartal des laufenden Geschäftsjahres will i2 einen Verlustvortrag in bislang ungenannter Höhe geltend machen. Nach wie vor hofft das Unternehmen, im kommenden Jahr wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Zwei ehemalige Manager könnten einen Strich durch diese Rechnung machen: Reagan Lancaster, bis Juli 2001 für die weltweite Vertriebsmannschaft verantwortlich, und Claudio Osorio, Gründer des im April 2000 von i2 akquirierten Unternehmens Open First und bis September vergangenen Jahres als Vice President für den Risikokapitalbereich zuständig. Sie beschuldigen das Unternehmen fehlerhafter Buchführung und unzureichender Finanzkontrolle sowie Nachlässigkeit oder sogar betrügerischer Absicht in Verbindung mit Produkt- und Kundenproblemen, Firmenübernahmen und Bekanntmachungen.

Mit Lancaster, der ursprünglich Schadensersatz in Höhe von 20 Millionen Dollar gefordert hatte, ist i2 eigenen Angaben zufolge bereits zu einer Einigung gelangt; Einzelheiten behielt das Unternehmen für sich. Der Streit mit Osorio dauert an: Der Venture-Capital-Experte verlangt drei Millionen Dollar, die ihm aus dem Verkauf von Open First zuständen. Gemeinsam haben die beiden abtrünnigen i2-Manager im Oktober 2001 Titan Ventures gegründet. Das ebenfalls in Dallas ansässige Unternehmen will fehlinvestiertes Risikokapital retten, indem es sich verwaister Softwareentwicklungs-Projekte annimmt, sie auf ihre Substanz abklopft und gegebenenfalls zu einem erfolgreichen Ende führt.

i2 weist die Beschuldigungen seiner Ex-Manager zurück. Eine eigens anberaumte, von unabhängigen Spezialisten vorgenommene Wirtschaftsprüfung habe keinerlei Anhaltspunkte für Bilanzfälschungen, mangelhafte Kontrolle oder fahrlässige beziehungsweise betrügerische Praktiken ergeben, so das offizielle Statement. (qua)